Opium.
377
Prüfung. 1. Zur Bestimmung des Phenolgehaltes verfährt man folgender-maassen:
Eine 60 com haltende Bürette füllt man bis an den Theilstrich, der den zehntenCubikcentimenter bezeichnet, mit öproe. Natronlauge, dann schichtet man vorsichtig10 cem des zu untersuchenden Thymianöles darüber, schüttelt öfter um und lässt 12bis 24 Stunden stehen. Etwa an den Glaswänden sich ansetzende Oeltheilchen löstman durch Klopfen und Drehen der Bürette los. Ist die Laugenschicht klar geworden,so liest man ab und erhält, indem man die Anzahl der die Oelschicht ausmachenden.Cubikcentimeter von 10 abzieht, den Gehalt des Oeles an Phenolen. Um festzustellen, obdiese aus .Thymol oder Carvacrol bestehen, trennt man die Lauge mit den gelöstenPhenolen von dem oben schwimmenden Oele und versetzt sie in einem kleinen Scheide-trichter mit einem Ueberschuss von verdünnter Schwefelsäure. Nachdem sich dasPhenol klar abgeschieden hat, trennt man es von der unteren Flüssigkeit und setzt esin einem Schälchen an einen kühlen Ort. Besteht das Phenol aus Thymol, so wirdnach einiger Zeit, entweder von selbst oder nach Hineinwerfen eines kleinen Thymol-krystalles, die ganze Masse fest: besteht sie jedoch aus Carvacrol, so bleibt sie flüssig.Sind beide Phenole vorhanden, so bleibt ein Theil flüssig, während ein anderer fest wird.
Die auf diese Weise ausgeführte Bestimmung ist natürlich nur eine an-nähernd genaue, da einestheils die Natronlauge immer geringe Mengen vonKohlenwasserstoffen zurückhält, anderntheils aber auch in der Schicht der Kohlen-wasserstoffe eine gewisse Menge Phenole gelöst bleibt.
Ein Ausschütteln des in der Kalilauge gelösten Kohlenwasserstoffs mitAether ist deshalb nicht anwendbar, weil Thymol, und in noch stärkeremMaasse Carvacrol, selbst aus überschüssiger Lauge beim Ausschütteln mit Aethervon diesem aufgenommen wird, wodurch noch ungenauere Resultate erzieltwürden.
2. 2 ccm Oel sollen sich mit 1 ccm Weingeist klar mischen. Ein seinerPhenole beraubtes Oel giebt in diesem Verhältniss keine klare Mischung. MitTerpentinöl versetztes Oel verhält sich hierbei jedoch wie echtes.
3. Zum Nachweis von Carb Ölsäure schüttelt man 1 ccm des Oeles mit6 ccm Wasser, filtrirt durch genässtes Filtrirpapier und versetzt das Filtrat mit1 Tropfen Eisenchloridlösung. Bei Anwesenheit von Phenol entsteht diecharakteristische blauviolette Färbung.
Anwendung. Im Thymianöl concentrirt sich die Wirkung des Krautes. In Ver-dünnung giebt man es zu 0,05—0,1—0,15 g (l 1 /, —3—5 Tropfen). In Verbindung mitanderen aromatischen Oelen (wie Rosmarinöl, Quendelöl etc.) gebraucht man es in Ein-reibungen, zu Waschungen, zu Bädern.
Opium.
Opium; Laudanum; Meconium.
Der in Kleinasien durch Einschnitte in die Kapsel von Papaversomniferum gewonnene, an der Luft eingetrocknete Milchsaft. Einebraune, innen gleichmässige Masse, die anfangs weich, völlig luft-trocken aber spröde ist. Die Umhüllung der Opiumkuchen bestehtaus Mohnblättern, welche mit Früchten einer Rumex- Art bestreut zusein pflegen. Opium riecht eigenartig und schmeckt scharf bitter undbrennend.
Opium muss vor dem Gebrauche zerschnitten, bei einer 60° nichtübersteigenden Wärme getrocknet und mittelfein gepulvert werden.