Druckschrift 
Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
Entstehung
Seite
108
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

108

Störungen der Blutmisehung

Glaubersalz reichen, bald die kohlensaure Alealien enthaltenden, balddie brom- und jodhaltigen, bald die eisenhaltigen Kochsalzwasser undSäuerlinge sich wirksam erweisen, da sie auf directem Wege raschdie allgemeine Dyscrasie, die Oligaemie zu beseitigen im Stande sind.Daher ist es oft nothwendig, neben der Badekur eine andere pas-sende Quelle zu verordnen, je nach dem zu Grunde liegenden Lei-den. Die Heilkraft der Bäder in Ischl, Hosen, Elinen u. s. w.wird z.B. durch den inneren Gebrauch der Adelheidsquelle, desjodhaltigen Kochsalzwassers von Hall, ** ilili'srar. der Jodsoda-quelle von Krankenheil, des Maxbrunnens von Kissin-gen, der Constantinsquelle oder des Johannisb runnens vonGleichenberg oder eines Eisensäuerlings wesentlich gefördertwerden.

Die dritte Art der Anwendung der kochsalzhaltigen Mineralwas-ser ist die in Dunstform. Sie ist nur da möglich, wo Vorrichtungenzu Sooldampfbädern vorhanden sind, oder in der Nähe der Sud-häuser und der grösseren Gradirwerke. Von den Sooldampf-bädern ist besonders bei Affcctionen der Respirationsorgane undzwar nur bei Erwachsenen Gebrauch zu machen, denn bei Kindernwird es kaum gelingen, sie einer solchen Kur zu unterwerfen. Sieüben eine ähnliche reizende Wirkung auf die Haut aus, wie die all-gemeinen Bäder, wenngleich nicht, auf SO intensive Weise, beseitigeinaber auch Veränderungen in der kranken Schleimhaut und den con-tractilen Geweben durch Kräftigung derselben, indem das mit denDämpfen sich, verflüchtigende Kochsalz eingeathmet, resorbirt und indie Säftemasse aufgenommen wird. Zugleich dienen sie gleichsamals gymnastisches Heilmittel, indem sie die Athemmuskeln zu grösse-rer Thätigkeit anspornen, wodurch wiederum eine Ausdehnung derLungen bewirkt wird. Die Luft am Meeresstrande ist, wie die anden Gradirwerken, als ein verdünntes Sooldunstbad zu betrachten,indem sie ja mit Salztheilchen und Wasserdampf geschwängert ist.

Die So ölen zerfallen in Beziehung auf den Heilzweck in zweiverschiedene Klassen:

1) in solche, welche keine schwefelsauren Salze und nur Spurenvon Jod und Brom enthalten; diese zeichnen sich durch einengrösseren oder geringeren Gehalt an Chlorcaleium, eines der mäch-tigsten AntiscrophuJosa, besonders wirksam als tonisirendes Mittel beiErweichungsprocessen, aus;

2) in diejenigen, welche mehr oder weniger reich an schwefel-sauren Salzen sind, grosse Mengen Chlornatrium, Brom und Jod,