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Opium.
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somniferum L. var.: glabrum mit rothen, lilafarbenen und weissen Blüthen, derenFruchtkapsel annähernd kugelig ist, in Persien und Indien var.: y.-album(Papaver officinale Gmelin), letztere durch Kahlheit, längliche Kapseln und ander Spitze nicht umgeschlagene Fruchtblätter ausgezeichnet.
Das Opium wird aus der unreifen Mohnkapsel auf sogleich zu besprechendeWeise gewonnen. Es ist in Form eines Milchsaftes in gegliederten Milchröhren vor-handen, die durch reichliche Anastomosen zu einem vielverzweigten Netz verbundensind. Sie liegen in ununterbrochenen Bogenreihen im oder am Siebtheil der Gefäss-bündel, im letzteren Falle einen Beleg bildend. Ausser in diesen Milchröhren fandClautrian Alkaloide in der Epidermis, den Wurzelhaaren und an anderen Stellen.Die Samen sind ganz alkaloidfrei.
Handelssorten und Gewinnung. Die für den pharmazeutischen Ge-brauch allein zugelassene Sorte ist das kleinasiatische oder smyrnaische Opium.
1. Das kleinasiatische oder smyrnaische Opium. Es wird vonden nordwestlichen Bezirken: Karahissar, Sahib, Balahissar, Kutaya, Geiwa,Bogaditch und Balikessi nach Constantinopel gebracht, wogegen die südlicherenGegenden: Usckak, Afiun-Karahissar (Opium-Schwarzburg), Isbarta und Buldures nach Smyrna liefern.
Wenige Tage nach dem Abfallen der Blumenblätter schneidet man dieKapseln in ihrer unteren Hälfte mit einem oder mehreren ringsherumlaufendenSchnitten an, die aber die Kapselwand nicht ganz durchschneiden dürfen. Derauf dieser Schnittfläche austretende Milchsaft ist zuerst weiss, dunkelt raschnach und erhärtet etwas. Nach 12 — 14 Stunden nimmt man den Saft ab, ver-einigt die Thränen mit hölzernen Keulen zu kleinen Kuchen, die man in Mohn-blätter wickelt, in Säcke verpackt und so ausführt. In Constantinopel undSmyrna werden die Brote umgeformt, von Neuem in Mohnblätter gewickelt und,besonders in Smyrna, mit Rumexfrüchten bestreut, um ein Zusammenkleben zuverhindern.
Das kleinasiatische Opium bildet rundliche, mehr oder weniger abgeplatteteKuchen von 300—700 gr Gewicht, die durch gegenseitigen Druck auch oftkantig sind. Kuchen, über 1 Kilo schwer, kommen selten vor. Die Farbe istbraun, auf dem Querbruch sind oft hellere Körner oder Linien zu erkennen.Im Innern sind die Kuchen oft noch weich. Der Geruch ist charakteristischnarkotisch, der Geschmack scharf bitter. Unter dem Mikroskop erkennt mauReste der Fruchtkapselwand, besonders Epidermisfetzen, und an kleinenSplitterchen, die mit Glycerin getränkt sind, krystallinische Beschaffenheit ein-zelner Bestandtheile. — Der grösste Theil des kleinasiatischen Opium geht nachEuropa, der Rest nach Nordamerika und China.
Die jährliche Produktion von Kleinasien beträgt durchschnittlich 250000 Kilo(1881 über 500 000 Kilo). In Constantinopel, oft aber auch schon von denProducenten, wird das Opium mit Traganth, Gummi, Mehl oder Traubensaftverfälscht.
2. Persisches Opium wird in den Provinzen Schiras und IspahaD, ferner inChorassan, Kirman und Farsistan gewonnen und zwar werden die Kapseln der obengenannten Varietät des Mohns senkrecht und mehrmals angeschnitten.^ Die Form, unterder das persische Opium in den Handel gelangt, ist eine sehr verschiedene, es werdenerwähnt: niedrige Kegel von 180—300 gr, flache Brote von 600 gr ohne Ilumexfrüchte,die mit Feigen- und Weinlaub umhüllt und in Bruchstücke der Mohnkapsel verpackt,Kugeln, oft in Mohnblätter gewickelt, Ziegelsteine, Stangen, die in weisses, aussenrothes Papier geschlagen sind (unter derselben Form ist auch kaukasisches Opium vor-gekommen). Es ist häufig mit Traubensaft und Mehl verfälscht. Ein grosser Theilgeht nach China, das nach Europa gelangende wird auf Morphin (bis 15 Procent)verarbeitet.
3. Indisches Opium wird besonders im ganzen mittleren Gangesgebiet, un-gefähr von Murschidabad bis Schahabad und Agra im Nordwesten und Gorakpur imNorden gewonnen. Man schneidet die unreifen Kapseln meist mittels eines 3—5 klingigenInstrumentes aus Eisenblech (Naschtar) an, indem man mit demselben wiederholt senk-