350
Krankheiten des Digestionsapparats.
zu logen. Vor allen Quellen ist No. III. in kleinen Dosen hier zuempfehlen, welche durch ihren grossen Gehalt an Kohlensäure leichtverdaulich ist und die Secretion der Schleimhaut vermehrt und ver.-bessert. Ist Stuhlverstopfung vorhanden, so ist No. Via. und No.XVIII. zu wählen. Zweckmässig lässt man mit einem oder zweiGläsern beginnen und allmälig nach Erforderniss steigen.
Die Bäder lasse-man mehr kühl als heiss zu 25—27° R. nehmenund der Kranke bleibe eine viertel bis dreiviertel Stunden im Bade.Auch hier richten sich Temperatur und Dauer nach der Individua-lität. ■— Von der grössten Wichtigkeit ist eine strenge Diät, welche mansolchen Kranken nicht oft genug anempfehlen kann, denn währendsie zu Hause an Mangel des Appetits litten, hebt sich derselbe durchdie vielfache Bewegung im Freien und die Einwirkung der reinenstärkenden Luft und giebt zu einer Ueberladung des Magens leichtVeranlassung.
Hier ist auch der diätetische Gebrauch des Selttrs er-Wassers,dessen vorherrschender Bestandteil Chlornatrium neben demkohlensauren Natron ist und welches eine bedeutende Quantitätkohlensaures Eisenoxydul und Kohlensäure enthält, an seiner Stelle.
Bei langwierigen Magencatarrhen leisten aber auch warmeSeebäder treffliche Dienste, besonders im kindlichen Alter aufscrophttlöser Basis, bei sehr geschwächtem Nervensystem und beialten Leuten. Da der Stoffwechsel und die Eigenwärme des Kör-pers in'regelmässigem Wechselverhältnisse stehen, erstercr aber beigestörter Digestion und Assimilation sehr gering ist, so muss auchdie letztere bedeutend sinken. Die Kranken klagen daher stets überKälte xmd Frösteln; kalte Bäder würden mithin nicht vertragen wer-den. ■— Aus diesem Grunde sind auch wegen der Wärme der Luftund Gleiehmässigkeit der Witterung die Bäder an den Küsten desmittelländischen Meeres zu Nizza, Spezzia, Venedig u. a. 0.vorzuziehen. Zuweilen kann man hier zuletzt zu Bädern in der Seeselbst, die stets eine Temperatur von + IG-—18° I£. bat, übergehen,welche die Kranken gut vertragen.
Fahrten auf der See und Seereisen zeigen sich besonders heil-sam bei gestörter und mangelhafter Digestion, und wer nur kurzeZeit zur See gewesen, wird eine Steigerung des Appetits und derVerdauungskrafl wahrgenommen haben.
In vielen Fällen ist aber der blosse Aufenthalt an der See, derausschliessliche Genuss der Seeluft oft von bedeutenderer Wirkung,als der gleichzeitige Gebrauch des Bades und zwar besonders dann»