Liquor Aminonii acetici.
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Aufbewahrung. Dieselbe erfolge, an einem kühlen Orte in gut ver-schlossener Flasche. Ausscheidungen an den Gefässwandungen, welche sichbei längerer Aufbewahrung bilden, bestehen ausAluminium-'/s-Acetat, krystalliuischeAusscheidungen aus Calciumsulfat. Bisweilen koagulirt die Lösung trotz allerbei der Darstellung und Aufbewahrung angewendeten Sorgfalt. In solchen Fällenhat man es mit einer andern Sorte Aluminiumsulfat zu versuchen, event. einanderes Calciumcarbonat anzuwenden.
Anwendung. Alumimumacetatlösung hat antiseptische und desinficirende Eigen-schaften und zeigt örtlich und entfernt die nämlichen Wirkungen wie Alaun (s. Band I.S. 244). Man wendet sie an zur Conservirung von Leichentheilen, ferner äusserlichzum Verbände schlecht eiternder Wunden (1:5 — 20 Aq.), bei Gonorrhoe und anderenAusflüssen, bei Fussschweiss, als Mundwasser (1: 30). Innerlich nur selten, alsdannmehrmals täglich einige Tropfen, am besten in Sirup.
Technisch dient Alumimumacetatlösung als Beize, zum Färben von Gewebenund zum Wasserdichtmachen von Zeugstoffen.
Liquor Ammoiiii acetici.
Ammoniumacetatlösung; Essigsaure Ammoniumflüssigkeit; Minderer's Geist;Liquor s. Spiritus Minderen; Acetate d'ammoniaque liquide; Esprit de Mindererus;
Acetate of ammonia.
5 Theile Ammoniakflüssigkeit werden mit 6 Theilen verdünnterEssigsaure gemischt, in einer Porzellanschale erhitzt und währendeiniger Minuten im Sieden erhalten. Nach vollständigem Erkalten wirddie Mischung mit Ammoniakflüssigkeit neutralisirt, filtrirt und mit dererforderlichen Menge Wasser auf ein spez. Gewicht von 1,032 bis 1,034verdünnt.
Klare, farblose, vollkommen flüchtige, neutrale oder kaum saure
Flüssigkeit, in 100 Theilen 15 Theile Ammoniumacetat enthaltend. —
Sie werde weder durch Schwefelwasserstoffwasser, noch durch Baryum-
nitratlösung verändert, noch, nachdem sie mit Salpetersäure angesäuert
worden, durch Silbernitratlösung mehr als opalisirend getrübt.
Geschichtliches. Minderer, kaiserlicher und kurfürstlicher Leibarzt (-j- 1621 zuAugsburg), brachte dieses unschuldige Mittel in grossen Kuf. Boerhaave lehrte es(1782) aus Ammoniumcarbonat und Essigsäure bereiten. Seit Anfang dieses Jahr-hunderts wurde diese Ammoniumacetatlösung durch einfache Mischung von Salmiakgeistmit verdünnter Essigsäure dargestellt.
Darstellung. Da beim Mischen von Ammoniak mit Essigsäure erheblicheWärme entwickelt wird, wodurch Ammoniak gasförmig entweicht, so führt mandie Mischung nicht in einer Schale, sondern in einem Kolben oder in einerFlasche aus und zwar giesst man die Essigsäure in kleineren Antheilen in dieAmmoniakflüssigkeit ein. Bei grösseren Mengen ist das Mischungsgefäss durchEinstellen in kaltes Wasser zu kühlen.
Die fertiggestellte Mischung, welche schwach saure Reaktion besitzt, sollin einer Porzellanschale erhitzt und etwa 5 Minuten im Sieden erhalten werden.Dies hat den Zweck, theerartige Substanzen (Empyreuma), welche entweder dieEssigsäure oder die Ammoniakflüssigkeit verunreinigen, zu entfernen (nach demVorschlage von Biltz). Nach dem völligen Erkalten wird die Lösung durchZusatz von Ammoniakflüssigkeit so neutralisirt, dass sie empfindliches Lackmus-