■■m
m0^m
376
Benzinum Petrole'i.
Prüfung. Man verfälscht den Tolubalsam mit Colophonium, und es istfür diese und ähnliche Zusätze in erster Linie sein Verhalten gegen Schwefel-kohlenstoff wichtig, welches ihn, wie das Arzneibuch angiebt, gar nicht an-greift, dagegen Colophonium löst. Dasselbe Verhalten zeigen beide Stoffe gegenätherische Oele. Ein ganz unverdächtiger Balsam ergab mit Schwefelkohlenstoffeinen schwach gelb gefärbten Auszug, der verdampft den angenehmen Geruchdes Balsams erkennen liess. Danach würde Schwefelkohlenstoff doch eine geringeMenge lösen (vgl. Husemann-Hilger, Pfianzenstoffe) und event. erst ein grössererRückstand nach dem Verdunsten auf Verfälschungen schliessen lassen.
Kocht man 1 Tb. Balsam unter starkem Schütteln oder Rühren fünfmalmit je 10 Tb.. Wasser aus, so erhält man ungefärbte Filtrate, aus welchen sichnach dem Erkalten Krystalle ausscheiden. Diese Krystalle sind die im Tolu-balsam in freiem Zustande vorhandene Benzoesäure und Zimmtsäure. Kochtman den Rückstand zum sechsten Male mit Wasser unter Zusatz von 1 Tb.gebranntem Kalk aus, so erhält man, weil das Calciumhydroxyd Farbstoff inLösung bringt, ein gelbgefärbtes Filtrat; wird dieses mit Salzsäure angesäuert,so scheiden sich nach dem Erkalten Krystalle aus, welche in 10 Th. siedendemWasser löslich sind und nach dem Erkalten dieser Lösung wieder erscheinen.
Diese letzteren Krystalle bestehen gleichfalls aus Benzoesäure und Zimmt-säure, aber sie stellen diejenigen Mengen dieser Säuren dar, welche vorher inForm von Estern im Balsam enthalten waren. Diese Ester werden durch dasKochen mit Calciumhydroxyd verseift.
Aufbewahrung in Porzellangefässen, grössere Vorräthe auf der Material-kammer, am besten in Blechgefässen. Auch der trockne Balsam fiiesst etwaszusammen.
Anwendung. Der Tolubalsam erscheint nach einer Pause (Ph. G. I.) wieder unterden offizineilen Arzneimitteln. Seino medizinische Verwendung ist eine unbedeutende.Er geniesst einigen Ruf als auswurfbeförderndes Mittel und ist in neuester Zeit vielfachmit Kreosot zusammen in den Sommerbrodt'schen Kapseln verwendet. Ausserdemwird er gegen Krätze empfohlen. Dagegen ist seine Verwendung in der Parfümcrio desfeinen Wohlgeruchs wegen eine sehr ausgedehnte.
Benzinum Petrolei.
Petroleumbenzin; Benzin; Petroleumäther; Petroläther; Petroleo-Benzinum;
Petroleo-Aether; Aether Petrole'i; Essence de p^trole; Naphte de petrole; Benzine;
Petrolejne; Gazoline; Cerosolene; Rhigolene; Sherwood oil.
Farblose, nicht fluorescirende Antheile des Petroleums, von 0,64bis 0,67 spez. Gewichte, zwischen 55 und 75° übergehend, von starkem,nicht unangenehmem Gerüche, in der Kälte nicht erstarrend, leicht zuentzünden.
Mischt man 1 Th. Schwefelsäure mit 4 Th. rauchender Salpetersäureund schüttelt nach der Abkühlung 2 Th. Petroleumbenzin mit den Säuren,so darf sich die Mischung kaum färben und den Bittermandelölgeruchnicht annehmen.
Geschichtliches. Die Pharm. Germ. I. hatte als Aether Petrolei die zwischen40 bis 65° C. übergehenden, als Benzinum Petrolei, die zwischen 65 bis 90° C.destillirenden Antheile des Petroleums reeipirt. Pharm. Germ. II. hatte nur ein Destil-lationsprodukt des Petroleums aufgenommen, das Benzinum Petrole'i, unter welchem