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2 (1892)
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172
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Lignum Guajaci.

säure, C, 8 H] 6 O ]0 , oder Ceratrin, besonders in der Rinde; sie bedingt den bitterenGeschmack, krystallisirt in Nadeln; Lichenostearinsäure, C 14 H 34 0 3 , zu 1 Proc.bildet rhombische Tafeln.

Asche ist nur 1 Proc. vorhanden.

Verfälschungen. Absichtliche Verfälschungen kommen nicht vor, dagegenlinden sich oft Cladoniaarten untermischt. Dieselben sind aber leicht anden nicht verbreiterten, sondern fast fadenförmigen Thallusästen und ebensolchenverzweigten Endigungen zu erkennen. Cetraria nivalis Ach. kommt ebenfalls öfterunter der Handelswaare vor. Sie hat im Habitus Aehnlichkeit mit C. islandica,ist jedoch schwefelgelb oder bläulich grün, nur 58 cm hoch und die Scheibender Apothecien sind gelblich fleischfarben.

Anwendung. Isländisches Moos ist ein tonisch bitteres und reizmilderndesMittel. Erstere Eigenschaft beruht auf der Cetrarsäure, die reizmildernde und zugleichnährende Eigenschaft auf der Flcchtenstärko und dem Dextrolichenin. Die entbitterteDroge ist daher der tonischen Wirkung beraubt.

Lignum Guajaci.

Guajakholz; Pockholz; Franzosenholz; Lignum sanctum, benedictum, vitae; Bois de

Gayac; GaTac; Pockwood.

Geschnittene oder durch Abdrechseln gewonnene Stücke des Holzesvon Guajacum officinale, vorzugsweise des Kernholzes. Es sinkt imWasser unter, lässt sich nicht gerade spalten und nicht leicht schneiden,es ist krummläufig faserig, von gelbbräunlicher, an der Oberfläche oftgrünlicher Farbe. Der aromatische Geruch tritt beim Erwärmen deutlicherhervor; der Geschmack ist etwas kratzend. Weingeist, den man mitetwas Guajakholz schüttelt, hinterlässt nach dem Verdunsten einen gelb-bräunlichen Rückstand, welcher, mit einer Auflösung von Eisenchloridin 100 Theilen Weingeist benetzt, vorübergehend eine schön blaue Farbeannimmt.

Geschichtliches. Das WortGuajak" ist westindischen Ursprungs. Die Anwendungdes Holzes lernten die Spanier wahrscheinlich Ende des 15. Jahrh. kennen; es erwarbsich bald einen ungeheuren Ruf gegen die Syphilis (daher Franzosenholz), über welcheVerwendung zahlreiche Schriften, z.B. von Ulrich von Hütten, verfasst wurden.Eine Beschreibung des Baumes lieferte Fernandez de Oviedo schon 1514.

Abstammung. Guajacum officinale L., Familie der Zygophylleae. ImmergrünerBaum, bis 13 m hoch, mit 23 paariggefiederten Blättern, die Fiedern eiförmig odereiförmig länglich, Blüthen hellblau, zu 6 bis 10 in Dolden zusammenstehend. Fruchteine zweifächerige, breit verkehrt herzförmige, von den Seiten zusammengedrückte Kapsel,jedes Fach mit einem Samen. (Fig. 75.) Heimisch auf vielen westindischen Inseln (z. B. Haitiund Jamaica) und an der Nordküste von Südamerika.

Ausser dem genannten Baume liefert, wenn auch seltener, Guajacum sanctum L.einen Theil der Droge. Die Blättchen dieses letzteren Baumes sind kurz bespitzt,schief eiförmig oder länglich, oft rhombisch, sie setzen in 34 Paaren das Blatt zu-sammen. Frucht fünffächerig und fünfflügelig. Heimisch im südlichen Florida, auf denBahamas und auf einem Theil der Antillen. Es wird besonders aus Santo Domingo,Port-au-Prince, Venezuela und Columbien ausgeführt. Die Bahama-Inseln liefern Holzvon Guajacum sanctum. Die Haupthandelsplätze in Europa sind London, Havreund Hamburg.