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Kalium tartaricum.
durch 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden. — BeimErwärmen mit Natronlauge darf Kaliumtartrat nicht Ammoniak entwickeln.
Geschichtliches. Nico laus Lemery erwähnt dieses Präparat schon im Jahre 1675unter dem Namen Sal vegetabile. Boerhave lehrte es 1732 durch Neutralisation desWeinsteins mit Kaliumcarbonat aus Weinsteinasche bereiten und nannte es Tartarustartarisatus. Die chemische Zusammensetzung des Salzes lehrte Scheele 1769.
Darstellung. In einen Topf von Steingut oder in eine porzellanene Schale giebtman 20 Th. heisses destill. Wasser und 6 Th. Kaliumbicarbonat. Unter Erwärmen desGefässes trägt man nun in kleinen Portionen und unter Umrühren 11'/4 Th. gereinigtenkalkfreien Weinstein in Pulverform ein. Man setzt, wenn es nöthig ist, alsdannnoch so viel Weinstein hinzu, dass die Flüssigkeit schwach alkalisch verbleibt, oderman sättigt vollständig mit Weinstein und setzt dann eine Kleinigkeit Kaliumcarbonathinzu. Die noch heisse Lösung wird filtrirt, in einer Porzellanschale soweit abgedampft,bis sich an dem Rande der Flüssigkeit Krystallmassen anzusetzen anfangen, und dannvor Staub geschützt 3—4 Tage an einen kalten Ort gestellt. Die Mutterlauge wird um'/3 ihres Volumens eingeengt und der Krystallisation überlassen. Die in einem Trichtergesammelten Krystalle lässt man an einem lauwarmen Orte abtropfen und trocknet siebei gelinder Wärme. Die Ausbeute an guten Krystallen beträgt fast 13 Th. Etwasgefärbte Krystalle, circa 1 Th., erhält man aus der Mutterlauge. Diese gefärbtenKrystalle löst man in der 1'/ 2 fachen Menge Wasser, digerirt die Lösung mit thierischerKohle (durch Salzsäure von der Knochenerde befreit) und bringt zur Krystallisation.Die letzten Mutterlaugen verdünnt man mit etwas Wasser, filtrirt und setzt so langevorsichtig verdünnte eisenfreio Salzsäure hinzu, als Weinstein niederfällt, den man sammelt,auswäscht und trocknet.
Verwendet man einen kalkhaltigen Weinstein, so muss die Lösung genau neutralgemacht und circa zwei Wochen an einem Ort, dessen Temperatur nicht über 4- 10° C.hinausgeht, beiseite gestellt werden. Das Calciumtartrat setzt sich während dieser Zeitin kleinen körnigen Krystallen an. Man decanthirt dann die Salzlösung, macht siealkalisch und bringt sie unter Abdampfen und 3—4 Tage dauerndem Beiseitestellen zurKrystallisation. Am besten aber benutzt man stets kalkfreien Weinstein.
Ein Calciumtartrat enthaltendes Kaliumtartrat giebt eine trübe Lösung. Man löstes in zwei Theilen kaltem Wasser, filtrirt und bringt es zur Krystallisation. Auf dieseWeise lässt sich Calciumtartrat ziemlich beseitigen.
Bei der Darstellung dieses Salzes meide man die Anwendung einer freien Feuerung,denn sie verursacht selbst bei aller Vorsicht eine vermehrte Ausbeute an gefärbtenoder unansehnlichen Krystallen. Steinzeugene Töpfe, wenn porzellanene Kessel von ge-nügender Grösse fehlen, stellt man in ein Wasser- oder in ein massig zu heizendesSandbad. Zum Umrühren nimmt man eine starke, hinreichend grosse Glasröhre, wennporzellanene lange Rührstäbe nicht vorhanden sind. Unter allen Umständen vermeideman metallene Geräthschaften. Aus schwach alkalischer Lösung schiessen die Kalium-tartratkrystalle leichter an, als in einer neutralen. Enthielt der Weinstein erheblicheMengen von Calciumtartrat, so fallen die Krystalle unansehnlich und trübe aus. Durcheinen Ueberschuss des Kaliumcarhouates wird Calciumtartrat nicht völlig beseitigt,■weshalb die Anwendung eines kalkfreion Weinsteins nicht zu umgehen ist. 100 Th.Weinstein geben fast 115 Th. Kaliumtartrat in Krystallen aus.
Der chemische Vorgang bei der Darstellung ist folgender:
CH(OH)CO.,H 4- HO.CO..K
CH (OH) C0 2 K
Kalium bltartrat
188
= H 2 0
CO..
Kaliumbioarbonat
100
CH (OH) CO., K
I
CH (OH) CO, K
Kaliumtartrat
226.
Eigenschaften. Kaliumtartrat bildet neutrale, kleinere oder grössere, durch-sichtige, farblose, prismatische Krystalle, dem rhombischen System angehörend,oder ein weisses Pulver, von salzigem, bitterlichem Geschmack. Spez. Gew. 1,955.Die Krystalle und das Pulver werden an der Luft etwas feucht, ohne jedoch zuzerfliessen. In Weingeist sind sie unlöslich. 1 Th. Wasser von 1°.C. löst0,55 Th., Wasser von 17,5° C. gegen 1,3 Th., Wasser von 100° C. 2,8 Th. desSalzes. Säuren zersetzen es und scheiden Kaliumbitartrat daraus ab. In derHitze schmilzt es. wird schwarz unter Verbreitung eines an verkohlenden Zucker