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2 (1892)
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325
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Oleum Anisi.

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kungen in ihren spezifischen Gewichten, die bei einigen Oelen zwar ziemlich beträcht-lich, in den meisten Fällen aber nur gering sind. Da nun die Verfälschungsmittel inden seltensten Fällen mit den Fälschungsobjekten die gleichen spezifischen Gewichtehaben, so wird man durch Abweichungen von dem Normalgewicht auf fremde Zusätzeaufmerksam. Die Bestimmung geschieht zweckmässig mit der Mohr'schen Wage,oder vermittels eines kleinen Pyknometers. Aräometer sind zu wenig genau.

Die Ermittelung der Siedetemperatur und die bei einzelnen Temperatur-intervallen übergehenden Quantitäten können bei der Prüfung werthvolle Dienste leisten.Bei chemisch einfachen Oelen, wie beispielsweise Karvol und Senföl, ist neben derBestimmung des spezifischen Gewichtes diejenige des Siedepunktes fast die einzig noth-wendige Untersuchung. Bei der Ausführung der Destillation ist zu berücksichtigen,dass die meisten Oele etwas Wasser aufgelöst enthalten, welches zuerst entweicht. Manmuss daher mit der Ablesung des Thermometerstandes so lange warten, bis allesWasser aus dem Fraktionskölbchen übergegangen ist. Im Rückstande verbleiben stetsgeringere oder grössere Mengen von Zersetzungsprodukten.

Im Allgemeinen wird man von der Siedetemperaturbestimmung wegen des damitverbundenen Materialverlustes absehen können und sie nur dann zur Anwendungbringen, wenn es sich um die Ermittelung eines Fälschungsmittels handelt, das inseinem Siedepunkt beträchtlich von dem des verfälschten Oeles abweicht, also wennbeispielsweise der Nachweis von Terpentinöl in einem hochsiedenden Oele, wie Nelkenöl,Zimmtöl etc. geführt werden soll.

Charakteristisch für viele ätherische Oele ist ihr optisches Drehungsver-mögen, dessen Bestimmung zur Beurtheilung der Reinheit bei einzelnen Oelen ganzvortreffliche Anhaltspunkte giebt. Da jedoch nur die wenigsten Apotheker im Besitzeines Polarisationsapparates sind, so soll an dieser Stelle nicht näher darauf eingegangenwerden.

Die Fälligkeit, bei niedriger Temperatur zu erstarren oder feste Bestandtheile aus-zuscheiden, kommt nur wenigen Oelen zu.

Die Bestimmung, der Erstammgs- oder Schmelztemperatur ist in manchen Fälleninsofern von Werth, als ein höherer Schmelzpunkt durch einen grösseren Gehalt desdas Festwerden verursachenden Körpers bedingt wird. (Siehe unter Oleum Anisi.)

Aufbewahrung der ätherischen Oele. Bei sorgloser Aufbewahrung, d. h. beinicht genügendem Abschluss von Luft und Licht, verderben die ätherischen Oele sehrschnell. Ihr Geruch wird weniger angenehm, sie werden dickflüssiger, nehmen einestark saure Reaktion 1 ) an, verändern ihre Farbe und verharzen. Man bewahrt siedaher zweckmässig an einem schattigen kühlen Orte, in nicht grossen, möglichst ge-füllten, mit guten Korkstopfen geschlossenen Glasflaschen auf. Die Vorräthe imDispensirlokale befinden sich in kleinen Flaschen mit eingebrannter Schrift, bei denenein geeigneter Halsrand das Abgiessen in einzelnen Tropfen erlaubt. Sie sind vonfarblosem Glase und stehen am besten in einem besonderen Schranke, in welchen dasTageslicht nicht eindringen kann, im anderen Falle müssen die Flaschen aus gelbemoder braungelbem Glase bestehen.

Eine weitere Vorsicht erfordert, eine neue Sendung nicht zu dem alten Rest zuzu-giessen. Dieser ist vielmehr in ein besonderes Fläschohen zu füllen und das Stand-gefäss mit dünner Natronlauge und Wasser, schliesslich mit Weingeist zu reinigen, dannnach dem Austrocknen das frisch angekommene Oel in die völlig erkaltete Flasche ein-zugiessen und diese mit einem neuen Kork zu versehen.

') Fast alle ätherischen Oele zeigen auch im frischen Zustande eine schwach saureReaktion, welche durch die Anwesenheit niederer Fettsäuren, — meist Essigsäure —,hervorgerufen wird.