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Folia Trifolii fibrini.
Bestandtheile. Sie enthalten das Alkalo'id Daturin. Schornbrodt erhielt ausfrischem Kraute 0,26 Proe., Günther aus trocknen Blättern 0,307 Proc, Kruse(1874) 0,012 Proc, Hager in trocknem Kraut 0,07, 0,09—0,102 Proc, Worilewsky0.05 Proc, Flückiger nahezu '/, Proc Nach Ladenburg ist Daturin identisch mitHyoscyamin. (Vgl. Atropinum sulfur.)
Flückiger erhielt 17,4 Proc salpeterreiche Asche.
Verfälschungen und Verwechselungen. Sie werden verwechselt mitden Blättern von Chenojiodium hybridum L., die ganz kahl und im Umriss fastgleichschenkelig dreieckig sind. Ihre Zähne sind gegen die Blattspitze vor-gezogen, der Stiel ist oberseits rinnig und die im Mesophyll befindlichen Oxalat-drusen sind viel grösser als beim Stechapfel. Ferner werden die Blätter vonSolanum nigrum L. genannt, die kleiner, ganzrandig oder buchtig stumpf-gezähnt sind.
Engel fand in einerSendungFoliaStramonii fastöOProc.Blätter einerLactuca.
Aufbewahrung. Unter Abschluss von Licht und Luft in der Reihe derstark wirkenden Arzneimittel, am besten nicht über ein Jahr lang.
Anwendung. Die Blätter wirken narkotisch und der Belladonna ähnlich; fast aus-schliesslich werden sie als Heilmittel gegen Asthma benutzt, indem man sie mit gleich-viel Taback mengt und Cigaretten oder Cigarren daraus fabricirt, auf eine Cigarrerechnet man 5,0 der Mischung. Trousseau's Cigaretten antispawnodiques bestehen aus30,0 Fol. Stramomi und 2,0 Extr. Opii, welches nebst 1,5 Salpeter in 25 gr Wassergelöst mit den zerschnittenen Blättern gemischt wird. Nach dem Austrocknen werdenCigaretten damit gefüllt.
Folia Trifolii fibrini.
Bitterklee; Biberklee; Fieberklee; Folia Menyanthis; Trefle d'eau; Bog-bean;
Buckbean.
Die dreitheiligen Blätter der Menyanthes trifoliata, getragen von
einem bis 1 dm langen und 5 mm dicken Stiele. Die derben, rundlieh
eiförmigen, gegen 8 cm langen und halb so breiten Blattabschnitte sind
ganzrandig oder grob gekerbt, mit breiter Spitze endigend. Von stark
bitterem Geschmack.
Geschichtliches. Den Namen Trifolium iibrinum = „Biborklee" hat Tab er -naemontanus (Ende des 16. Jahrh.) der Pflanze gegeben, in medicinischer Ver-wendung befindet sie sich höchstens seit 200 Jahren.
Abstammung. Menyanthes trifoliata L. (Familie der Gentianeae) mithorizontal unter dem Wasser wachsendem, vorgeneigtem Stamm, den von Streckezu Strecke die Scheidenreste der älteren, abgestorbenen Blätter umhüllen undaus dem einzelne unverzweigte Wurzeln hervorbrechen. An den Triebspitzenerheben sich dabei bis 5 Laubblätter auf bis handlangen, fast federkieldicken,mit langen, am Rande fast häutigen Scheiden einander deckenden Stielen unddreizähligen Spreiten (daher Bitterklee). Die Blättchen sind dicklich, eirund,kurzstielig, bis 8 cm lang, ganzrandig oder ausgeschweift, kahl. Der Mittelnervist breit, an der trocknen Droge eingesunken, längsfaltig. Die aufstrebendeSprossspitze endigt als blattloser, über handhoher, mit einer gedrängten, ein-fachen Blüthentraube endender Schaft. Die weisse oder röthlich angehauchte,fast glockige und fleischige Blumenkrone hat 5 lanzettliche Zipfel, die innenauffallend bärtig zottig sind. Die Blüthen zeigen ausgezeichnete Ileterostylie.Frucht eine .kuglige Kapsel mit wenigen braunen Samen. Heimisch in Sumpf-gräben und Moorwiesen von Europa, Centralasien und Nordamerika. Blüht imMai oder Juni.