Druckschrift 
2 (1892)
Entstehung
Seite
178
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

m

Linimenta. — Linimentum ammoniato-camphoratum.

|

v

Ldnimenta.

Linimente; Liniments.

Diese zum äusserlichen Gebrauche bestimmten, in der Hegel fetteOele oder eine Seife enthaltenden Mischungen sollen bezüglich der Kon-sistenz in der Mitte stehen zwischen den eigentlichen Salben und dendickflüssigen fetten Oelen. Eine Ausnahme hiervon bildet der Opo-deldok.

Die Linimente müssen gleichmässige Mischungen darstellen.

Das Wort „Linimentum" stammt von „linire" = einreiben, salben, undbedeutet ein zum äusserlichen Gebrauche dienendes Arzneimittel von mehr oderweniger dickflüssiger Beschaffenheit.

Man benutzt die Linimente zu Einreibungen in die Haut gesunder oderkranker Körpertheile, zum Ueberstreichen derselben, auch zu Verbänden. —Die wesentlichen Bestandteile in den Linimenten bilden in den meisten Fällenfette Oele, ausser diesen noch Gummischleim, natürliche Balsame, Seifen, con-sistentere Fette, welche mit Glycerin, ätherisch - öligen, weingeistigen oderwässerigen Flüssigkeiten (auch mit Hilfe von Eigelb) so verbunden werden, dasssie eine homogene, dickflüssige Mischung bilden.

Basische Substanzen wie Ammoniakflüssigkeit, Kalkwasser, Bleiessig bildenmit fetten Oelen Linimente dadurch, dass ein Theil des Fettes -verseift wird unddass die gebildete Seife den übrigen Theil des Fettes in emulsionartiger Ver-theilung hält.

Die Wichtigkeit der alkalischen, insbesondere der Seifen enthaltendenLinimente beruht darauf, dass sie die eingeriebenen Hautparthien reizen, er-weichen und zur Resorption etwa beigemengter medikamentärer Substanzen ge-eignet machen. Jodkalium z. B. wird von der Haut sehr viel leichter resorbirt,wenn Seifen, als wenn Fette allein die Grundlage der Einreibung bilden. —Die Seifen tragen zur Resorption besonders dadurch bei, dass sie die sebuni-artigen Massen (Hauttalg), welche die Epidermis durchsetzen und die Drüsen-mündungen der Hautdecken ausfüllen, lösen und so ein Eindringen der Arznei-substanzen in tiefere Schichten ermöglichen. Ausserdem aber wird die Hautdurch den von der Seife ausgeübten Reiz in einen hyperämischen Zustand ver-setzt, welcher gleichfalls den Uebergang der Arzneisubstanzen in das Blut be-günstigt.

Üebrigens wird gegenwärtig das Wort „Liniment" für eine grosse Anzahl vonMischungen benutzt, welche zum äusserlichen Gebrauche bestimmt sind, ohnedass sich bestimmte Grundsätze für diese Bezeichnung erkennen lassen.

Linimentum ammoniato-camphoratum.

Flüchtiges Kampherliniment; Linimentum camphoratum; Liniment camphre;Liniment of camphor.

3 Theile Kampheröl, 1 Theil Mohnöl, 1 Theil Ammoniak-flüssigkeit werden durch Schütteln zu einem gleichmässigen Linimentvereinigt.