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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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im Allgemeinen.

Kranken verderbenbringend, sondern hemmt auch den ersteren inseiner Thätigkeit, denn unmöglich können alle Umstände berechnetund alle Veränderungen Verl)ergesehen werden, die dem Kurgastebegegnen dürften. Es steht wahrlich mit der rationellen Medicin imgrellsten Widerspruche, im Voraus bestimmen zu wollen, binnen wieviel Wochen eine Kur beendigt sein und ein Kranker gesundenmüsse. Man thut daher gut, die Wahl der Quellen (wenn derenmehrere an einem Kurorte vorhanden), die erforderliche Zahl derGlaser und die Dauer der ganzen Kur dem Brunnenarz.tc zu über-lassen, und ich muss besonders davor warnen, im voraus eine be-stimmte Zeitperiode für die zu erzielende Heilung festzusetzen, dasehr viele Kranke nur zu geneigt sind, so schnei] als möglich, nachdem zurückgelegten Pensum in ihre Heimath und zu den gewohnten(geschalten zurückzukehren. Mancher würde sicher bessere Wirkun-gen verspüren, wenn er längere Zeit hindurch das MineralwasserIrinken und nicht in dem Augenblicke, wo günstige Veränderungenin den krankhaften Erscheinungen sich zeigen, den Kurort verliesse.Die Dauer der Brunnenkur hängt daher lediglich von den währenddes Trinkens auftretenden Erscheinungen, der Abnahme oder denVerschlimmerungen de» hervorstechendsten Symptome oder Sättigungdes Organismus ab, die sich durch einen Widerwillen gegen denFortgebrauch des Mineralwassers kundzugeben pflegt. Auf diesenletzteren Umstand wird meiner Ansicht nach zu wenig Gewicht ge-legt, obschon, wovon ich mich selbst sehr oft überzeugt, von demsofortigen Abbrechen einer Trink- und Badekur nicht selten der gün-stige Erfolg abhängt.

Ebensowenig lässt sich die Zahl der Bäder, welche zu einerBadekur erforderlich sind, festsetzen und nur der Badearzt, der denKranken täglich sieht, die Wirkung beobachtet, kann entscheiden,wie lange der Kurgast baden und mit welchem Bade die Kur zu be-schlossen ist. Aerzte und Laien sind noch in dem unheilbringendenWahne befangen, eine Zahl von 21 oder 2« Bädern sei zu einer ra-dicalen Heilung nöthig und genügend; die Kranken nehmen diesel-ben dann mit mehr oder minder grosser Eile, reisen nach Hause,sind aber erstaunt, die erwünschte und gehoffte Wirkung nicht ein-treten zu sehen. Sie beschuldigen alsdann den Arzt, ihnen eine fal-sche Heilquelle verordnet zu haben und klagen üb» r die vergeudeteZeit und das unnütz ausgegebene Geld. Bei jeder anderen Kur, dersich ein Kranker wegen eines chronischen Leidens unterzieht, hütetsich der rationelle, von Marktschreierei freie Arzt, von vornherein