Kalium bromatum.
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Die wässerige Lösung (1 = 20) darf weder durch Schwefelwasser-
stoffwasser, noch durch Baryuranitratlösung, noch durch verdünnte Schwefel-säure verändert werden. — 5 ccm dieser wässerigen Lösung, mit 1 TropfenEisenchloridlösung vermischt und alsdann mit Stärkelösung versetzt,dürfen letztere nicht färben. — 20 ccm derselben wässerigen Lösungdürfen durch 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden.10 ccm einer wässerigen Lösung (3 g = 100 ccm) des bei 100° ge-trockneten Kaliumbromids dürfen, nach Zusatz einiger Tropfen Kalium-chromatlösung, nicht mehr als 25,4 ccm Zehntel-Normal-Silbernitratlösungbis zur bleibenden Röthung verbrauchen.
Geschichtliches. Das Bromkalium wurde 1826 zuerst von dem Apotheker Baiard.dem Entdecker des Broms, dargestellt, ein französischer Arzt, mit Namen Gourehe,wendete dasselbe zuerst als Medicament an Stelle des Jodkaliums an und führte essomit in den Arzneischatz ein.
Darstellung. Die Darstellung des Kaliumbromids, welches als Arznei-mittel und in der Photographie in grossen Mengen Verwendung findet, kann mitVortheil mir in chemischen Fabriken geschehen und können dazu alle Methoden,welche weiter unten für Jodkalinm angegeben sind, angewendet werden, indemman eine dem Jod äquivalente Menge Brom anwendet. Vorzugsweise jedochdient das Bromeisen, welches seit einigen Jahren in den Stassfurter Fabrikendargestellt wird, als Ausgangsmaterial für die Darstellung des Bromkaliums. Eshat vor dem freien Brom den Vorzug der leichteren Transportirbarkeit undbequemeren Handhabung, kommt in Fässern verpackt in den Handel und bildetgeschmolzene krystallinische Massen von brauner Farbe, welche aus der Luftrasch Feuchtigkeit, anziehen und sich in Wasser sehr leicht zu einer rothbraungefärbten Flüssigkeit auflösen. Seiner Zusammensetzung nach ist es Eisen-bromürbromid, hat einen Bromgehalt von 65 bis 70 Proc. und enthält nur Spurenvon Jod und Chlor. Um daraus das Kaliumbromid zu gewinnen, löst mandasselbe in siedendem Wasser und setzt die heisse Lösung mit einem kleinenUeberschuss von reinem kohlensauren Kalium um. Nach der Gleichung:
4C0 2
entsteht Bromkalium und Eisenoxyduloxyd. Letzteres wird vermittelst der Filter-presse von 'der Flüssigkeit getrennt und ausgewaschen, und die klare wässerigeLösung des Bromkaliums zur Krystallisation eingedampft. Bei langsamem Ab-kühlen krystallisirt das Salz in farblosen, gut ausgebildeten Krystallen, welchevon der Lauge getrennt und getrocknet werden. Die Mutterlauge liefert beimEindampfen weitere Krystallisationen, welche, wenn nöthig, von einem geringenGehalt an Chlorkalium und Jodkalium rturch Umkrystallisiren befreit werden.Um den Krystallen ein porzellauartiges Aussehen zu geben, erhitzt man sielängere Zeit auf 80 bis 100° C.
Kalium bromatum trublatum ist ein durch gestörte Krystallisation hergestelltes,fein krystallinisches Kaliumbromid, welches erhalten wird, wenn man eine heissgesättigte Lösung des Salzes bis zum Erkalten rührt, wodurch sich dasselbe inkleinen Krystallen abscheidet, welche durch Ausschleudern in einer Ceutrifugevon der Lauge befreit und getrocknet werden. Dieses Präparat eignet sich be-sonders zur Dispensation in Pulverform.
Eigenschaften. Das Kaliumbromid bildet geruchlose, luftbeständige,glänzende, häufig zu Säulen verlängerte oder zu Tafeln verkürzte, tessaraleWürfel von stark salzigem Geschmack und 2,415 spez. Gew. bei 0° C, welchezur Lösung bei 0° C. etwa die doppelte, bei 20° C. etwa die 1,5 fache und bei
Fe 3 Br 8 + 4 K, C0 3 =
= 8 K Br
+ Fe,0 4 -
Eisen bromiir- kohlensaures
Kalium-
Eisen-
bromid Kalium
bromid
oxyduloxyd.