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2 (1892)
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Kalium tartaricum.

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(Caramel) erinnernden Geruches und verkohlt. Der Rückstand enthält neben Kohlenoch Kaliumcarbonat. Seiner chemischen Zusammensetzung nach ist-das Kalium-tartrat das neutrale Kaliumsalz der Weinsäure (s. Acid. tartariv. Band I, S. 192und Tartarus depuratus). Seine Formel') ist C 4 H 4 K 2 0 6 , sein Mol.-Gewicht = 22G.Gleich anderen Salzen der Weinsäure hat auch das Kaliumtartrat dieFähigkeit, Kupferoxyd (Eisenoxyd und andere Oxyde) in Lösung zu halten, dientz. B. zur Darstellung der Fehling'schen Lösung. S. Band I, S. 558.

Aufbewahrung. Kaliumtartrat wird in gläsernen Flaschen, gegen Luft-feuchtigkeit geschützt, aufbewahrt. Die Auflösung des Salzes hält sich nichtlange und zersetzt sich unter Schleimbildung. Das Salz ist luftbeständig, abernimmt in Pulverform bis zu 6 Proc, in kleinen Krystalleu bis zu 3 Proc.Feuchtigkeit auf, ohne diesen Gehalt in der äusseren Form erkennen zu lassen.

Prüfung. Als Identitätsreaktionen führt das Arzneibuch auf: Verbreitungvon Caramelgeruch beim Erhitzen, Abscheidung von Weinstein beim Ansäuernder conc. Lösung mit Essigsäure und Violettfärbung der Flamme durch denGlührückstand.

Für die Beurtheilung der Reinheit des Präparates ist in erster Liniewichtig, dass dasselbe nicht feucht erscheint und ungefärbte, klare Krystalledarstellt, welche mit Wasser eine klare Lösung geben. Ferner schreibt dasArzneibuch folgende Prüfungen vor:

Fig. 72. Kaliumtartiatkrystalle.

1 gr des Salzes wird in 10 ccm Wasser gelöst; der Lösung fügt man 5 ccmverdünnter Essigsäure hinzu und befördert die Ausscheidung des Kaliumbitartratesdurch Reiben mit einem Glasstabe. Nach dem Absetzen des Niederschlagesfiltrirt man ab, verdünnt das Filtrat mit gleichviel Wasser und fügt zu derklaren Lösung 8 Tropfen Ammoniumoxalatlösung. Innerhalb 1 Minute darfkeine Veränderung der klaren Lösung erfolgen, widrigenfalls ist der Gehalt anCalcium Verbindungen zu hoch. Die Ausdehnung der Beobachtung auf eine Minuteist deshalb erforderlich, weil Calciumoxalat aus essigsaurer Lösung nicht sofortausfällt. Ein geringer Kalkgehalt ist übrigens auch durch diese Prüfung zugelassen.

Die 5 proc. wässerige Lösung verändere Lackmuspapier nicht (eine schwachealkalische Reaktion sollte aus den obenerwähnten Gründen zugelassen werden)und werde durch Schwefelwasserstoffwasser nicht verändert (Metalle, namentlichBlei und Kupfer). — Die nämliche Lösung, mit Salpetersäure angesäuert, darfdurch Silbernitratlösung nicht mehr als opalisirend getrübt werden (Spuren vonChloriden sind demnach gestattet). — 20 ccm der 5 proc. Lösung dürfen durch0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden (Rothfärbung Kupfer,Blaufärbung Eisen). — Beim Erwärmen mit Natronlauge darf Kaliumtartratnicht Ammoniak entwickeln, es darf also nicht Amnioniumtartrat enthalten.Der Nachweis des Ammoniaks ist durch den Geruch oder allerhöchstens durchfeuchtes rothes Lackmuspapier zu führen.

Anwendung. Kaliumtartrat wirkt in kleinen Gaben diuretisch, in giösseren ge-linde abführend, und zwar erzeugt es wässerige Entleerungen ohne Leibschmerzen. Mangiebt es meist mit anderen Abführmitteln combinirt. Zu vermeiden ist das Zusammen-verschreiben mit sauren Substanzen, z. B. sauren Sirupen, sauren Extrakten, da sonstaus dem Kaliumtartrat sieh Kaliumbitartrat abscheidet.

') Als Formel findet sich auch C 4 H 4 K, O e ■ist alsdann = 235.

'/., Hi 0 angegeben. Das Mol.-Gewicht