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Oleum Terebinthinae rectificatum.
gehalt. Spez. Gew. ea. 0,87. Siedet grösstenteils zwischen 156 und 177°. Optisch
rechts drehend.____ , . .. . ,
6 Venetianisches Terpentinöl zu etwa 10-20 Procent im venetiamschenTerpentin von Pinus Larix L. oder Larix deeidua Mill. enthalten. Riecht sehr angenehmnach Wacholder, lenkt den polarisirten Lichtstrahl nach links ab. Spez. Orew.
ca 0 875
'7 Latschenkieferöl oder Krummholzöl, Oleum Pini pumiliouü, aus jungenSpitzen und Zapfen von Pinus Pumilio Hänke, durch Destillation mit Wasser gewonnen.Es hat einen angenehmen citronenartigen Geruch. Linksdrehend, bpez. Uew 0,8bo,siedet zwischen 160 und 250°. Besteht aus Pinen, Limonen, Dipenten und wahr-scheinlich etwas Sesquiterpen.
8. Fichtennadelöl. Aus den jungen Trieben der Fichte und Kiefer durchWasserdampfdestillation gewonnen. .,,'•,. -,
9 Edeltannenöl wird aus den Nadeln der Edeltanne auf dieselbe Weise wiedas vorhergehende Oel dargestellt. Riecht ausserordentlich angenehm citronenartigDreht in Folge seines grossen Gehaltes an Links-Limonen den polarisirten Lichtstrahlstark nach links. Siedet zwischen 155 und 180°. Spez. Gew. 0,870.
Die zuletzt genannten drei Oele dienen zur Darstellung der beliebten lannen-duft-Präparate.
Chemie Terpentinöl (amerikanisches und französisches) besteht fast ganzaus einem einzigen Terpen, dem Pinen C I0 H 16 . Als verbreiterter Repräsentantder Körperklasse der Terpene ist das Pinen eines der am frühesten bekannten.Man bezeichnete das Pinen je nach der Herkunft mit verschiedenen Namen.Au s tr a 1 e n biess das Rechts-Pinen des amerikanischen Terpentinöles, T e r e b e n t h endas Links-Pinen des französischen. Sein überaus häufiges Vorkommen inPflanzentheilen, sowie seine ausserordentliche Umwandlungsfähigkeit legen denGedanken nahe, das Pinen als Ursprungssubstanz nicht nur vieler andererTerpene sondern auch einer ganzen Reihe sauerstoffhaltiger, in ätherischen Oelenanzutreffender Derivate derselben anzusehen. _
Ueberführen lässt sich das Pinen durch geeignete Behandlung 111 die lerpeneCamphen, Dipenten (Limonen), Terpinen und Terpinolen, sowie 111 diesauerstoffhaltigen Körper Borneol, Kampher, Terpinhydrat, Terpmeol
und Cineol. .
Von allen bekannten Terpenen hat Pinen den niedrigsten Siedepunkt 155bis 156° Verunreinigungen mit anderen Terpenen erhöhen ihn leicht auf 158bis 160°' Das spez. Gew. ist = 0,858 bei 20°. Das Pinen existirt in ver-schiedenen optischen Modifikationen: als rechtsdrehendes, linksdrehendes undoptisch inaktives. Bemerkenswert!! ist, dass eiii den polarisirten Lichtstrahlnicht mehr ablenkendes Gemenge von Rechts- und Links-Pinen ein anderesVerhalten zeigt, wie das wirklich inaktive Pinen. Leitet man nämlich m einsolches Gemisch der beiden aktiven Kohlenwasserstoffe trockene Salzsäure ein,so wird dasselbe linksdrehend, während inaktives Pinen bei gleicher Behandlung
inaktiv bleibt. . •
Von den Verbindungen des Pinens ist zuerst das bei 125° schmelzendeChlorwasserstoffadditionsprodukt, C 10 H 16 HC1 dargestellt worden. Manbezeichnete dasselbe wegen seiner äusserlichen Aehnhchkeit mit dem natürlichenKampher als „künstlichen Kampher".
Erhalten wird das Pinenhydrochlorid durch Einleiten von balzsaure inTerpentinöl, wobei im Interesse guter Ausbeute für absolute Trockenheit desangewandten Materials Sorge zu tragen ist. Bromwasserstoff und Jodwasserstoffbilden ganz analoge Verbindungen. Von den Halogenen ist das Pmen 2 Atomezu addiren im Stande, z. B. entsteht mit Brom das Additionsprodukt C 10 H 16 Br 2 .Wichtig für den Nachweis von Pinen in ätherischen Oelen ist dieNitrosochloridverbindung C 10 H 1B NOC1. Sie entsteht, wenn man in ein gut ab-gekühltes Gemisch von Pinen, Amylnitrit (oder Aethylnitrit) und Eisessig roheSalzsäure in kleinen Portionen einträgt. Das nach einiger Zeit krystalliuischsich ausscheidende Pinennitrosochlorid schmilzt nach dem Umkrystallisiren ausheissem Benzol bei 103°. Verseift man dasselbe, so entsteht das bei 132°