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2 (1892)
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126
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Kalium bromatum.

In der wässerigen Lösung geht das Kaliumbicarbonat aucli bei gewöhnlicherTemperatur allmählich in Kaliumsesquicarbonat über.

Prüfling. Als Identitätsreaktionen giebt das Arzneibuch an: alkalischeReaktion gegen Lackmus, Entwickelung yon Kohlensäure unter Aufbrausen beimZusatz von Säuren, Abscheidung eines weissen krystallinischen Niederschlagesvon Kaliumbitartrat auf Zusatz eines Ueberschusses von Weinsäure. Eshätte hinzugefügt werden können, dass die in der Kälte bereitete LösungMagnesiumsulfatlösung bei gewöhnlicher Temperatur nicht sofort fällen dürfe.Auf Verunreinigungen wird in folgender Weise geprüft:

1. Kaliumbicarbonat bilde völlig trockene, luftbeständige Krystalle. Werdendie Krystalle an der Luft feucht, so kann dies von einer Verunreinigung durchKaliu mcarb onat herrühren.

2. Man bereite eine Lösung von 3 gr Kaliumcarbonat in 57 cem Wasser:20 cem derselben säuere man mit 4 ecm verdünnter Essigsäure (Acid. acetic. dil.).Nach Beendigung der Kohlensäureentwickelung füge man zu:

a) der einen Hälfte der essigsauren Lösung einige Tropfen Baryumnitrat-lösung, es darf keine Veränderung stattfinden (eine weisse Trübung würdeSulfate anzeigen).

b) Die andere Hälfte der essigsauren Lösung werde mit dem doppeltenVolumen Schwefelwasserstoff versetzt: es darf gleichfalls weder Trübung nochEärbung sich zeigen (weisser Niederschlag = Zink, dunkle Färbung = Blei oderKupfer).

c) 10 cem der ursprünglichen Lösung (1=20) säure mau durch Zusatz von2 cem Salpetersäure an; alsdann darf Silbernitrat nicht mehr als opalisirende Trübunghervorbringen, andernfalls sind mehr als zulässige Spuren von Chloriden zugegen.

d) Weitere 20 cem der vorerwähnten 5proc. Lösung werden mit 2 cemSalzsäure angesäuert; in dieser Lösung darf durch 0,5 cem Kaliumferrocyanid-lösung weder rothe Färbung (Kupfer) noch sofortige Blaufärbung bez. einblauer Niederschlag entstehen (Eisen).

Anwendung als Medieament findet das Kaliumbicarbonat überhaupt nicht, oderdoch wenigstens sehr selten. Dagegen dient es als Ausgangsmaterial zur Herstellungmancher Präparate, z.B. des Liquor Kalii acetici und einiger künstlicher Mineralwässer,ferner zur Darstellung von reinem Kaliumcarbonat.

Kalium Ibromatuin.

Kaliumbromid; Bromkalium; Kalium hydrobromicum; Bromure de potassium;Bromide of potassium.

Weisse, würfelförmige, glänzende, luftbeständige, in 2 Theilen Wasserund in etwa 200 Theilen Weingeist lösliche Krystalle. Die wässerigeLösung (1 = 20), mit wenig Chlorwasser versetzt und mit Aether oderChloroform geschüttelt, färbt letztere rothgelb; mit Weinsäurelösung ver-mischt, giebt sie nach einiger Zeit einen weissen, krystallinischenNiederschlag.

Am Platindrahte erhitzt, muss das Salz die Flamme von Beginn anviolett färben. Zerriebenes Kaliumbromid, auf weissem Porzellan aus-gebreitet, darf sich, auf Zusatz weniger Tropfen verdünnter Schwefel-säure, nicht sofort gelb färben und darf, auf befeuchtetes rothes Lack-muspapier gebracht, das letztere nicht sofort violettblau färben.