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Störungen der Blutmischung.
syphilitischen Krankheit, wo entweder zu wenig und unregelmässigoder zu viel Mercur angewandt worden und zuweilen in letzteremFalle, den von mir gemachten Erfahrungen zufolge, doch noch un-zerstörtes syphilitisches Gift im Hintergrunde liegt, welches aber als-dann durch geringe Gaben von Quecksilber leicht und gründlich zutilgen ist: in jedem dieser Fälle ist unser Mineralwasser von un-schätzbarem Werthe, indem es die syphilitischen Ueberreste sowohlohne weitere Mitwirkung des Quecksilbers zerstört, als auch beson-ders unter gleichzeitigem Gebrauch desselben, indem die Erfahrungbestätigt, dass die angemessene und wohlthätige Wirksamkeit desMercurs keineswegs bei dem Mitgebrauch unserer Quellen durchNeutralisation aufgehoben wird, wie man es nach Chemischen Grund-sätzen wohl glauben möchte."
Thilenius theilt einige interessante Fälle von Heilung durch dasWeilbacher Wasser mit. Ein Kranker von 28 Jahren hatte mehrereMale an syphilitischen Affectionen gelitten, die schlecht behandeltworden waren. Quecksilberkuren hatte er bis zu lebensgefährlicherWirkung des Mittels erprobt. Als er nach Weilbach kam, war seineGesichtsfarbe schwärzlich erdfahl, die Stimme klanglos, auch dasSchienbein schmerzhaft; die Respiration kurz, wie in der Phthisis imletzten Stadium; äusserste Abmagerung, trockene lederartige Haut, fie-berhafter Puls. — Vier Wochen zuvor war die Verdauung so zerrüttet,dass der Kranke auch nicht das Mindeste mehr vertrug. Bei dem Ge-brauche des Weilbacher Wassers zu Hause hob sich seine Verdauungtäglich. Nach einer fünfwöchentlichen Kur, wobei er den Brunnen inso reichlicher Menge trank, als er vertragen konnte und beim Ge-brauch der Bäder zu 29° bis 30° R., mit Schwefelleber versetzt, er-folgte vollkommene Genesung.
Ein anderer Kranker, der wegen öfterer Schanker viel Quecksil-ber erhalten hatte, war mit Geschwüren am Gaumensegel behaftet unddie Stimme zeigte einen verdächtigen Klang, dabei fand fortdauerndSpeichelfluss statt. Nach acht, mit Schwefelleber versetzten, Bädernhörte letzterer auf, aber die Ulceration des Gaumensegels nahm soschnell überhand, dass schon ein grosser Theil desselben verschwundenwar. — „In diesem Falle", fügt Thil e n ins hinzu, „möchte unserWasser eher ein Liquor probatorius gewesen sein, auf den mercuriel-len und syphilitischen Charakter jener und hie und da im Körper nochausserdem zerstreuter Geschwüre. Nach Tilgung des noch im Körpervorhandenen, die syphilitische Verschwärung hemmenden, Quecksilbers,griff letztere wieder schnell um sich. Hier ist der Ort, wo unser Was-ser die für das Quecksilber, nach lange anhaltendem Gebrauch des-selben, erloschene Empfänglichkeit wieder zu wecken und die dadurch