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2 (1892)
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Opium.

100 Theile Opiumpulver, in nachstehender Weise geprüft, müssenmindestens 10 Theile Morphin ergeben. — 6g mittelfeines Opiuinpulverreibt man mit 6 g Wasser an, verdünnt, spült die Mischung mit Wasserin ein gewogenes Kölbchen und bringt den Inhalt durch weiteren W T asser-zusatz auf 54 g Gesammtgewicht. Man lässt unter öfterem Schüttelneine Stunde lang stehen und filtrirt dann durch ein Faltenfilter von10 cm Durchmesser. 42 g des Filtrates versetzt man mit 2 g einerMischung aus 17 g Ammoniakflüssigkeit und 83 g Wasser, mischt gut,aber unter Vermeidung überflüssigen Schütteins, und filtrirt sofort durchein Faltenfilter von 10 cm Durchmesser. 36 g dieses Filtrates mischtman in einem genau gewogenen Kölbchen durch Schwenken mit 10 gAether, fügt 4 g der obigen verdünnten Ammoniakflüssigkeit hinzu, setztdas Schwenken fort, bis sich die Flüssigkeit geklärt hat, verschliesst undüberlässt dieselbe nun der Ruhe. Nach 6-stündigem Stehen bringt manzuerst die Aetherschicht möglichst vollständig auf ein glattes Filter von8 cm Durchmesser, giebt zu der im Kölbchen zurückbleibenden wässe-rigen Flüssigkeit nochmals 10 g Aether, bewegt die Mischung einigeAugenblicke und bringt vorerst wieder die Aetherschicht aufs Filter.Nach Ablaufen derselben giesst man die wässerige Lösung ohne Rück-sicht auf die an den Wänden des Kölbchens haftenden Krystalle auf dasFilter und spült dieses sowie das Kölbchen zweimal mit je 5 g äther-gesättigtem Wasser nach. Nachdem man das Kölbchen gut hat aus-tropfen lassen, und das Filter ebenfalls vollständig abgelaufen ist, trocknetman beide bei 100", bringt den Filterinhalt in das Kölbchen und setztdas Trocknen bis zum gleichbleibenden Gewichte fort. Das Gewichtdes erhaltenen Morphins darf nicht weniger als 0,4 g betragen.

Dieses Morphin muss beim Schütteln mit 100 Theilen Kalkwassernach einigen Stunden in eine Lösung von gelblicher Farbe übergehen,welche durch allmählichen Zusatz von Chlorwasser dauernd braunroth,durch Eisenchloridlösung blau oder grün gefärbt wird.

Vorsichtig aufzubewahren.

Grösste Einzelgabe 0,15 g. Grösste Tagesgabe 0,5 g.

Geschichtliches. Opium war bereits dem Theophrastos bekannt. Man unterschiedÖ7i6g (also Opium), den Milchsaft der Kapsel, von dem weniger wirksamen (ttjxmvtuw,dem Extrakte der ganzen Pflanze. Im Alterthum und Mittelalter wurde es als Arznei-mittel wonig benutzt. Seine Anwendung als Genussmittel ist dagegen eine verhältniss-mässig alte, in China wurde das Rauchen des Opium im 17. Jahrhundert gebräuchlich.— Am frühesten scheint Opium in Kleinasien gewonnen zu sein; thebaisches i. e.ägyptisches Opium ward im 6. Jahrhundert genannt, in Indien wurde es durch dieAraber eingeführt, _ etwa seit dem 16. Jahrhundert. — Nachdem bereits ältere Beob-achtungen, die bis in's 17. Jahrhundert zurückgehen, das Vorhandensein eigenthümlicherBestandtheile im Opium wahrscheinlich gemacht hatten, entdeckte Sertürner 1805im Opium die Mohnsäure, „Meconsäure" und 1811 das „Morphium", das ersteAlkaloid.

Abstammung. Papaver somniferum L. (cf. Bd. II S. 21) liefert das Opiumund zwar werden besondere Varietäten cultivirt, so in Kleinasien Papaver