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Kalium bicarbonicum.
oder gefärbt werden, noch nach Zusatz von verdünnter Salpetersäure durchBaryumnitrat verändert werden, widrigenfalls das Salz im letzteren Falle mitschwefelsaurem Salze, im ersteren Falle mit metallischen Stoffen ver-unreinigt ist. Eine Spur Kaliumchlorid in dem Kaliumacetat wird vom Arznei-buch zugelassen, so dass die wässerige, mit verdünnter Salpetersäure versetzteLösung durch Silbernitrat opalisirend getrübt werden darf. Diese Spur Chloridist nicht zu vermeiden; in der Eegel wird sogar eine deutliche Opalescenz zubeobachten sein. — 20 ccm der 5-procentigen wässerigen Lösung dürfen durch0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht sofort verändert werden. Rothfärbungwürde Kupfer, sofortige Blaufärbung Eisen anzeigen.
Aufbewahrung. Wegen seiner stark hygroskopischen Eigenschaften be-wahre man das Kaliumacetat in kleinen Gefässen auf, und verschliesse dieletzteren mit Korkstopfen, welche mit Paraffin gedichtet werden. ZerflossenesKaliumacetat säuert man mit Essigsäure an und bringt es durch Eindampfenwieder zur Trockne.
Anwendung. Kaliumacetat wird im thierischen Organismus zu Kaliumcarbonatverbrannt, wirkt also wie dieses, ohne die Magenhäute im gleichen Maasse anzugreifen.Da die Kaliumsalze meist durch die Nieren ausgeschieden werden, so findet sich dasKali im Harne und macht es diesen, ebenso wie das Blut, alkalisch. Man giebt es zu] 0-2 0—3 0 gr zwei- bis dreistündlich theils als harntreibendes, gelind eröffnendes,auflösendes'Mittel bei Wassersucht, Nierenleiden, Gicht- und Steinbeschwerden, Milz-anschwellungen, Entzündungen der Brustorgane, auch bei gewissen Intoxicationen (z. B.bei Vergiftungen mit Miesmuscheln), um Zersetzung oder Ausscheidung des (jittes zubefördern.
Kalium bicarbonicum.
Kaliumbicarbonat; saures oder doppelt-kohlensaures Kalium; HydrokohlensauresKalium; Kaliumhydriumcarbonat; Kali carbonicum acidulum; Bicarbonate de potasse;
Bicarbonate of potash.
Farblose, durchscheinende, völlig trockene, in 4 Theilen Wasserlangsam lösliche, in Weingeist unlösliche Krystalle, welche mit Säurenaufbrausen, und deren wässerige, rothes Lackmuspapier bläuende Lösungmit überschüssiger Weinsäurelösung einen weissen, krystallinischen Nieder-schlag giebt.
Die wässerige Lösung (1 = 20), mit Essigsäure übersättigt, darfweder durch Baryumnitratlösung, noch durch Schwefelwasserstoffwasserverändert und, nach Zusatz von Salpetersäure, durch Silbernitratlösungnicht mehr als opalisirend getrübt werden. — 20 ccm der vorgenanntenwässerigen Lösung, mit Salzsäure übersättigt, dürfen durch 0,5 ccmKaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden.
Geschichtliches. Das Kaliumbicarbonat stellte Carthäuser (1757) durch Erhitzeneiner Lösung von Pottasche mit Ammoniumcarbonat zuerst dar. Pelletier bereitetees durch Sättigen einer Pottaschelösung mit gasförmiger Kohlensäure.
Darstellung. Die Darstellung des Kaliumbicarbonates im pharmaceutischenLaboratorium kann im Allgemeinen nicht empfohlen werden. Im Princip erfolgt die-selbe dadurch, dass mau eine möglichst reine Pottasche entweder in concentrirterLösung oder im feuchten Zustande mit Kohlensäure sättigt, bis letztere nichtmehr aufgenommen wird. Lässt man die Kohlensäure auf feuchte Pottasche