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Liquor Aluminn acetici.
Calciumsulfat und vielleicht Aluminiumsulfat. Sie ist farblos, sauer reagirend,von schwachem Essigsäuregeruch, starkem adstringirendem Geschmacke und von1,044—1,046 spez. Gew. In der Siedehitze scheidet die Flüssigkeit ein basischesAcetat C/3-Acetat) ab. Mit Weingeist gemischt, geht das 2 / 3 Acetat in neutralesoder 3 / 3 -Acetat unter Abscheidung von Aluminiumhydroxyd über. Ein Theil desneutralen Salzes wird gelöst, ein geringerer Theil scheidet sich unlöslich aus.Beim Eindunsten der Lösung unter 38° hinterbleibt 2 / 3 -Acetat als durchsichtigeMasse, welche in Wasser, besonders nach Zusatz von etwas Essigsäure, wiederlöslich ist. Wurde die oben angegebene Temperatur überschritten, so löst sichder Eückstand nicht mehr in Wasser.
Das Aluminium- 2 / 3 -Acetat entspricht der Formel Al 2 (C 2 H 3 0 2 ) 4 (OII) 2 . Mole-kular-Gewicht 324,8.
Prüfung. Dieselbe ist zunächst eine physikalische. Die Aluminiumacetat-lösung sei farblos (Gelbfärbung könnte von Eisen herrühren), klar, riecheschwach nach Essigsäure und schmecke süsslich-sauer, adstringirend, das spez.Gew. sei 1,044—1,046. In einen Reagircylinder giebt man 5 ccm der Flüssigkeitund 0,1 gr gepulvertes Kaliumsulfat, schüttelt und stellt in ein Wasserbad. lieberfreier Flamme zu erhitzen ist nicht rathsam, denn die Aluminiumacetatlösung istein schlechter Wärmeleiter, so dass bei starker Erhitzung über freier Flamme dieFlüssigkeit plötzlich aus dem Cylinder herausgeschleudert werden kann. Nach5 Minuten währender Einwirkung des siedendheissen Wassers erstarrt der Cylinder-inhalt zu einer weisstrüben Gallerte, welche beim Erkalten wieder klar und flüssigwird. Stellt man dieselbe wiederum in das Wasserbad, so gerinnt sie wiederum,bleibt aber erkaltend weisslich trübe und zum Theil gelatinös starr. DieseReaktion ist als eine Identitätsreaktion anzusehen, welche zeigt, dass in derThat das Aluminium- 2 / 3 -Acetat vorliegt. Wie Kaliumsulfat wirken auch andereSalze, z. B. Natriumacetat und Natriumchlorid.
Man vermische 10 ccm des Präparates mit 20 ccm Schwefelwasserstoffwasser:Die Mischung muss klar und ungefärbt sein; ein weisser Niederschlag" würdeZinksalze, eine dunkle Färbung Kupfer- oder Bleiverbindungen anzeigen.
Man vermische 5 ccm des Präparates mit 10 ccm Weingeist. Es darfsofort nur eine geringe Opalescenz, kein eigentlicher Niederschlag entstehen,welcher die Anwesenheit von Aluminium-'/ 3 -Acetat anzeigen würde.
Zur Bestimmung des Gehaltes an Aluminiumoxyd wäge man 10 grdes Präparates in ein Becherglas, verdünne mit 100 ccm Wasser, fälle kalt miteinem Ueberschuss von Ammoniak und erhitze die Flüssigkeit so lange, bisder Ammoniakgeruch verschwunden ist. Alsdann filtrirt man, wäscht den Nieder-schlag, und glüht ihn, nach dem Trocknen, bei sehr allmählich gesteigerterFlamme bis zu constantem Gewicht.
Da 102 Th. Al 2 0 3 = 324 Th. Al 2 (OH) 2 (CH 3 C0 3 ) 4 voraussetzen, so ent-
sprechen
0,25 gr Al 2 0 3 = 0,794 gr Aluminium- 2 / 3 -Acetat,0,30 gr - = 0,953 gr Aluminium- 2 / 3 -Acetat.
Dies würde einem Gehalte von 7,94—9,53 Proc. Aluminium- 2 / 3 -Acetat ent-sprechen. Da dies mit der im Text gemachten Anforderung von 7,5—8 Proc.nicht ganz stimmt, da ferner rechnungsmässig bei einem Gehalte von 7,5 bis8 Proc. Aluminium- 2 / 3 -Acetat aus 10 gr der Lösung = 0,237—0,253 Aluminium-oxyd zu erhalten sind, so wird man sich schon mit 0,23—0,25 gr Aluminium-oxyd begnügen müssen.
Die Prüfungsvorschriften können dahin ergänzt werden, dass durch Chlor-baryumlösung ein nicht zu starker, durch Ammoniumoxalatlösung nur ein höchstgeringer Niederschlag entstehen darf, womit also gesagt ist, dass Sulfate nur inmassiger Menge, Calciumsalze nur in sehr geringen Mengen anwesend seindürfen.