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Oleum Terebinthinao rectificatum.
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schmelzende Nitrosopinen C 10 H 15 NO. Handelt es sich um Identificirung vonPinen in ätherischen Oelen, zu deren natürlichen Bestandtheilen es gehört, oderum den Nachweis von Terpentinöl in solchen ätherischen'Oelen, die kein Pinenenthalten, so pflegt man entweder das bei 118—119° schmelzende Pinen-Nitrolpiperidin C 10 H 16 NO N C 5 H 10 oder das Pinen - Nitrolb enzylaminC I0 H 16 NO NH CH 2 C 6 H 5 vom Schmelzpunkte 122—123° darzustellen. Zu diesemZwecke erwärmt man die alkoholische Lösung des Pinennitrosochlorids mit einemUeberschuss von Piperidin oder Benzylamin und krystallisirt das durch Wasser-zusatz ausgefällte Produkt aus Alkohol um.
HCl
C 10 'H 16 NOC1
Pinennitrosochlorid
+
NC 5 H U = C 10 H 16 NONC 6 H 10
Piperidin Pinen-Nitrolpiperidin Salzsäure.
Einen ganz anderen Verlauf nimmt die Reaktion jedoch, wenn man anStelle der eben genannten Basen Anilin anwendet. Hierbei entstehen nebenAmidoazobenzol "Wasser, Salzsäure und das oben erwähnte inaktive Pinen.
C 10 H 16 NOC1 + 2C C H 5 NH 2 = H„0 + HCl + C 6 H 5 N 2 C 6 H 4 NH 2 + C 10 H 16
Pinennitrosochlorid. Anilin Wasser Salzsäure Amidoazobenzol Pinen.
Bei der Oxydation des Pinens werden je nach der Art des angewandtenOxydationsmittels verschiedene Säuren gebildet, von denen die TerebinsäureC 7 H u 0 4 und die Terpenylsäure C 8 H 12 0 4 die wichtigsten sind.
Lässt man Pinen mit Wasser, am besten bei Gegenwart von etwas Säure,an der Luft stehen, so nimmt es drei Molecüle Wasser auf unter Bildung desschön krystallisirenden Terpinhydrats C 10 H 20 O 2 4- II 2 0. Beim Erhitzen desPinens auf 250—270° wird ein Theil desselben polymerisirt, ein anderer inDipenten (Siedepunkt 176°) umgelagert.
Eigenschaften. Gutes Terpentinöl ist dünnflüssig, farblos oder weniggelblich und klar. Beim Destilliren geht die Hauptmenge zwischen 155 und 160°über. Im Rückstande verbleibt eine dickflüssige, gelbbraune, nach Kolophoniumriechende Masse. Das spez. Gewicht schwankt sowohl beim amerikanischen wiebeim französischen Oele zwischen 0,855 und 0,875. An der Luft verdunstetTerpentinöl schnell. Bei schlechter Aufbewahrung nimmt es Sauerstoff aus derLuft auf, besonders energisch im Lichte, wird dickflüssig, wobei sich seinspez. Gew. bedeutend erhöht, und nimmt saure Reaktion an.
Ein solches Oel enthält Ameisensäure, Essigsäure, Kamphersäureund Wasserstoffsuperoxyd. Ozon ist jedoch nicht vorhanden.
Die Löslichkeifc des Terpentinöls in Alkohol ist je nach seinem Alter ver-schieden. Altes verharztes Oel löst sich leichter auf als frisches.
Das rektificirte Terpentinöl, welches für den innerlichen Gebrauch be-stimmt ist, ist vollkommen farblos, sehr dünnflüssig und reagirt nicht sauer.Sein spez. Gew. ist etwas niedriger als das des nicht rektificirten Oeles. Es istin etwa 10—12 Th. 90procentigem Spiritus löslich.
Prüfung. Terpentinöl wird als eins der billigsten ätherischen Oele seltenverfälscht. Es kommt allein ein etwaiger Zusatz von Petroleum in Betracht.Ein damit versetztes Oel hat ein geringeres spez. Gew. und ist nicht in einem12facheu Vol. 90procentigem Spiritus löslich.
Anwendung. Terpentinöl wird äusserlich zu Einreibungen angewendet, besondersin der Volksheilkunde und der Veterinärpraxis. Innerlich findet es seltener Ver-wendung (5—15 Tropfen). Der Harn nimmt nach innerlichem Gebrauche des Terpen-tinöls, sogar schon nach dem Aufathmen seiner Dämpfe Veilchengeruch an. StarkeDosen von 15—30 gr können den Tod zur Folge haben.
Bei Phosphorvergiftungen soll das nichtrektificirte Oel wirksamer sein als dasrektificirte; als ganz besonders wirksam aber gilt bei Phosphorvergiftungen ein durchlängere Lagerung in halbgefüllter Flasche verharztes (sog. ozonisirtes) Terpentinöl.
Der Gebrauch von Terpentinöl in den Gewerben und der Technik ist ausser-ordentlich vielseitig.