TILIA PARVIFOLIA.
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Kennzeichen
106. Tilia parvifolia. Kleinblättrige Linde.
Die Blätter schief-herzförmig;, kahl, auf der'untern Flachein den Astachseln der Adern bärtig. Die Blattstiele die halbe Langedes Blattes übertreffend. Die Blumen ohne Honiggefais. Die Blu-menstiele vielblumig. Die Früchte glatt *) und schief.
Die altern Botaniker unterscheiden von den in Europa vorkom-menden Linden mehrere Arten oder Verschiedenheiten, die Linnealle nur für Abarten hielt und unter dem Namen Tilia europaea ver-einigte. Nach Linne wurden von den deutschen Botanikern wie-der zwei Arten unterschieden, die wegen der Gröfse ihrer Blätter,die Namen Tilia grandifolia und Tilia parvifolia erhielten. DieseNamen scheinen Ursache zu seyn, dafs man eine dritte Art, die inRücksicht der Gröfse der Blatter sehr verschieden sich zeig!:, bisherübersehenhat, die aber dennoch ausgezeichnet genug ist, um von je-nen beiden unterschieden werden zu können. Ich habe sie (GetreueDarst. u. Besclir. der in der Arzneikunde gebr. Gciu. B. III. u. i\"j. t. Ifj.)Tilia vulgaris genannt, und indem ich sie mit diesem Namen be-legte fand ich für nöthig, die Tilia grandifolia umzutaufen, weil siekleinere Blätter als die Tilia arnericana hat; und daher habe ich sie,wegetl ihres höchstens nur drei Blumen tragenden Blumenstiels, mitdem passendem Namen Tilia poucißora bezeichnet.
Für die Tilia parvifolia, welche hier den Gegenstand unsererBetrachtung ausmacht, hat man gewifs sehr oft die Tilia vulgaris ge-habt, und daher ist es nöthig, hier noch etwas genauer ausemander
•) Durch glatt bezeichne ich eine Oberfläche, auf welcher sieh leine Unebenheiten Anden, al-so auch keine Kanten und Rippen. Willdenow hat diesen Ausdruck nicht nur in eboader Bedeutung, wo er dem lateinischen laevis entspricht, genommen, sondern auch für g/a-her, wo keine Haare oder haarartige Ausdehnungen auf der Oberfläche sich zeigen, gebraucht,wofür ich aber stets kahl sage.