Kalium carbonicum crudum.
133
6. Eine mit Essigsäure übersättigte 5 proc. Lösung wird in drei Theilegetheilt. Ein Theil soll auf Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser keineVeränderung erleiden. Eine weissliche Trübung würde auf Zink, Sulfitsalz,(die Trübung wäre hier ausgeschiedener Schwefel) auch Thiosulfat, einedunkle oder schwarze auf Kupfer, Blei hinweisen.
7. Der zweite sub 6 reservirte Theil der essigsauren Lösung darf durchRaryumnitrat keine Trübung (Sulfat) erleiden und
8. der dritte Theil der essigsauren Lösung darf nach Zusatz von etwasSalpetersäure und Silbernitrat nach Verlauf von 2 Minuten eine nur schwacheopalescirende Trübung aufweisen. Es sind daher Spuren von Chlor gestattet.
9. 20 ccm der öproc. wässerigen Lösung säure man mit 3 bis 4 ccm Salz-säure an; diese Lösung werde durch Zusatz von 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösungnicht verändert. (Rothfärbung würde Kupfer, sofortige Blaufärbung Eisenanzeigen.)
10. 1 gr Kaliumcarbonat soll zur Sättigung mindestens 13,7 ccm Normal-Salzsäure erfordern. Da die Umsetzung zwischen Kaliumcarbonat und Salzsäurenach der Formel ^ ^ + 2 HCl » H, 0 + qq, + 2 KCl
138 73
verläuft, so sättigt 1 ccm Normal-Salzsäure (welche 0,0365 gr HCl enthält)— 0,069 gr Kaliumcarbonat, K 2 C0 3 .
13,7 x 0,069 = 0,9453 gr K 2 C0 3 .Da diese Menge in 1 gr Kaliumcarbonat enthalten sein soll, so würde durchdiese Titration ein Mindestgehalt von 94,53 Proc. K 2 C0 3 (also rund 95 Proc.)gefordert werden. Natürlich trägt diese Berechnung einem etwaigen Gehalte anNatriumcarbonat keine Rechnung.
Aufbewahrung. Da das Kaliumcarbonat ein sehr hygroskopisches Salz'st, so bewahre man es in nicht zu grossen, mit Korkstopfen dicht geschlossenenFlaschen. Glasstopfen halten die Luftfeuchtigkeit nicht genügend zurück.
Anwendung. In conc. Lösung wirkt Kaliumcarbonat auf die Schleimhäute undauf die Haut ätzend, in verdünnter Lösung auf die Haut noch erweichend.Es findet Resorption durch die Haut statt! Nach Pottaschebädern reagirt der Urinalkalisch! Innerlich neutralisirt es den Magensaft und erzeugt in grösserenGaben Magenentzündung. Es wirkt diuretisch und befördert die Oxydationsvor-gänge im Organismus, soll auch die Secrete der Schleimhaut der Athmungswegeverflüssigen. Man giebt das reine Kaliumcarbonat in Gaben von 0,2 bis 0,5 alsdiuretisches und harnsäurelösendes Mittel bei Gicht, harnsaurer Diathese. Früher war dieVerwendung des Kaliumcarbonates namentlich für Saturationen sehr gross. Bei längeremGebrauche würde natürlich die Kaliwirkung auf das Herz sich bemerkbar machen.
Bei der Herstellung von Mixturen benutzt man au Stelle von Kalium-carbonat in der Regel den Liquor Kalii carbonici uud nimmt von diesem dasStäche der vorgeschriebenen Menge Kaliumcarbonat.
Kalium carbonicum crudum.
Pottasche Rohes kohlensaures Kalium; Rohes Kaliumcarbonat; Cineres clavellati;Carbonate de potasse cru; Potasse; Pearlash; Impure Potash.
Weisses, trockenes, in 1 Theile Wasser fast völlig lösliches, alkalischreagirendes Salz, in 100 Theilen mindestens 90 Theile Kaliumcarbonatenthaltend. Die wässerige Lösung braust, mit Weinsäurelösung über-sättigt, auf und lässt einen weissen, krystallinischen Niederschlag fallen.