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2 (1892)
Entstehung
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171
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Liehen islandicus.

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zieht sie Gebirgswälder vor. Sie gehört zur alten Klasse der Flechten, die jetzt zurGruppe der Ascomyeoten unter den Pilzen gerechnet wird.

Beschreibung. Cetraria islandica Ach. bildet einen bis 10 cm hohen aul-rechten oder aufsteigenden Thallus, der etwas rasenartig entwickelt ist.

Die Stammpflanze tritt in mehreren Varietäten auf, ist auch je nach derMenge des in dem Thallus enthaltenen Wassers von verschiedenem Aussehen.

Frisch ist sie häutig lederartig, auf der dem Lichte ausgesetzten Seiteolivengrün oder weissgrün, mit den vom Arzneibuch erwähnten vertieften Fleckchenund röthlichen Punkten, welche letzteren aber nicht immer vorhanden sind.

Die einzelnen Zweige des Thallus sind gabelig gelappt und im trockenenZustande mehr oder weniger mit den Rändern umgerollt, wodurch rinnige undröhrige Formen entstehen.

Die eine der beiden wichtigsten Formen, welche als Var. crixpa Ach. bezeichnetwird, hat schmale Thalluslappen, welche stark verzweigt, verbogen und kraus, mit zu-sammengeneigten Rändern und dichten Fransen am Rande versehen sind.

Var. subtubulosa Fr. hat ebenfalls schmale Thalluslappen, welche durchweg röhrigeForm angenommen haben.

Die bei einer Anzahl von Flechten neuerdings (zuerst von Stahl, Jena, 1874)festgestellten geschlechtlichen Fortpflanzungsorgane finden sich auch bei Cetraria islan-dica, wenigstens in ihrer männlichen Form, den Spermogo nien. Diese sitzen alscylindrische Körper in den Fransen des Randes. Das weibliche Organ, Carpogon,ist noch nicht aufgefunden.

Das Produkt des Geschlechtsaktes, die Apothocien oder Becher, das sporen-erzeugende Organ, sitzt als rundliche berandete Vertiefung an dem Rande der Thallus-lappen, von anfangs grünlicher, dann brauner Farbe. An vielen Exemplaren fehlt es völlig.

Das anatomische Bild zeigt an beiden Seiten des Thallus eine deutliche Rinden- .Schicht aus kurzen dicken, fast ohne Zwischenräume mit einander verflochtenen Hyphen,welche den Eindruck eines Phanerogamengewebes machen. Sie löst sich durch Säurenoder Kochen in Wasser ab, bis auf einen inneren Theil, den man auch wohl als besondereSchicht, Innenrindo oder Mittelschicht bezeichnet hat. Wenn der Schnitt zugleich durchein Apothecium geht, fehlt hier die Rindenschicht auf der entgegengesetzton Seite undist durch die subhymeniale Schicht ersetzt, aus der die Sporenschläuche mit den Sporenund die zwischen denselben stehenden Paraphysen entspringen.

Zwischen beiden Theilen liegt das Mark, aus Hyphen mit grossen Luftlückengebildet.

Oft wuchert die Markpartie an einzelnen Stellen durch die Rinde hindurch undbildet, da die grossen Luftlücken dem unbewaffneten Auge hell erscheinen, die charak-teristischen weissen Flecke des Laubes.

In diese Markhyphen eingebettet liegen die chlorophyllhaltenden Elemente derFlechte, die Gonidien, welche nach Schwendoner's jetzt allgemein anerkanntenUntersuchungen einzellige Algen sind. In diesem Falle sind die Gonidien die AlgeCystococcus humicola Näg., welche mit den chlorophyllfreien Hyphen, den pilz-artigen Elementen der Flechte, ein symbiotisches Wesen bildet.

Bei Cetraria islandica liegen die Gonidien in bestimmten Theilen des Gewebes,nicht gleichmässig durch das ganze vertheilt, sie gehört demnach zu den geschichtetenoder heteromeren Flechten.

Handelswaare. Die Droge wird in Deutschland im Harz und auf denGebirgen Schlesiens und Thüringens gesammelt. In die Apotheken gelangt siemeist von anhängenden Erdresten, Steinen u. s. w. befreit.

Auch Norwegen, Schweden, Tyrol, die Schweiz, Spanien und Frankreichliefern Isländisches Moos.

Bestandtheile. Die Hauptmasse der Inhaltsstoffe bildet das Lichenin, Flechten-starke, mit 70 Procent. Dasselbe scheint eine Modification der Cellulose zu sein undfärbt sich mit Jod nicht blau. Es ist eine geruch- und geschmacklose, harte, durch-sichtige, brüchige Masse von der Formel C 6 H 10 O 5 .

In Begleitung derselben findet sich ein isomerer Körper, Dextro lichenin, zu11 Proc. Dieser bläut sich mit Jod. Er ist in kaltem Wasser unlöslich. Beide Stoffegeben, mit verdünnten Säuren gekocht, gährungsfähigen Zucker, worauf die Verwendungder Pflanze zur Spiritusgewinnung beruht. Daneben sind 2 Säuren vorhanden: Cetrar-