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Lignum Guajaci.
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Beschreibung. Das Guajakholz kommt in über 30 cm dicken, oft centner-schweren Blöcken und Aststücken in den Handel, welche der sehr spröden Eindeberaubt sind. Das Holz besteht aus schwärzlich grünem Kernholz und ver-hältnissmässig schwachem, hellfarbigem Splint. Das Kernholz ist sehr schwerund dicht (spez. Gew. 1,3). Auf dem Querschnitte erkennt man concentrischeZonen, die aber keine Jahresringe sind. Das Holz ist schlecht spaltbar undvon dickeren Querscheiben lassen sich in der Richtung der concentrischen Zonennur mit Mühe zackige, splitterige Platten absprengen. Diese Eigenthümlichkeithat ihren Grund in dem nicht geraden, sondern eigenthümlich wellenförmigenVerlauf der Holzbündel, die in der tangentialen Ebene Curven beschreiben. (Fig. 76.)
Die weiten derbwandigen Gefässe des Holzes sind meist isolirt und von spär-lichem Holzparenchym begleitet, das ausserdem in deutlichen Querreihen vorkommt.Die Hauptmasse des Holzes wird von stark verdickten Holzfasern gebildet. Die Mark-strahlen sind einreihig und sehr zahlreich. Die Parenchymzellen enthalten Oxalat-
Fig. 75. Guajacum officinale L., 1. Samenknospe
und innere Eihülle. 2. Same, längs durchschnitten.
3 reife Frucht. 4 blühender Zweig. 5 Blüthe längs
durchschnitten. (Nach Karsten.)
Fig. 76. Lign. Guajaci.
Querschnitt, s Splint.
k Kernholz.
krystalle, ausserdem alle Elemente (des Kernholzes), Harz. Das Holz riecht, namentlichbeim Erwärmen, angenehm benzoeartig und schmeckt kratzend, dem Splinte fehlt derGeschmack.
Bestandteile. Die Gefässe der inneren Theile des Splintes, sowie die Gefässe,Markstrahlen und Holzfasern des Kernholzes enthalten Harz, meist in Form bräun-licher oder rothgelber Tropfen oder Körner. In geringer Menge scheidet es sich auchauf Spalten im Holz aus. Flückiger fand im Kernholze 22,02 Proc, im Splint2,85 Proc. Das fabrikmässig dargestellte Harz (Resina Guajaci PL G. I) hat ein spez.Gew. von 1,23—1,24, es schmilzt bei 85° mit schwachem Benzoägeruch. Löslich inAether, Alkohol, Amylalkohol, Chloroform, Alkalien, Kreosot, Nelkenöl, in anderenätherischen Oelen, Benzol und Schwefelkohlenstoff nicht oder schwer löslich. OxydirendeReagentien färben es schön grün oder blau (daher die vom Arzneibuch angegebeneReaktion mit Ferrichlorid), reducirende Reagentien sowie Erwärmen bewirken Entfär-bung. Es enthält Guajakonsäure 70,3 Proc, Guajakharzsäure 10,5 Proc, Guajak-Beta-Harz 0,8 Proc, Gummi 3,7 Proc, Asche 0,8 Proc, Guajaksäure, Farbstoff (Guajakgelb),Unreinigkeiten 4,9 Proc Flückiger erhielt aus dem Splint 0,91 Proc. Asche, ausdem Kernholz 0,(3 Proc, die Asche des Splintes ist reich an Phosphorsäure. — Früherstellte man aus dem Holze durch trockene Destillation das Ol. ligni sancti oder Guajacendar, das wässerige Destillat nach Entfernung des Oeles hiess Spiritus Guajaci.