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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Störungen der Blutmischung.

I

Für Kinder, die in die Seebäder geschickt werden, muss der Arztfolgende Verhaltungsregeln aufstellen: Bei der Ankunft im Seebademüssen sie etwas wärmer gekleidet werden, denn die Seeluft ist fri-scher und schärfer, als die in den Studien und im Inneren des Lan-des, und vor kalten Ost- und Nordostwinden, die auf den Organis-mus, zumal im Beginne der Kur, nicht wohlthätig einwirken, sorg-fältig geschützt werden. Vorzugsweise ist des Morgens und Abendsund nach bedeutendem Temperaturwechsel eine solche Vorsichtnothwcndig.

Da in Folge des Gebrauchs der Seebäder und des Aufenthaltsan der Meeresküste wichtige Veränderungen in den Functionen derVerdauungsorgane einzutreten pflegen, so ist die gehörige Regu-lirung der Diät von besonderer Wichtigkeit, zumal im kindlichenAller. Die Zahl der Mahlzeiten werdet auf vier täglich festgesetztund stets nur geringe Quantitäten auf einmal gereicht. Dass einesorgfältige Auswahl unter den Speisen zu treffen ist, bedarf kaumeiner Erwähnung. Die Zeit der Mahlzeit rnuss so eingerichtet wer-den, dass die Verdauung zur Zeit, wo das Bad genommen werdensoll, völlig vollendet ist. Auf diese Weise werden alle Störungen in(hui Functionen des Digestionsapparats vermieden, welche leichteinen mehr oder minder heftigen Durchfall, begleitet von Mattigkeit,Schlaflosigkeit und zuweilen selbst von fieberhaften Bewegungen er-zeugen.

Ferner müssen Kinder daran gewöhnt werden, frühzeitig, miteinbrechender Nacht zu Bette zu gehen und um fünf oder sechs UhrMorgens nach einem acht-, neun- oder zehnstündigen Schlafe auf-stehen. Dagegen ist das Schlafen während des Tages zu untersagen. Die Wirkung des Bades wird gehoben durch eine leichte Bewe-gung vor demselben, indem der Körper dadurch in eine Temperaturund Thätigkeit versetzt wird, welche dessen heilsame Polgen mäch-tig fördern. Nur dürfen diese Bewegungen nicht in der Sonnenhitzestallfinden; dagegen ist nach dem linden das Promeniren in derSonne sehr zuträglich. Längere Spaziergänge dürfen erst eine oderzwei Stunden nach der, dem Bade folgenden, Mahlzeit vorgenommenwerden. Excursionen auf dem Meere sind nur selten zu gestatten,denn die ungewohnten, schwankenden Bewegungen des Bootes rufenleicht Angst, Erbrechen, nervöse Zufälle 1 , selbst Convulsionen, her-vor. Hiermit soll nicht gesagt sein, dass Kinder niemals dergleichenWasserpartiecn machen dürfen, sondern wir rathen nur, sie seilen