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1 (1891)
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Cupruni aluminatum.

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Cupruni aluminatum.

Kupferalaun; Heiligenstein; Lapis divinus; Lapis ophthalmicus; Pierre divine.

16 Theile Kali-Alaun, 16 Theile Kupfersulfat, 16 Theile Kalium-nitrat werden in fein gepulvertem Zustande gemischt und durch massigesErhitzen in einer Porzellanschale geschmolzen, worauf man diese vomFeuer entfernt, eine vorher bereitete Mischung von 1 Theile mittelfeingepulvertem Kampher mit 1 Theile fein gepulvertem Kali-Alaundurch Rühren beimengt und das Ganze in eine Stäbchenform oder aufeine kalte Platte ausgiesst und in letzterem Falle die erkaltete Masse inStücke zerbricht.

Hell-grünlichblaue, nach Kampher riechende Stücke oder Stäbchen,welche in 16 Theilen Wasser bis auf einen geringen, vor der Abgabeder Lösung durch Filtriren zu entfernenden Rückstand von Kampherlöslich sind und in der Masse ungleichartige Theile nicht erkennenlassen sollen.

Vorsichtig aufzubewahren.

Geschichtliches. Dieses Mittel wurde von dem französischen Augenarzte St. Yveszu Anfang des vorigen Jahrhunderts in den Arzneiscbatz eingeführt und fand unter derBezeichnung Lapis divinus St. Yves, Pierre divine de St. Yves früher ausgebreitete Ver-wendung.

Darstellung. Die gepulverten krystatlisirten Salze werden vorher in einem Mörsergut gemischt, darauf in einer Porzellanschale oder in einem porzellanenen Kasseroi beiGelinder Warme (wenig über 100°), am besten über einer Weingeistflamme zusammen-geschmolzen ; die Mischung aus Kampher und Alaunpulver wird nun zugesetzt, mit einemangewärmten Glasstabe gut umgerührt und dann die flüssige Masse in eine vorherangewärmte und schwach geölte Stäbchenform oder aber auf eine kalte Porzellan- oderSteinplatte ausgegossen: in letzterem Falle zerbricht man die erkaltete Masse in Stücke,bewahrt dieselbe entweder als solche auf, oder zerreibt sie zu feinem Pulver.

Eigenschaften. Der Kupferalaun bildet hellgrüulich-blaue, stark nachKampher riechende Stücke oder Stäbchen, welche in 16 Theilen Wasser bis aufeinen geringen, vor der Abgabe der Lösung durch Filtriren zu entfernendenRückstand von Kampher löslich sind und in der Masse ungleichartige Theilchennicht erkennen lassen. Die Lösung ist bläulich-grün und rnuss nach Kampherriechen. Beim Lösen des Kupferalauns wird man gut thun, denselben im Mörsermit "Wasser anzureiben, um möglichst viel Kampher in Lösung zu bringen.

Aufbewahrung. Der Kupferalaun wird neben anderen Kupferpräparatenin gut schliessenden Gefässen vorsichtig aufbewahrt.

Anwendung. In filtrirter Lösung wird der Kupferalaum hauptsächlich zu Augen-wässern (0,1:10—50) aber auch zu Injektionen als Adstringens verwendet. In Substanz,bez. in Form der Stifte benutzt man ihn als mildes Aetzmittel.