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2 (1892)
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135
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Hl

Kalium oarbonicum crudum.

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sog. „Schlempekohle", welche 30—35% K 3 CO,, 18—20% Na 2 CO,, ferner K, S0 4 ,K Cl etc. enthält. — Man laugt sie aus und dampft die Auszüge ein. Es krystallisirtzunächst Kaliumsulfat aus, hierauf Kaliumchlorid, alsdann Natriumcarbonat, CO, Na 2 . H 2 0,sodann Natriumkaliumcarbonat C0 3 K Na + 6 H, 0. Die Mutterlauge enthält nunmehrnur noch Kaliumcarbonat; sie wird in Flammöfen zur Trockne gebracht und bis zumSintern calcinirt. — Das vorher erwähnte Natriumkaliumcarbonat wird einer später zuverarbeitenden Lauge zugesetzt.

c) Pottasche aus Wollschweiss. Die Schafwolle enthält in dem Zustande, wie8ie direkt bei der Schur gewonnen wird, etwa 60% sog. Wollschweiss, bestehend ausKalisalzen organischer und unorganischer Säuren, Glycerinfetten, Cholesterinfetten u.a. m. — Die Rohwolle wird zunächst mit Wasser ausgelaugt. Die Auszüge werdeneingeengt und der trockne Rückstand in Retorten erhitzt. Die dabei entweichendenGase werden als Heizmaterial (zum Eindampfen der Laugen) verwendet. Der kohligeRückstand, welcher neben Kohle wesentlich Kaliumcarbonat enthält, wird mit Wasserausgelaugt, die geklärte Lösung zur möglichsten Entfernung von Kaliumsulfat undKaliumchlorid eingeengt und — nachdem diese herauskrystallisirt sind — zur Trocknegebracht und calcinirt.

d) Mineralische Pottasche. Das aus dem zu Stassfurt vorkommenden Carnallitgewonnene Kaliumchlorid wird nach dem Princip des Leblanc'schen Sodaverfahrens inKaliumcarbonat umgewandelt: Man führt das Kaliumchlorid durch Einwirkung vonSchwefelsäure über in Kaliumsulfat und schmilzt dieses mit Calciumcarbonat und Kohlezusammen. Die Schmelze wird ausgelaugt, die Lauge geklärt, abgedampft und cal-cinirt. — Das Verfahren ist natürlich auch zur Verarbeitung von Kaliumsulfat-Rückständenbrauchbar, welche sich z. B. bei der Gewinnung der Pottasche aus Schlempekohle oderWollschweiss ergeben. Siehe unter Natrium carbonievm.

Handelssorten. Im Handel wird bei grösseren Abschlüssen gegenwärtigdie Pottasche nach dem effektiven Kaliumcarbonatgehalt gehandelt und bezahlt.■Man bezeichnet Pottasche mit 80% Gehalt an K 2 C0 3 als 80-grädige, mit 90%als 90-grädige u. s. w. Die aus Holzasche erzeugte bezeichnet man ausser-dem noch nach ihren Produktionsgebieten als: Illyrische, Amerikanische,Deutsche, Polnische, Ungarische, Toskanische u. s. w.-Pottasche. Dieaus Holzaschen gewonnenen Sorten werden nur ausnahmsweise einmal den An-forderungen des Arzneibuches — welches einen Gehalt von mindestens 90%K 2 C0 3 verlangt — entsprechen.

Die aus Schafwollschweiss oder aus Schlempekohle erzeugte Pott-asche wird den geforderten Mindestgehalt von 90% K 3 C0 3 in der Regel auf-weisen, die sog. Mineral-Pottasche, welche überhaupt als das Präparat desArzneibuches angesehen werden kann, ist sehr viel reiner als das Arzneibuches fordert und enthält bis zu 98% K 3 C0 3 .

Eigenschaften. Während die Pottasche aus Holzasche gewöhnlich Stückeenthält, welche durch mangansaures Natrium grün oder durch Kohlepartikelchengrau, durch Eisen röthlich oder gelblich gefärbt sind, stellt die Mineral-Pott-asche ein trocknes, weisses Salz dar, welches sich von dem reinen Kalium-carbonat äusserlich nur wenig unterscheidet. Es ist in 1 Th. Wasser fast völliglöslich; die wässerige Lösung braust, mit einem Ueberschusse von Weinsäureversetzt, unter Entweichen von Kohlensäure auf und giebt einen weissen Nieder-schlag von saurem Kaliumtartrat (s. S. 132).

Prüfung. Die vollständige Analyse einer Pottasche ist ziemlich um-ständlich. Für die Beurtheilung seitens des Apothekers genügt die Bestimmungder Feuchtigkeit und der Gesammtalkalinität in einem guten Durchschnittsmuster.

1. Feuchtigkeit. Man erhitzt 1—2 gr Pottasche in einem gewogenenHegel aus Platin oder Porzellan über kleiner direkter Flamme 5—10 Minutenlang mit der Vorsicht, dass die Pottasche nicht zum Schmelzen kommt. Nachdem Erkalten im Exsiccator wird gewogen. Verlust •= Feuchtigkeit.

2. Gesammtalkalinität. Man löst 10 gr Pottasche in Wasser und fülltdiese Lösung zu 500 cem auf. — 50 cem dieser Lösung werden mit 4—5 TropfenMethyloraDgelösung (1 : 100) versetzt und nun lässt man so lange Normal-Salz-