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2 (1892)
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183
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Liquor Aluminii aoetici.

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keit mit Hülfe eines Hebers ab, bringt den erheblichen Niederschlag in einenSpitzbeutel oder ein dichtes Tuch von Leinen und entzieht ihm durch Pressen,aber ohne auszuwaschen, so viel Flüssigkeit als möglich. Die vereinigtenKolaturen lässt man mehrere Tage an einem kühlen Orte absetzen und filtrirtsie alsdann.

Handelt es sich darum, Aluminiumacetatlösung in grösseren Mengenwohlfeil darzustellen, ohne dass es, wie z. B. in der Veterinärpraxis, aufbesondere Reinheit ankommt, so kann man eine billigere Sorte Calciumcarbonat,auch gepulverten weissen Marmor, benutzen.

Chemie. Man kennt ein neutrales Aluminiumacetat und 2 basische Aluminium-acetate:

AI, (CH 3 C0 3 ) G

(neutr.) Aluminium- 3 / 3 -Acetat

AI,. (OH), (GH, C0 2 ) 4

(basisches) Aluininium- 2 / 3 -Acetat

AI, (0H) 4 (CH 3 CO,),

(basisches) Aluminium- 1 ^-Acetat,

welche man nach dem Gehalt an Essigsäure als 3 / 3 -, 2/3- und '/j-Aluminiumacetatezu unterscheiden pflegt.

a) Neutrales Aluminiumacetat, AI, (CH 3 C0 2 ) 6 , erhält man durch Umsetzenvon Aluminiumsulfat mit Baryumacetat oder durch Auflösen von Aluminiumhydroxyd inder berechneten Menge Essigsäure. Es ist nur in wässeriger Lösung bekannt. BeimEindunsten der Lösung bilden sich basische Acetate von verschiedener Zusammen-setzung; beim Eindunsten unterhalb' 38° hinterbleibt ein gummiartiger Rückstand,welcher wahrscheinlich dem Aluminium- 2 /3-Acetat entspricht; beim Kochen der Lösungdes neutralen Salzes scheiden sich unlösliche basische Aluminiumacetate, vielleichtAI, (0H) 4 (CH 3 C0 2 ) 2 ab.

b) Aluminium- 2 / 3 -Acetat, AI, (OH), (CH 3 C0 2 ) 4 , welches in dem Liquor Aluminü aceticigelöst ist, erhält man durch Verdunsten desselben unterhalb 38° als hornartige Masse,welche in Wasser, namentlich auf Zusatz von etwas Essigsäure, löslich ist. — Diewässerige Lösung erhält man ausser nach der Vorschrift des Arzneibuches durch Auf-lösen von Aluminiumhydroxyd oder basischem Aluminium(-73-)Acetat in berechnetenMengen Essigsäure. Die wässerige Lösung scheidet beim Erhitzen (über 38") unlöslicheAluminiumacetate z. B. Al 2 (OH) 4 . (CH 3 CO,), ab.

c) Aluminium-'/ 3 -Acetat, Al 2 (OH) 4 (CH 3 CO,),, scheidet sich beim Erhitzen oderEindampfen der Lösungen von a und b als unlöslicher Niederschlag ab.

Der chemische Vorgang bei der Darstellung lässt sich durch nachfolgendeGleichung ausdrücken:

A1,(S0 4 ) 3 + 18H,0

Aluminiumsulfat

666,83[CaS0 4 .2H,0]

Calciniusulfat

+ 3CaC0 3

Calciumcarbonat

3 x 100 = 300AI, (OH), (CH 3 CO,) 4

Aluminium- 2 / 3 -Acetat

4(CH 3 CO,H) =

Essigsäure

4x60 = 240

+

3 CO,

Aqua.

Aus dieser Gleichung ist Folgendes zu ersehen: Die vorhandenen 4 Mol.Essigsäure reichen nur zur Zersetzung von 2 Mol. Calciumcarbonat aus, welchein Calciumacetat umgewandelt werden. Das letztere wirkt sofort auf -J 3 desvorhandenen Aluminiumsulfates unter Bildung von Aluminiumacetat ein. DerRest des Aluminiumsulfates wird durch das noch vorhandene dritte Mol. Ca C0 3in Aluminiumhydroxyd übergeführt. Die Zahlen des Arzneibuches tragen denpraktischen Verhältnissen Rechnung. Nach der obigen Gleichung würden zurZersetzung von 30 Th. Aluminiumsulfat 13,5 Th. Calciumcarbonat erforderlichsein. Das Arzneibuch schreibt nur 13 Th. vor, weil das zu verwendendetechnische Aluminiumsulfat niemals völlig rein ist. Für 130 Th. Calciumcarbonatwürden im Sinne der obigen Gleichung nur 10,4 Th. Essigsäure (= 34,7 Th.Acid. acetic. du.) erforderlich sein, während das Arzneibuch 10,8 Th. Essigsäure(== 36 Th. Acid. acetic. du.), also einen kleinen Ueberschuss vorschreibt, jeden-falls um die Bildung von Aluminium-Yj-Acetat mit Sicherheit zu vermeiden.

Eigenschaften. Die offizineile Aluminiumacetatflüssigkeit ist eine wässerigeLösung des amorphen Aluminium- 2 / 3 Acetates, welches darin zu 7,5—8,0 Proc.enthalten ist; ausserdem enthält sie noch geringe Mengen von Calciumacetat,