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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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im Allgemeinen. 3

Wirkung der Mineralquellen zu unterrichten im Stande sein, wenner hindere Zeit eigene Forschungen und Beobachtungen an Ort undStelle selbst anstellen könnte, indem er nur dann eine richtige An-sicht von den örtlichen Verhältnissen, oder Kigcnschalien des Brun-nens, semer therapeutischen Wirksamkeit u. s. w. sieh verschaffenwurde. l>a dies aber leider der Mehrzahl der Aerzte nicht möglichist. 80 bleibt freilich nichts Anderes übrig, als die ihnen zu Gebotestehenden Brunnen, und Redeschriften zu lesen und aus diesen die* die Anwendung der Praxis notwendigen Winke und Belehrun-gen zu schöpfen. Die wenigsten dieser Schriften entsprechen aberden Anforderungen, die wir an eine gediegene Brunnenschrifl machenmüssen, und anstatt dem Arzte in seiner Ratlosigkeit als Wegwei-ser und Führer auf den schwierigen Pfad« zu dienen, sind sie weiteher geeignet, ihn auf Irrwege zu fuhren, zu Fehlgriffen zu verleitenund ihm heilkräftige Wirkungen vorzuspiegeln, die niemals in Krfül-lung gehen werden. Es wäre daher wohl wünschenswert h, wennprakßsohe Aerzte. denen eine reiche Erfahrung zu Gebote steht unddie viele Jahre hindurch die Wirkungen an Kranken, die die ver-schiedensten Mineralquellen gebraucht haben, sorgfällig geprüft, ihreBeobachtungen veröffentlichten; nur auf diesem Wege könnte Er-spriessliehes für die Balneologie geleistet werden.

Ein gründliches Studium der Heilquellen ist aber jeden, Arzt,,warm zu empfehlen, und wir können es nur bedauern, dass auf un-seren Universitäten dieser Zweig der Heilkunde bis jetzt noch sostiefmütterlich behandelt wird, und es an einem eigenen Lehrstuhlefür Balneologie, mangelt.

Mineralbrunnenkuren eignen sieh allein bei chronischen Beiden,und zwar nur dann und hierauf lege ich ein besonderes Gewicht wenn noch keine bedeutenden Störungen in der BlutiniscbimgStattgefunden haben und sich keine umfänglichen materiellen Verän-derungen eines Organs deutlich nachweisen lassen. Bin auflösendesMineralwasser wird z. B. lud einem Aftcrgebilde im Unterleibe, wel-eher Art es auch sein und welchem Organe es angehören möge,nicht nur keine Resorption herbeiführen, sondern vielmehr den tödt-lichen Ausgang beschleunigen, zumal wenn bereits llvdracmie Statt-findet, Ascites und ödematöse Anschwellungen vorhanden sind unddie Digestion vollständig darniederliegt. Solche Individuen lasse«an in einer reinen sauerstoffreichen Ocbirgsluft ihren Aufenthaltnehmen und unterstütze die Kräfte durch eine nahrhafte, leicht ver-dauliche Diät.