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Oleum Cacao.
Oleum Cacao.
Cacaobutter; Cacaoöl; Cacaotalg; Butyrum Cacao; Oleum Theobromatis; Beurre
de cacao; Butter of cacao.
Das aus den einschalten Samen der Theobroma Cacao gepressteFett, von Massgeblicher Färbung, in seinem angenehmen, nicht ranzigenGerüche und milden, reinen Geschmacke an Cacao erinnernd. Cacao-butter ist bei 15° spröde; sie schmilzt bei 31 bis 32° klar.
Eine Auflösung in 2 Theilen Aether soll während eines Tages bei12 bis 15° ungetrübt bleiben.
Geschichtliches und Herkommen. Das Cacaofett wurde 1695 von Hotnbergzuerst dargestellt und 1715 arzneilich verwendet.
Die Samen der Theobroma Cacao L., Fam. der Sterculiaceae, eines in Süd-amerika und auf den Antillen heimischen Baumes, enthalten 40—50 Procent eines talg-ähnlichen Fettes, etwa 15 Procent Stärke, 18 Procent eiweissartige Stoffe, bis zu1,5 Procent Theobromin, etwas Zucker, Farbstoff, ferner Rohfaser. Die Caracassortewird am höchsten geschätzt.
Gewinnung. Dieselbe erfolgt im grossen Maassstabe fabrikmässig, kannaber zu Uebungszwecken ohne Schwierigkeiten auch im pharmazeutischen Labora-torium ausgeführt werden:
Die Cacaobohnen werden zuvörderst von ihrer Schale befreit, indem man sie ineiner eisernen Trommel unter Umdrehen bei 120—150° röstet, bis sich die Samenschalenmit den Fingern leicht ablösen lassen. Hierauf werden die Samen, nach Absonderungder Schalen, in einem eisernen Mörser, welcher auf 3 in ein Viereck gestellten Mauer-steinen steht und durch Unterlegen glühender Kohlen anhaltend auf 60—80° C. warmgehalten wird, durch anhaltendes Reiben mit dem Pistill präparirt, bis eine gleich-massige, fast fliessende, zwischen den Fingern kaum fühlbare zarte Masse entsteht.Diese bringt man in einen Sack von dichtem, hänfenem Zeuge und presst zwischen denerwärmten Pressplatten mit nur sehr allmählich -verstärktem Druck. Hierbei ist einePresse mit hohlen und durch heisses "Wasser anhaltend zu erwärmenden Pressplattenganz besonders geeignet, die Arbeit zu erleichtern und die Ausbeute zu vermehren.Das Oel wird durch ein zuvor gut ausgetrocknetes Filter, unter Benutzung einesTrichterwärmers, wie solcher Seite 181 erwähnt ist, filtrirt. Die Ausbeute beträgt 30bis 35 Procent der in Arbeit genommenen Cacaosamen. Die rückständige Cacaomassewird nach dem Erkalten gepulvert und durch ein Pulversieb geschlagen als entöltesCacaopulver verbraucht. Durch Eingiessen des im Wasserbade geschmolzenen Cacao-öles in Blechkapseln bringt man dieses in Tafelform.
Eigenschaften. Frisch gepresst ist Cacaobutter von gelblicher Farbe, imVerlaufe der Aufbewahrung wird die Färbung immer heller. Sie ist bei ge-wöhnlicher Temperatur noch spröde, schmilzt aber schon bei 31—32° zu einerklaren Flüssigkeit, wird daher bei Blutwärme flüssig. Geruch und Geschmacksind angenehm, an Cacao erinnernd. Sie löst sich klar in Aether, Petrolätherund Chloroform, schwieriger in Weingeist. Das spez. Gew. bei 15° ist 0,965bis 0,975.
Säurezahl 1 ) = 1—2; Köttstorfer-Zahl = 200; Jodzahl = 35—37.
Ihrer chemischen Zusammensetzung nach ist die Cacaobutter (P. Graf,Arch. Pharm. 1888, 830) ein Gemenge von Glyceriden der Oelsäure, Stearin-säure, Palmitinsäure, Laurinsäure. Ausserdem enthält sie geringe Mengen freierSäuren (darunter Ameisensäure, Essigsäure, Buttersäure), ferner Cholesterin.Nach Hazura ist auch Linolsäure C ]8 H 32 0 2 als Glycerid vorhanden. Die von
') Nach E. Dieterich (Helfenberger Annal. 1887,das Filtriren erheblich zu.
nimmt die Säurezahl durch