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Folia Uvac Ursi.
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Die Blätter sind geruchlos, stark und rein bitter schmeckend. 4 — 5 Th.frische Blätter geben 1 Th. trockene.
Das Blatt zeigt auf beid#n Seiten Spaltöffnungen, auf der Oberseite eine wenigentwickelte Pallisadenscliieht und rings um den Mittelnerven einen Kranz von Lufträumen.
Bestandtheil ist das den bitteren Geschmack bedingende Glykosid Menyanthin,C 30 H 46 O I4 . Man erhält es als amorphe, gelbliche, terpentinartige Masse, die beimTrocknen über Schwefelsäure allmählich fest wird. Geschmack stark bitter, Reaktionneutral. In kaltem Wasser schwer löslich, leicht in heissem und in Alkohol, unlöslichin Aether. Concentrirte Schwefelsäure bewirkt Anfangs gelbbraune, dann in Violettübergehende Färbung. Mit verdünnten Säuren erhitzt, zerfällt es in Glykose undMeny anthol:
O,o H», 0 14 = C 6 II 13 0 6 + 3C.H.0 + 5H a 0
Menyantbol.
Das Monyanthol ist eine farblose, schwere, flüchtige, dem Bitlermandelöl ähnlichriechende, aldehydartigo Flüssigkeit, die sich an der Luft und beim Schmelzen mitKaliumhydroxyd in eine krystallinische, sublimirbarc Säure umwandelt.
Anwendung. Als Bestandtheil bitterer Thees und Tinkturen und eines Extrakts.
Folia Uvae Ursi.
Bärentraubenblätter; Folia Arctostaphyli; Feuilles de busserole; Bearberry leaves.
Von Arctostaphylos Uva Ursi. Die stark lederartige, oberseits etwasrinnige und stark netzförmige Blattspreite erreicht bei einer Länge vonhöchstens 2 cm in ihrer vorderen Hälfte bis 8 mm Breite und läuft nachunten rasch in den nur etwa 3 mm langen Blattstiel aus. Die Blättersind ganzrandig, doch erscheinen manche durch Zurückbiegung der ab-gestumpften Spitze ausgerandet. Die Unterseite zeigt keine drüsigenPunkte. Bärentraubenblätter schmecken herbe.
In 50 Theilen Wasser, welche man einige Stunden mit 1 Theile derBlätter stehen lässt und dann abfiltrirt, wird durch Schütteln mit einemKörnchen Eisenvitriol eine rothe, dann violette Färbung hervorgerufen,und nach Kurzem scheidet sich ein schön dunkelvioletter Niederschlag ab.
Geschichtliches. In der Volksmedicin von Nordeuropa scheinen die Bärentrauben-blätter von jeher verwendet zu sein; in der wissenschaftlichen Heilkunde finden sie etwaseit Mitte vorigen Jahrhunderts Verwendung.
Abstammung. Arctostapftylos Uva Ursi Sprengel (A. officinalis Wimmer undGrabowsky, Arbutus uva ursi L.) (Familie der Ericaceao, Unterfamilie der Vac-cinieae) ein mit bis 1 m langen, verzweigten Aesten niederliegender Strauch mit immer-grünen Blättern und in endständigen Trauben oder Rispen stehenden, nickenden Blüthonmit weissen Kronen, die 5 abgerundete rosa Zähne haben. Staubblätter 10. JedeHälfte der Staubbeutel sich am Scheitel mit einem Loche öffnend, der Staubbeutel fastfreihängend dem unten verbreiterten Staubfaden angeheftet, nach rückwärts mit 2 abwärtsgekrümmten, pfriemlichen Hörnern. Fruchtknoten oberständig, 5 fächerig, in jedem Fachmit nur einer Samenanlage. Frucht eine beerenartige Steinfrucht mit 5 einsamigen Steinen.
1 ni grössten Theil der nördlichen Hemisphäre verbreitet, im Norden die Ebenen,weiter nach Süden die Gebirge bewohnend.
Beschreibung. Der Beschreibung des Arzneibuches sind nur einige Be-merkungen bezüglich der Behaarung der Blätter hinzuzufügen, da die Angabendarüber ziemlich widersprechend lauten; nach Adolf Meyer (Anatom. Charak-teristik offic. Blätter und Kräuter 1882) sind die Blätter kahl, er konnte nicht