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Kamala.
Kamala.
Kamala; Glandulae Rottlerae.
Der von den Früchten des Mallotus philippinenßis abgeriebene Ueber-zug. Kamala bildet unregelmässig kugelige Drüsen, welche bis ungefährHO mikroskopische, strahlig geordnete, keulenförmige Zellen einschliessen.Die Drüsen sind vermischt mit dickwandigen, ungefärbten Büschel-haaren.
Ein leichtes, nicht klebendes Pulver von rother, mit grau gemischterFarbe, ohne Geruch und Geschmack. Siedendem Wasser ertheilt dieKamala eine blassgelbliche Färbung; das Filtrat wird durch Eisenchlorid-lösung braun gefärbt. Aether, Chloroform, Weingeist, sowie auchalkalische Lösungen nehmen aus Kamala in reichlicher Menge dunkel-rothes Harz auf.
Stücke von Blättern und Stengeln dürfen nicht beigemischt sein.
100 Theile Kamala sollen beim Einäschern höchstens (i Theile Rück-stand hinterlassen.
Geschichtliches. Kamala wird in Indien schon im 5. Jahrhundert v. Chr. erwähnt,scheint aber vorzugsweise zum Färben von Seide benutzt zu sein. 1841 wurde zuerstauf ihre wurmtreibende Kraft aufmerksam gemacht. 1864 wurde sie in die BritishPharmacopoeia aufgenommen, 1872 in die Ph. G. I. Der Name Kamala ist indisch.
Abstammung. Mallotus pliilifipinensiu Müll. Arg. (Croton philippense Lam.Rottlera tinctoria Roxb.), Familie der Euphorbiaceae, Abth. der Crotoneae ist einimmergrüner, diöcischer Baum oder ein Strauch mit abwechselnden Blättern undährigen, aus unansehnlichen Blüthen gebildeten Blüthenständen (Fig. 73). Die Fruchtist eine 6—10 mm messende dreiknöpfige Kapsel, die mit Büschelhaaren und kleinenrothen Drüsen besetzt ist, welche letztere die Kamala bilden. Die Drüsen finden sichauch an anderen Theilen der Pflanze, z. B. auf der Unterseite der Blätter. MaDstreift die Früchte von den Pflanzen, schüttelt und reibt sie in Korben, wobei dieDrüsen auf unterlegte Tücher durchfallen. Die Pflanze ist einheimisch in Vorder-indien, Ceylon, Hinterindien, dem südöstlichen China, dem Liu-kiu, Archipelagus, Neu-Guinea und Norden und Osten von Australien. Für den Handel wird die Droge aus-schliesslich in einigen Gegenden Vorderindiens gesammelt.
Beschreibung. Die Kamaladrüsen sind wenig regelmässig, ungefähr kugel-förmig, auf der Seite, mit der sie angewachsen waren, abgeflacht oder wenigvertieft, 50 —100 ji gross. Sie bestehen aus einer zarten Membran, die, in einegelbliche Masse eingelagert, bis 60 keulenförmige Zellchen enthält, die vomAnhaftungspunkt der Drüse divergiren; sie haben einen schön rothbraunenInhalt. Die Membranen der einzelnen Zellchen färben sich mit Jod undSchwefelsäure blau. Sehr selten ist noch die Stielzelle vorhanden, mit der dieDrüse angewachsen war. Die einzelnen keulenförmigen Zellchen haben diegelbe Masse, in die sie eingebettet sind, secernirt und damit die Cuticula, diesackförmige, zarte Membran abgesprengt (Fig. 73). Ein beständiger Begleiterder Drüsen sind dickwandige, Büschelhaare, deren einzelne Haare einzellig sind.Die Art und "Weise der Gewinnung bringt es mit sich, dass der Droge ausserdemleicht Theile der Fruchtschale beigemengt sind, in selteneren Fällen auchStengel und Blätter. — Zur mikroskopischen Untersuchung ist es nothwendig,eine Spur der Droge auf den Objektträger in einen Tropfen verdünnter Natron-lauge zu bringen. Die Kamala ist ein leichtes, ungleichförmiges Pulver, bei