Kalium sulfuricum.
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Aus reinen Substanzen bereitet, iöst sie sich leicht und vollständig in 2 Th.Wasser. Mit einer verdünnten Säure Übergossen, entwickelt sie viel Schwefel-wasserstoffgas, und es scheidet sich ein weisslicber Schwefelniederschlag ab.Mit der Luft in Berührung zieht sie begierig Feuchtigkeit an und entwickeltSchwefelwasserstoff. Die Ursache für letzteres ist die Kohlensäure der Luft.Die Schwefelleber ist als ein Gemisch aus Kaliumtrisulfid, Kaliumthiosulfat undwenig Kaliumsulfat zu betrachten.
Aufbewahrung. In schlecht verstopften Gefässen, besonders in Gefässenaus Steingut, nimmt die Schwefelleber allmählich Sauerstoff auf, wird graufarbigund verwandelt sich langsam theils in unterschwelligsaures Kalium und schwefel-saures Kalium, theils erzeugt die Kohlensäure der Luft kohlensaures Salz unterAbscheidung von Schwefel. Die Schwefelleber muss daher in nicht zu grossenGlasflaschen, welche dicht verkorkt und tektirt sind, aufbewahrt werden.Dispensirt wird sie in Flaschen, kleinere Mengen können auch in Thonkrausenabgegeben werden.
Prüfung. Als Identitätsreaktion giebt das Arzneibuch an, dass die öproc.Lösung beim Erhitzen mit überschüssiger Essigsäure unter Abscheidung vonSchwefel reichlich Schwefelwasserstoff entwickeln solle, und dass das erkaltete,klare Filtrat mit Weinsäure einen krystallinischen Niederschlag von Kalium-bitartrat geben solle.
Für die Beurtheilung der Güte der Schwefelleber ist ausserdem wichtigihr Aussehen, ferner der Umstand, dass sie sich in 2 Th. Wasser leicht undnahezu vollständig auflösen muss.
Der richtige Gebalt an Schwefelkalium lässt sich wie folgt feststellen:Mau löst einerseits 4 gr krystallisirtes Kupfersulfat, andererseits 5 gr Schwefel-leber in Wasser und vermischt beide Lösungen. Im Filtrate darf alsdann durchSchwefelwasserstoff kein Schwefelkupfer mehr gefällt werden.
Anwendung. Die Schwefelleber wird zu Bädern und Waschungen bei chronischenMetallvergiftungen, Gicht, Kheuma, verschiedenen Hautleiden etc. gebraucht. Auf einVollbad werden 30,0—40,0—60,0 gr verwendet. Als Gegengift nach dem Verschluckengrösserer Mengen Kalischwefelleber gebe man Eisensaccharat mit gebrannter Magnesiain stärkeren Dosen.
Kaliuni sulfuricum.
Kaliumsulfat; Schwefelsaures Kalium; Schwefelsaures Kali; Doppelsalz; Sulfas kalicus
s. potassicus; Specificum Paracelsi; Tartarus vitriolatus depuratus; Arcanum dupli-
catum; Sal de duobus; Sulfate de potasse; Sulphate of potash.
Weisse, harte Krystalle oder Krystallkrusten, welche in 10 Theilenkaltem und 4 Theilen siedendem Wasser löslich, in Weingeist aber un-löslich sind. Die wässerige Lösung giebt mit Weinsäurelösung nacheiniger Zeit einen weissen, krystallinischen, mit Baryuninitratlösung einenweissen, in Säuren unlöslichen Niederschlag.
Am Platindrahte erhitzt, darf Kaliumsulfat die Flamme höchstensvorübergehend gelb färben. — Die wässerige Lösung (1 = 20) soll neutralsein und darf weder durch Schwefelwasserstoffwasser, noch durch Ammo-niumoxalat-, noch durch Silbernitratlösung verändert werden. — 20 ccmder vorgenannten wässerigen Lösung dürfen durch Zusatz von 0,5 ccmKaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden.