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1 (1891)
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377
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Benzinuin Petrole'i.

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sie die zwischen 55 und 75° C. überdestillirenden Antheile des Petroleums verstand.Das Arzneibuch führt die nämliche Substanz unter dem gleichen Namen auf.

Bezüglich der Nomenklatur der aus dem Rohpetroleum zu gewin-nenden Destillationsprodukte herrscht eine derartige Verwirrung, dass es noth-vvendig sein wird, zunächst eine Klarstellung dieser Verhältnisse zu versuchen.

Theoretisches. Den Produktionsgebieten nach unterscheidet man besonders zweiSorten von Erdöl: Amerikanisches und Kaukasisches. — Das amerikanischeErdöl enthält vorzugsweise Kohlenwasserstoffe der Paraffinreihe C n H 2n + 2 , das kau-kasische Erdöl enthält vorzugsweise Kohlenwasserstoffe der ZusammensetzungC n H 2n Dieselben gehören jedoch nicht zur Aethylenreihe, sondern sie sind Wasserstoff-additionsprodukte von Kohlenwasserstoffen der Benzolreiho. Beispielsweise ist in demkaukasischen Erdöl der Kohlenwasserstoff C c H ]2 = Hexahydrobenzol C 6 H 6 .H 6 , derKohlenwasserstoff C 7 H u = Hexahydrotoluol C 7 H S .H 6 , der Kohlenwasserstoff 0 8 H 1G= Hexahydroxlol C 8 H 10 . H 6 u. s. w. enthalten.

Davon abgesehen bestehen beide Erdölsorten aus einem Gemisch der verschieden-artigsten Kohlenwasserstoffe, deren Trennung bisher noch nicht möglich gewesen ist.

Bevor das Erdöl seiner wichtigsten Verwendung, derjenigen zu Beleuchtungs-zwecken, zugeführt werden kann, muss es von den leichtflüchtigen Antheilen durchfraktionirte Destillation befreit werden.

In Deutschland darf seit dem 1. Januar 1883 im gewöhnlichen Verkehr nur solchesPetroleum feilgehalten und verkauft werden, welches im AbePschen Prüfer unter 760 mmDruck erst von 21° C. an brennbare Dämpfe entwickelt. Andere Staaten schreibenandere Apparate und andere Entzündungspunkte vor.

Um diesen Vorschriften nachzukommen muss, wie gesagt, das Erdöl fraktionirtdestillirt werden. Von den hierbei gewonnenen Fraktionen kommen namentlich dieniedrig siedenden unter sehr verschiedenen Namen in den Handel, im Allgemeinen aberunterscheidet man die nachstehend aufgeführten Fraktionen:

Namen

Cymogen, gasförmig, durchComprimiren verdichtet

Rhigolen, durch Kältemi-schung verdichtet

Petroleumäther, Koroselen,Gasäther, Rhigolen, Sher-woodoil

Gasoline, Gasolene, Cana-dol, Neolin

Benzin, Naphtha, Safetv oi),Danforth's Oil.

Ligroine

Putzöl, sog. künstlichesTerpentinöl

Leuchtpetroleum, Burning-oil, Kerosen, Kerosin,Oleophin, Australöl,Standard oil

Schmieröl, Möhringsöl,

Lubricatingöl

Paraffinöle, Vaselinöle,Cosmoline

Siede-punkt

0°18,3°

40—70°

70—90°

80—110°110-130°

130-150°

150—250°

250—300°über 300°

Spez.Gewicht

0,6000,65—0,66

0,66—0,6!)

0,69—0,700,71—0,73

0,73-0,75

0,75-0,85

0,85-0,900,90-0,93

Anwendung

Dient zur Kälteerzeugung bei derkünstlichen Bereitung von Eis.

Bisweilen als Anästheticum benutzt.

Dient als Lösungsmittel für Kaut-schuk und Oele, als Anästheticumund zur Kälteerzeugung.

Zur Extraktion von Fetten aus Sa-men, zum Entfetten von Wolle,zur Leuchtgasbereitung.

Als Fleckenreinigungsmittel und zulleizzwocken.

Zum Brennen in Ligroinlampen undzur Bereitung von Leuchtgas.

Zum Putzen von Maschinentheilen,Verdünnen von Oelfarben (in derWachstuchfabrikation).

Als Leuchtpetroleum.

Als Schmiermittel, zur Gasbereitungund zur Darstellung von Paraffin.

Desgl.