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2 (1892)
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125
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Kalium biearbonicum.

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einwirken, so erfolgt die Absorption schneller, wenn man die Pottasche durchZusatz von Kohlepulver in feinere Vertheilung bringt.

K, CO,

+

H 3 0

+ co 2 =

2[KHC0

Kalium-

Kohlensäure-

Kalium-

carbonat

anhydrid

bicarbonat

a) Man leitet in eine coneentrirte wässerige Auflösung von möglichst reiner Pott-asche Kohlensäure ein, bis diese nicht mehr absorbirt wird und eine Probe der Lösungmit Quecksilberchloridlösung keinen rothen oder mit Magnesiumsulfatlösung überhauptkeinen Niederschlag mehi giebt. — Die nach 24stündigem Stehen ausgeschiedenenKrystalle von Kaliumbicarbonat werden abtropfen gelassen, mit eiskaltem Wasser ge-waschen und in einer Kohlensäuroatmosphäro bei niedriger Temperatur getrocknet.

b) Hat man verwittertes Ammoniumcarbonat, welches sonst nicht mehr gut ver-wendbar ist, zur Verfügung, so löst man 2 Th. Pottasche in 3 Th. Wasser, fügt zuder filtrirten Auflösung 1 Th. zerfallenes Ammoniumcarbonat und erwärmt schwach biszur Auflösung des Ammoniumcarbonates. Die nach dem Erkalten und längerem Stehender Flüssigkeit (24 Stunden) abgeschiedenen Krystalle von Kaliumbicarbonat werdenwie vorher behandelt.

K,C0 3 + HC0 3 NH 4 = 2[KHGO,] + NH 3

Kalium- Ammonium- Kalium- Ammoniak,

carbonat bicarbonat bicarbonat

c) Man mischt 10 Th. gute Pottasche mit 1 Th. Kohlepulver und feuchtet dieseMischung mit soviel Wasser an, dass eine feuchte Masse entsteht. Die letztere setztman, zu dünnen Schichten ausgebreitet, in geschlossenen Räumen der Einwirkung vonKohlensäuregas aus, und zwar solange, bis die filtrirte Lösung einer gezogenen Probe-mit Quecksilberchloridlösung keinen rothen Niederschlag, bez. mit Magnesiumsulfatlösungüberhaupt keine Fällung mehr giebt. Man behandelt die Masse hierauf mit etwa deml'/ijfachen Volumen Wasser von 70—75°, filtrirt und lässt an einem kühlen Ortekrystallisiren. Die erhaltenen Krystalle werden mit eiskaltem Wasser gewaschen und!erforderlichenfalls aus 2 Th. Wasser von 70—75° umkrystallisirt, schliesslich in einerKohlensäure-Atmosphäre getrocknet.

Eigenschaften. Kaliumbicarbonat bildet luftbeständige Krystalle ohne-Geruch, schmeckt mild salzig bez. schwach alkalisch und reagirt schwachalkalisch. Es krystallisirt in farblosen durchsichtigen rhombischen Säulen oderTafeln und ist in 4 Th. kaltem, in einem doppelten Gewicht heissem Wasservon 70—75° C. löslich, in Weingeist äusserst wenig (1 : 1200) löslich. BeimErwärmen seiner Lösung über 80° beginnt ein Theil seiner Kohlensäure zu ent-weichen , beim Kochen entweicht die Hälfte des Kohlensäuregehaltes undschliesslich bleibt einfaches Kaliumcarbonat zurück. In einem Zwischenstadiumaber entsteht das zwischen dem sauren und dem neutralen Kaliumcarbonatstehende Kaliumsesquicarbonat, welches sich bisweilen aus erhitzten Kalium-bicarbonatlösungen in Form farbloser, luftbeständiger monokliner Krystalle derZusammensetzung K 4 H 2 (C0 3 ) 3 + 3H 3 0 ausscheidet. Für sich im trockenenZustande erhitzt, beginnt es schon bei 100° langsam Kohlensäure abzugeben,,die Ueberführung in Kaliumcarbonat ist jedoch erst bei 350° vollständig. Diewässerige Lösung des Kaliumbicarbonats mit Mercurichloridlösung gemischt, istklar oder kaum opalescirend, wird aber beim Schütteln allmählich trübe unterAusscheidung von rothbraunem Mercurioxychlorid. In der Lösung von Magnesium-sulfat erzeugt Kaliumbicarbonat in der Kälte keine Fällung (Unterschied vonKaliumcarbonat). Formel HK C0 3 ; Mol. Gewicht = 100.

Seiner chemischen Zusammensetzung nach ist das Kaliumbicarbonat alsdas saure Kaliumsalz der hypothetischen Metakohlensäure C0 3 H 2 aufzufassen ::

CO, =^5 c °3=Ck co »=^k C0 1 K,.2[CO,HKJ

Kaliumsesquicarbonat.

byp. Meta-

Kalium-

Kalium-

wjuitai u

m.u.

koblensäure

l

¬carbonat

carbonat

100 Th. Wasser lösen nach

Poggiale

Kaliumbicarbo

nat:

bei 0 U

10°

20°

30°

40°

50°

60°

70°

C.

19,6

23,3

26,9

30,57

34,2

37,9

41,4

45,3

Th.