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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Ueber Brunnenkuren

Bei einem Mineralwasser lässt sich keineswegs aus den einzel-nen Bestandteilen ein Schluss auf die eigenthümliche Wirkungsweisedesselben ziehen, sondern dieselbe hängt vielmehr von dem Vereineder verschiedenartigsten ehemischen Verbindungen, dem Gasgehaltdes Wassers, der Temperatur u. s. w. ab.

Jede Mineralquelle", sagt Ilarless sein- wahr, ..stellt ein be-sonderes, ein individuelles Heilmittel dar, theilnehmend zwar an ge-wissen gemeinschaftlichen und physisch-chemischen Eigenschaften,wie sie einer gewissen Klasse a potiori zugehören und ebenso angewissen allgemeinen arzneilichen Wirkungskräften, wie sie a potiorider Klasse eigen sind (stärkend, schwächend, reizend u. s. w.), aberdennoch mit keinem anderen Mineralwasser dieser Klasse völliggleich, weder chemisch, noch arzneilieb, sondern für sicli und durchseine Besonderartigkeit (in gewissem Sinne sogar Individualität) eineeigene Modalität, der Wirkung ausübend, die ein anderes Quellwas-ser derselben Klasse und Gattung nicht ebenso besitzt and darum füreinen gewissen Kreis von Krankheitszust.änden oder auch in gewis-sen constitutionellen Verhältnissen der Individuen vorzugsweise pas-send und hülfreich, wo ein anderes, wenn immer an sich gleich kräf-tiges, vielleicht noch wirkungsreicheres Wasser nicht passt odernicht hilft.

Nicht das Mehr oder Weniger der Beslandllieile, fester wieflüchtiger, bildet und begründet hinreichend diese Verschiedenheit,wenn sie schon Antheil an ihr haben kann und jnuss. Jene innere,in ihrer Art grösstenteils der Chemie unzugängliche Verschiedenheitdes individuellen Zusammenbestehens, des Ineinander- und (iegeu-einanderwirkens der Bestandteile zu einem singulare» Ganzen istes, von welchen diese speeilisehe Differenz am meisten abhängt. Siein ihren Aeusserungen im menschlichen Organismus und in ihrenspeeifisch differenten Beziehungen zu dessen Krankheitszuständen zuerforschen, ist Suche genauer Beobachtung und lange prüfenderErfahrung. Dem Arzte liegt es ob, das Speeilisehe nicht nur, son-dern auch das Individuelle einer jeden durch Heilkräfte überhauptausgezeichneten Mineralquelle, die in den Bereich seiner Beobach-tungen kommen kann, genau, vorurlheilslos und vergleichend zu be-obachten, mit sorgfältiger und unbestocheuer Berücksichtigung allerhierbei couciirirendcr Ausseneinllüsse, aller möglicher Weise die Wir-kung des Mineralwassers abändernder, verstärkender, schwächender,aufhebender u. s. w. Nebenumstände. u

Der Arzt würde sich aber am besten und schnellsten über die