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Kalium sulfuratum.
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Laboratorium ist dringend zu empfehlen, weil die im Handel befindliche Schwefel-leber mit der selbst dargestellten gar nicht zu vergleichen ist.
Man mischt 2 Th. gröblich gepulverte, trockene Pottasche und 1 Th. Schwefel(Sulfur sublimatum) am besten in der Weise, dass man beide Substanzen nach ober-flächlicher Mischung durch ein grobes Sieb schlägt. Mit der Mischung füllt mau einnicht emaillirtes, mit Deckel versehenes eisernes Gefäss etwa zur Hälfte an, und erhitztdasselbe wohl bedeckt auf einem ruhigen Feuer (Windofen im Freien). Die Massesintert zusammen und schmilzt allmählich zu einer zähen braunen Masse, aus welchersich andauernd Kohlensäurebläschen entwickeln. Von Zeit zu Zeit rührt man mit einemeisernen Spatel um, deckt aber den Deckel rasch wieder auf, um etwa entzündetenSchwefel zu verlöschen. Wenn Kohlensäureentwiekelung nicht mehr oder nur in sehrgeringem Maasse wahrnehmbar ist, prüft man eine kleine Probe auf ihre Löslichkeitin Wasser, entfernt das Gefäss vorn Feuer und giesst dessen Inhalt auf eine Eisen-platte oder auf Steinfliessen aus. Die erstarrte, noch heisse Masse schlägt man miteinem Hammer in grobe Trümmer und bringt diese sofort in die wohlgetrocknetenVorrathsgefässe.
Man vermeide es, die Masse zu überhitzen, auch sehe man zu, dass nichtzu viel Schwefel während der Darstellung verbrennt, weil hierdurch der Gehaltan Kaliumsulfid verringert, derjenige an Kaliumsulfnt aber erhöht wird. EinErhitzen bis zum Dünnflüssigwerden der Masse liegt nicht in der Absicht derVorschrift.
Obgleich die Schwefelleber im Handel billiger ist, als man sie im Laboratoriumherstellen kann, so ist die Selbstdarstellung dennoch anzurathen, wenn man aufein Präparat von gutem Aussehen und vorzüglicher Löslichkeit einen Werthlegt. Das käufliche Präparat wird natürlich nicht nur aus der schlechtestenund billigsten, oft auch aus einer stark sodahaltigen Pottasche gemacht, sondernes enthält nicht selten auch Beimischungen von Glaubersalz, Kaliumchlorid,Soda, oft mehr Schwefel oder kohlensaures Kalium etc.
Die Darstellung der Schwefelleber auf nassem Wege durch Einkochen einerMischung von 100 Th. Pottasche, 40 Th. Schwefelblumen und 30 Th. Wasser bis zurTrockene liefert kein dem durch Schmelzen erhaltenen gleichartiges Produkt.
Chemie. Die bei der Darstellung sich abspielenden Vorgänge sind folgende:Erhitzt man 2 Th. Kaliumcarbonat mit 1 Th. Schwefel nur solange, bis die Kohlen-säure-Entwickelung aufhört und die Schmelze einen gleichförmigen dicklichen Breibildet, so besteht dieselbe im Wesentlichen aus Kaliumtrisulfid und Kaliumthio-
3K a C0 3 + 8S = 2K,S, + K,S,0, + 3C0 2 .
Kalium- Kalium- Kaliam-
carboDat. trisulfid thiosulfat
(414) (256)
Wird jedoch das Erhitzen so weit gesteigert, bis die Masse dünnflüssig gewordenist, so geht das Kaliumthiosulfat in Kaliumpentasulfid und Kaliumsulfat über:
4[K 2 S 2 0 3 ] = 3K 2 S0 4 4- K,S 5
Kalium- Kalium- Kalium-
thiosulfat sulfat peutasulfid
Das Kaliumpentasulfid seinerseits wird bei der alsdann vorhandenen hohen Tem-peratur zerlegt in Kaliumtrisulfid und in Schwefel, welcher letztere verbrennt.
K, S 5 + 20 2 = 2S0 2 + K,S,
Kalium- Kalium-
pentasulfid trisulfid.
Es ist daher bei der Darstellung der Schwefelleber wesentlich, die Temperatur soniedrig zu halten, dass die Mischung nur breiartig, nicht dünnflüssig wird, damit sichmöglichst viel Kaliumtrisulfid und Kaliumthiosulfat bildet.
Eigenschaften. Die Schwefelleber ist frisch bereitet eine leberbraune,später eine gelblichgrüne oder grünlichgelbe, bei stärkerer Schmelzhitze bereiteteine mehr bräunliche, harte, krümlige, beim Erhitzen wieder eine leberbrauneFarbe annehmende Masse, von bitterem, alkalischem und schwefligem Geschmacke.