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2 (1892)
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134
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Kalium carbonicum crudum.

1 g Pottasche soll zur Sättigung mindestens 13 ccm Normal-Salz-säure erfordern.

Geschichtliches. Die Pottasche scheint schon in frühester Zeit bekannt gewesenzu sein, wenigstens benutzten schon die Kinder Israels die Lauge aus Holzasche zumReinigen der Wäsche. Aristoteles, auch spätere römische Schriftsteller, erwähnenihre Bereitung aus der Holzasche. Da man die eingedampften Aschenauszüge in Töpfeneintrocknete und erhitzte, so nannte man das Produkt Pottasche, denn Pott ist nochheute der vulgäre Namen für Topf. Vergl. auch S. 130.

Vorkommen in der Natur. Kohlensaures Kalium trifft man in vielen thierischcnFlüssigkeiten, in welche es auf dem Wege der Assimilation aus pflanzensauren Kalium-salzen aufgenommen wurde, an. Ferner findet man es in vielen Mineralwässern, welchees verwitterten Mineralien entziehen. Da die Erdkrume in Menge kieselsaure Kali-verbindungen (Feldspath) enthält, welche durch die Kohlensäure der Luft unter Ab-scheidung von Kieselsäure in kohlensaures Kalium verwandelt werden, so ist es er-klärlich, wie Kali unter Beihilfe des Wassers in die Pflanzen übergeht und in diesenals oxalsaure, weinsaure, essigsaure etc. Kalisalze wiedergefunden wird. Generell l&sstsich daher sagen, dass die Asche von Landpflanzen stets mehr oder weniger Kali-verbindungen enthalten wird, während in der Asche von Seepflanzen Natrium Verbindungenvorwalten.

Darstellung. Für die Darstellung der Pottasche kam bis gegen die Mittedieses Jahrh. lediglich deren Gewinnung aus Holzasche in Betracht. Die soerzeugte Pottasche war, wenn man den heutigen Maassstab anlegt, sehr wenigrein. Der hohe Werth des Holzes hat es mit sich gebracht, dass neue Quellen fürdie Gewinnung von Pottasche gesucht und erschlossen wurden. Gegenwärtighat die aus Holzasche gewonnene Pottasche nur noch nebensächliche Bedeutung,sie wird immer mehr verdrängt durch die Pottaschen, welche als Nebenprodukteder Rübenzuckerfabrikation, der Wollwäschereien gewonnen werden, namentlichaber auch durch die aus natürlich vorkommenden Kalisalzen erzeugte sog.Mineralpottasche. Die Darstellung der Pottasche ist völlig in den Händen derGrossindustrie.

a) Pottasche aus Holzasche. Die Pflanzenasche enthält neben Kaliumcarbonat(circa 15 Proc.) schwefelsaures und kieselsaures Kalium, Kaliumchlorid, Natriumchlorid,kohlensaures, phosphorsaures und schwefelsaures Calcium, Magnesia, Kieselerde, Eisen-oxyd und Manganoxyd. Die Gewinnung der Pottasche in grösster Menge findet dastatt, wo das Holz einen geringen Werth hat, wie in Russland, Illyrien, Ungarn, Nord-amerika. In einigen wenigen Gegenden wird auch die Asche der Kräuter, des Laubes,kleiner Sträucher und dergl. zu Pottasche verarbeitet.

Die Asche wird in hölzernen Bottichen (Aescher), welche einen doppelten Bodenhaben, auf welchem mittels Strohes ein unvollkommenes Filter hergestellt ist, ausgelaugt.Um conc. Lösungen zu gewinnen, werden die dünneren Laugen zum Auslaugen frischerAsche verwendet. Das Eindampfen der Lösungen geschieht in flachen eisernen Pfannen,bis sie dickflüssig (gar) geworden sind und eine herausgenommene Probe krystallinischerstarrt. Bei massigem Feuer wird nun ausgetrocknet und so die rohe Pottasche(der Fluss) als eine braune, bis zu 10 Proc. Wasser haltende Masse gewonnen. Diebraune Farbe der Masse hat ihren Grund in den beigemischten organischen Stoffen.Um diese zu zerstören und das noch anwesende Wasser zu entfernen, wird die roheMasse in Flammenöfen geglüht. Zuerst giebt man eine schwache Hitze, um das Wasserzu verjagen, erhöht dieselbe aber dann soweit, dass die färbenden organischen Sub-stanzen verbrennen, ohne dass die Masse schmilzt. Diese wird während dieser Operationmit eisernen Krücken umgerührt. Die calcinirte Pottasche (Cineres clavellati) wird nachdem Erkalten alsbald in Fässer eingeschichtet.

b) Pottasche aus Schlempekohle. Bei der Gewinnung des Zuckers aus Zucker-rüben erhält man einen „Melasse" genannton Sirup, welcher ausser Zucker noch er-hebliche Mengen organischer Salze (darunter viel Kalisalze) enthält. In Deutschlandgewinnt man aus der Melasse meist noch den krystallisirbaren Zucker wieder, wobeiso verdünnte Lösungen erhalten werden, dass ihre Verarbeitung auf Kalisalze zur Zeitnicht lohnt. — In P'rankreich gewinnt man durch Vergährung der Melasse Spiritusund erhielt dabei weniger verdünnte Laugen. Die nach dem Abdestilliren des Wein-geists zurückbleibende ., Schlempe" wird eingedampft und liefert beim Glühen die