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2 (1892)
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174
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Lignum Quassiae.

Handelswaare. Seiner grossen Härte wegen bezieht man das Guajakholzgeraspelt (Rasura lir/ni Guajaci, Lignum Guajaci raspatum), wennschon das Arznei-buch diese Waare nicht ausdrücklich erwähnt. Man hat aber darauf zu achten,dass nicht zu viele Spähne des hellfarbigen Splintes untergemengt sind. Manerkennt sie bei genauer Betrachtung, da das frisch geraspelte Kernholz bräun-lich, später an der Oberfläche grünlich ist (in Folge der Färbung des Harzes[s. oben]), wogegen der Splint gelb gefärbt ist. Zur genaueren Bestimmunglöst man 5,0 gr ausgetrocknetes Kochsalz in 15,0 gr Wasser (spez. Gew. derLösung 1,191) und schüttelt mit dieser Lösung 5,0 gr der Drehspähne desHolzes. Hie Spähne des Kernholzes sinken dann zu Boden, während die desSplintes oben auf schwimmen.

Anwendung. Guajakholz gilt als Stimulans (Reizmittel), Sudorificum und Depu-rativum. Es soll den Stoffwechsel befördern. Man wendete es in der Abkochung gegensyphilitische, scrophulöse, gichtischo, rheumatische Leiden, bei gestörtem Hämorrhoidal-fluss etc. an. Die wirksamen Bestandteile sind in dem Harze des Holzes vereinigt,daher kommt meist nur Resiua Guajaci zur Anwendung. In der wässerigen Abkochungfehlt der wirksame Bestandtheil, das Harz. Ein geringer Zusatz von Kalium- oderNatriumearbonat würde die Abkochungen wirkungskräftiger machon. Es ist ein Be-standtheil der Specks lignorum. Seiner grossen Härte wegen ist es das beste Materialzur Herstellung von Kegelkugeln.

Lignum Quassiae.

Quassiaholz; Quassia; Bitterholz; Fliegenholz; Bois amer; Bois de Quassia ou deSourinam; Quassia wood; Bitter wood.

Zerkleinertes Holz und Rindenstücke von Quassia amara und Picraenaexcelsa. Das Holz beider Bäume ist weisslich, gut spaltbar und lässtauf dem Querschnitte unter der Lupe Jahresringe und Markstrahlen er-kennen. Der Geschmack ist rein und anhaltend bitter. Das Holz derQuassia amara ist dicht, die höchstens 2 mm dicke, spröde Rinde vongelblichbrauner bis grauer Farbe, die Innenfläche blauschwarz gefleckt.Das Holz der Picraena excelsa ist lockerer, sehr schwach gelblich; diebis 1 cm dicke braunschwarze Rinde ist gut schneidbar und brichtfaserig. Die fein längsstreifige, braungraue Innenfläche derselben zeigtgewöhnlich ebenfalls blauschwarze Flecke.

Geschichtliches. Die ältesten Nachrichten über das Quassiaholz stammen aus demEnde des 17. Jahrhundorts; angewendet wird es etwa seit der Mitte des 18. Jahr-hunderts. Den Namen Quassia soll es von einem Neger Quassi erhalten haben, durch denDahlberg 1760 einen blühenden Simaruba-Zweig erhielt. Zu Anfang stand die An-wendung als Fiebermittel im Vordergrund.

Abstammung. Quassia amara L. fil., Familie der Simarubaceae, bis 3 m hoherBaum oder Strauch mit dreizählig oder zweijochig unpaarig gefiederten Blättern undschön rothen, zu ansehnlichen Trauben geordneten Blüthen. Heimisch von Surinam bisPanama, im nördlichen Brasilien und auf den Antillen. (Fig. 77.)

Picraena excelsa Lindl. (Quassia Swartz, Simaruba DC, Picrasma J. E.Planch.), Familie der Simarubaceae, bis 20 m hoher Baum mit fünfjochigen Blätternund zu ansehnlichen Rispen geordneten, blassgrüngelblichen, unscheinbaren Blüthen.Heimisch auf Jamaica und den kleinen Antillen, besonders Antigua und St. Vincent.

Die erste Pflanze liefert das Quassiahole von Surinam (Lignum Quassiaesurinamense), die zweite das Quassiaholz von Jamaica (Lignum Quassiae j amai-cense). Das Arzneibuch lässt beide Sorten zu.