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Keratinum.
coiic. Essigsäure quillt es zunächst auf, schliesslich geht es zum bei weitem grösstenTheile in Lösung; ähnlich verhält es sich gegen Ammoniakflüssigkeit. Solche Lösungendes Keratins in Eisessig oder Ammoniakfiüssigkeit dienen zum Ueberziehen der Pillenmit einer Keratinschicht.
Die chemische Zusammensetzung des Keratins schwankt in ziemlich weiten Grenzen;von gleichfalls sehr wechselnden Mengen mineralischer Substanzen abgesehen, besteht esim Durchschnitt aus:
Kohlenstoff 50 — 52,5 Proc.Wasserstoff 6,4— 7 „
Stickstoff 16,2—17,7
Sauerstoff 20,7-Schwefel 0,7-
-25,0 Proc.- 5,0 „
Darstellung. Die Vorschrift zur Darstellung des Keratins lehnt sich andie von Gissmann (1885), E. Dieterich (1886) gegebenen an unter Bei-behaltung des Unna-Beiersdorf'schen Grundgedankens. Sie ist so eingehendgehalten, dass die Erläuterung sich auf wenige Punkte beschränken kann.
Als Rohmaterial wurden Federspulen gewählt, weil diese ein verhältniss-mässig reines und gleichmässiges Ausgangsmaterial darstellen. Im Gegensatzezu Dieterich und Gissmann, welche die Federspulen in kleine Stückeschneiden Hessen, lässt das Arzneibuch dieselben „schaben". Das hat zurFolge, dass man sehr voluminöse Massen erhält, welche, ohne zusammengepresstzu werden, in der vorgeschriebenen Menge Weingeist und Aether nicht unter-tauchen. Man ist also genöthigt, diese Massen entweder zu beschweren oderdie Menge des Lösungsmittels zu vermehren. — Das Ausziehen mit der Aether-weingeistmischung, welches die Entfernung der in den Federspulen stets enthaltenen Fettsubstanzen (Cholesterinfette) zum Zwecke hat, erfolge in einemweithalsigen Gefässe. — Durch die darauf folgende Behandlung mit salzsäure-haltiger Pepsinlösung (dieselbe stellt in den vorgeschriebenen Verhältnissen densog. „künstlichen Magensaft" dar) sollen alle hierdurch in Lösung zu bringen-den (verdaulichen) Antheile herausgeschafft werden, so dass aus dem Keratin durchden natürlichen Magensaft nichts mehr herausgelöst werden kann. — Das Auflösendes wieder getrockneten Materials in Eisessig soll durch „30stündiges Kochen"in einem Kolben am Rückflusskühler geschehen. Den letzteren kann man sehrwohl durch ein etwa 2 m langes, etwa 1 cm Durchmesser im Lichten zeigendesGlasrohr ersetzen. Zum Einsetzen des Rohres kann man Korkstopfen benutzen.Es ist nicht nöthig, bis zum stürmischen Sieden zu erhitzen; es genügt, wenndie Flüssigkeit in schwach wallender Bewegung bleibt. Dadurch erzielt manauch, dass die Korkstopfen nicht gar zu schnell von den Essigsäuredämpfenzerstört werden. Vor dem Filtriren durch Glaswolle lasse man die essigsaureLösung absetzen. Man hüte sich, während der einzelnen Operationen Essig-säuredämpfe einzuathmen. Daher ist das Eindampfen der essigsaurenLösung und das Aufstreichen des Rückstandes auf Glasplatten an einem gutventilirten Orte (Abzüge) vorzunehmen.
Eigenschaften. Das Arzneibuch hat das Keratin genügend charakterisirt.Es erübrigt sich noch darauf aufmerksam zu machen, dass der beim Erhitzenauftretende Geruch selbstverständlich derjenige nach brennendem bez. an-gebranntem oder erhitztem oder versengtem Hörn (versengten Federn) ist, dennverbranntes Hörn riecht nicht mehr. Während des Eindampfens oder Trocknensder essigsauren Keratinlösung unterliegt das Keratin jedenfalls einer theilweisenVeränderung, denn es löst sich, einmal getrocknet, nicht mehr klar in Essig-säure auf.
Aufbewahrung. Ueber dieselbe ist nichts besonderes zu erwähnen.
Prüfung. Es gebe weder an Wasser, Weingeist, Aether oder verdünnteSäuren, noch an eine mit Salzsäure angesäuerte wässerige Pepsinlösung (von derim Text vorgeschriebenen Stärke) etwas ab. Zur Prüfung auf in Wasser, Wein-geist, Aether oder verdünnten Säuren lösliche Antheile werden kleinere Mengender betreffenden Auszüge einfach in Glasschälchen eingedampft; zur Feststellung,