Kalium tartaricum.
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10 Th., bei 100° C. 26 Th. des Salzes auf. Die Lösungen sind neutral; siegeben mit Baryumnitratlösung eiuen weissen Niederschlag von Baryumsulfat,mit überschüssiger Weinsäureiösung allmählich einen krystallinischen Niederschlagvon Kaliumbitartrat. In Weingeist ist das Salz unlöslich. Die Krystalle ver-kuisteru beim Erhitzen heftig und schmelzen in der Rothglühhitze, ohne zu ver-dampfen, und erstarren erkaltend krystallinisch. An die meisten stärkeren Säurentritt dieses Salz die Hälfte seines Kaliumgehaltes ab und wird zu Kaliumhydrium-sulfat (Kaliumbisulfat, KHS0 4 = 136). Kaliumsulfat hat die Formel K 2 S0 4 . DasMol.-Gew. ist = 174.
Aufbewahrung. Dieselbe erfordert nur Schutz gegen Staub. Es kommtnur als feines Pulver in Gebrauch.
Prüfung. Eine kleine Probe, an einem gut ausgeglühten Platindrahtein der nicht leuchtenden Flamme erhitzt, darf die letztere nur vorübergehendgelb färben. Die gelbe Färbung muss nach einigen Secunden verschwinden undder violetten Kaliflamme Platz machen. (Dauernde Gelbfärbung zeigt zu hohenGehalt an Natriumverbindungen an.)
Die wässerige Lösung sei neutral (alkalische Reaktion kann von Kalium-carbonat, saure von Kaliumbisulfat herrühren) und werde weder durch Schwefel-wasserstoffwasser (Metalle), noch durch Ammoniumoxalatlösung (Calcium-sulfat), noch durch Silbernitratlösung (Chloride) verändert. — 20 ccm derLösung (1 = 20) dürfen durch Zusatz von 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösungnicht verändert werden. (Rothfärbung zeigt Kupfer, Blaufärbung Eisen an.)
Anwendung. Kaliumsulfat wirkt in Gaben von 1—2 gr gelind eröffnend, grössereGaben wirken stark abführend, sind jedoch nicht ungefährlieb. Gaben von 10—20 grkönnen den Tod herbeiführen. — Es ist Bestandteil des SaiCaroUnum factitium undwar früher Bestandteil des Palv. Doweri (Pharm. Germ. I.).
Kalium tartaricum.
Kaliumtartrat; Neutrales weinsaures Kalium; Tartarisirter Weinstein; Tartarus tar-tarisatus; Tartrate neutre de potasse; Tartrate of potash.
Farblose, durchscheinende, luftbeständige Krystalle, die in 0,7 TheilenWasser, in Weingeist nur wenig löslich sind, beim Erhitzen unter Ent-wickelung von Caramelgeruch verkohlen und dann einen alkalisch reagi-renden, die Flamme violett färbenden Rückstand hinterlassen. Dieconcentrirte, wässerige Lösung des Salzes giebt mit verdünnter Essig-säure einen in Natronlauge löslichen, weissen, krystallinischen Niederschlag.
Wenn 1 g des Salzes in 10 cctn Wasser gelöst, und die Lösungmit 5 ccm verdünnter Essigsäure geschüttelt wird, so darf die von demausgeschiedenen Krystallmehle durch Abgiessen getrennte Flüssigkeit,mit gleichviel Wasser verdünnt, durch 8 Tropfen Ammoniumoxalatlösunginnerhalb einer Minute nicht verändert werden. ■— Die wässerige Lösung(1 = 20) verändere Lackmuspapier nicht und werde durch Schwefel-wasserstoffwasser nicht verändert. Dieselbe Lösung, mit Salpetersäureangesäuert, darf durch Silbernitratlösung nicht mehr als opalisirend ge-trübt werden. — 20 ccm der vorgenannten wässerigen Lösung dürfen