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1 (1891)
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554
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Cubebae.

Samen mit zwei öligen Kotyledonen. Man führt unangenehme Krankheitserscheinungen(Erbrechen, Durchfall und Fieber), die beim Gebrauch von Cubeben beobachtet wurden,auf Beimengung mit diesen Früchten zurück. Sie enthalten 24,2 Proc. Fett. (Pharm.Journ. and trans. 1885, 1886.)

Myrtus Pimenta L. Das bekannte „englische Gewürz*. Meist grösser wie dieCubeben, ungestielt, mit dem Kelch gekrönt, 1—2sämig, nicht netzrunzelig.

Rhamnus cathartica L. Die „Kreuibeeren" mit leicht ablösbarem Stiel, vier-fach stumpfkantig, viersamig.

Ausserdem sind als Verfälschung die nach Citronen riechenden Früchte einerXanthoxylee beobachtet.

Während es nicht allzuschwer ist, zu constatiren, ob eine gekaufte Menge ausreinen Cubeben besteht, oder ob ihr fremde Samen beigemengt, ist das bei dem Pulveranders, zumal die meisten Substitutionen auch aus Piperaceenfrüchten bestehen, die imBau von den Cubeben wenig abweichen. Es ist daher anzurathen, das Pulvern derCubeben selbst vorzunehmen.

Pulver aus echten Cubeben liefert eine Tinktur, die mit conc. Schwefelsäure einedunkelviolette Färbung annimmt, die beim Vermischen mit Wasser in eine opalescirendedunkelblaue Farbe übergeht. Eine Tinktur aus den giftigen Daphnidiumfrüchten giebtbei gleicher Behandlung rothbraune Färbung und schmutziggelbe Opalescenz, während beimVermischen mitWasser nur ein schwachesBlan neben entschieden grüner Färbung hervortritt.

Fig. 129. Früchte von jMyrtüst'imonta L. b verticaler Durch-schnitt einer 2 sämigen Frucht,c Querschnitt einer einsamigenEruclit.

Fig. 131. a Cubebe, b im Längs-schnitt, c im Querschnitt.

, Fig. 130. Fruchte von Mezereum,b vertiral gespalten.

Fig. 132. Frucht von Pipernigrum L. b Querschnitt.

Fig. 133. Frucht von RhamnuBcathartica L.

Aufbewahrung. Die Cubeben werden in gläsernen oder weissbleclienenGefässen an einem trockenen Orte aufbewahrt.

Das Pulvern der Cubeben ist wegen des Gehalts derselben an öligen undharzigen Stoffen eine schwierige Arbeit. Es genügt, sie in mittelfeines Pulverzu verwandeln, wobei man noch genöthigt ist, sie nach dem Zerstossen mit denHänden durch das Sieb zu reiben. Alte gelegene Waare lässt sich zwar leichterund feiner pulvern, dürfte aber zu medicinischen Zwecken nicht anwendbar sein.Ein Trocknen der Cubeben bei einer über die mittlere Temperatur weit hinaus-gehenden "Wärme vor dem Pulvern ist nicht empfehlenswerth. Uebrigens sollman nicht zu viel des Pulvers vorräthig halten, weil sein flüchtiges Oel in kurzerZeit verharzt.

Anwendung. Die Cubeben wirken als Stimulans, Anticatarrhale und Antiblennor-rhagicum. Der widrige Geschmack und die reizende Wirkung auf die Magenschleimhauterzeugen Ekel, Erbrechen, Leibschmerz, Durchfall und zuweilen Fieber und Ausschlag,doch fragt es sich, ob nicht Manches davon auf Rechnung beigemengter anderer Früchtezu setzen ist (vgl. Verfälschungen). Dosis 1,5 — 3,0—4,0, drei bis vier Mal täglich.Von den Bestandteilen ist das Cubebin unwirksam, über die Wirkung des Cubeben-öles sind die Ansichten getheilt, dasselbe findet sich im Harn nicht als solches, son-dern nur im verharzten Zustande wieder. Der wirksamste Bestandtheil ist die Cubeben-säure, die bei Gesunden häufiges Aufstossen, Blähungen, Wärmegefühl, geringe Zu-nahme der Pulsfrequenz und Körpertemperatur, stark vermehrte Harnsäureausscheidungin dem unter Harnzwang und Brennen entleerten Urin verursacht. Sie findet sich,wenn auch in geringer Menge im Urin und im Stuhlgang wieder. — Als Volksmittelnimmt man Cubeben gegen Kopfschmerzen, daher der Name „SchwindelkSrner" .

Man nimmt sie als Pulver in Pillen oder in Gestalt des Extrakts.