Balsamum peruvianum.
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reiche Versuche, besonders von Vulpius, "Wimmel und Oberdörfer hin-reichend bewiesen, dass es genug Balsame giebt, die ihr völlig genügen.
Ausser diesen vom Arzneibuch vorgeschriebenen Prüfungen sind noch einigeandere Proben zu empfehlen:
6. Die Feststellung der Säure-, Ester- und Verseifungszahl nachKremol und Dieterich (cf. Balsamum Copaivae).
Aus einer grossen Anzahl von Versuchen ermittelten Gehe u. Co. (HandelsberichtApril 1887):
Säurezahl Esterzahl Verseifungszahl
mindestens 17,74 212,70 240,50
höchtsens 36,70 258,83 285,10
im Mittel 27,01 232,49 254,24.
Es würde danach 240 als niedrigste zulässige Verseifungszahl anzusehensein. Balsame, welche diese Zahl nicht gaben, waren auch in anderer Hinsichtverdächtig. Da bei dieser Prüfung die dunkle Farbe des im Alkohol gelöstenBalsams die Erkennung der beginnenden Röthung beim Zusatz der Kalilaugeerschwert, so ist es gut, die alkoholische Lösung mit "Wasser bis zur milchigenTrübung zu versetzen und die Endreaktion durch Entstehenlassen rother Ringeauf der Oberfläche sichtbar zu machen. Natürlich ist dabei nicht ausser Achtzu lassen, dass schon beim Beginne der Arbeit an der Stelle, wo die Kalilaugeeinfliesst, rothe Färbung entsteht, die aber zuerst beim Umschütteln wiederverschwindet. Das Erkennen des Endes der Reaktion wird sehr erleichtert,wenn man die Phenophtalei'nlösung etwas reichlich (1 bis 2 cem) zusetzt.
7. Ueber die Denner'sche Probe zur Nachweisung von Benzoe und Styraxvgl. Pharm. Centralhalle 1887; Beckurts, Jahresbericht 1887.
8. In Vorstehendem ist auf Weingeist, der als Lösungsmittel der meisten Ver-fälschungen vorkommen kann, wenig Rücksicht genommen. Man erkennt ihn:
a) indem man einige Gramme des Balsams mit der Vorsicht in ein Reagirglasbringt, dass man die Wandungen nicht beschmutzt, dann ein Körnchen spirituslöslichenFuchsins in die Röhre bis etwa 1 cm vor den Balsam schiebt und nun gelinde erwärmt.Sich dabei verflüchtigender Weingeist würde von dem Fuchsin lösen und rothe Tröpfchenerkennen lassen.
b) Beim Erhitzen des Balsams in einer Rotorte aHein oder mit Wasser würdeWeingeist überdestilliren und in dem Destillat nachzuweisen sein, indem man demselben5 Tropfen Kalilauge und etwas mit Jod gesättigter Jodkaliumlösung zusetzt und event.von Neuem Kalilauge zugiebt, bis die durch Jod gelbgefärbte Flüssigkeit wieder farblosgeworden ist. Bei Gegenwart von Weingeist sammelt sich dann am Grunde der Flüssig-keit allmählich Jodoform in kleinen Krystallen.
Mit Hilfe der bisher angegebenen Methoden wird es leicht sein, die Reinheit einesPerubalsams festzustellen, für weitere Untersuchungen verweisen wir auf die Arbeitenvon Andree, Arch. d. Pharm. 1885; C. Grothe, Pharm. Centralhalle 1883; Peter MacEwan, The Chemist and Druggist 1884; 0. Schlickum, Arch. d. Pharm. 1882. Fürden praktischen Apotheker genügt die Nachweisung, dass eine Droge verfälscht sei,also den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht und welcher Art das Verfälschungs-mittcl sei; eine Anleitung zur quantitativen Bestimmung der verschiedenen Verunreini-gungen hat Schlickum in der zuletzt aufgeführten Abhandlung gegeben.
Aufbewahrung und pharmazeutische Verwendung. Hier wäre nur zuwiederholen, was beim Copaivabalsam bereits gesagt wurde.
Anwendung. Der Perubalsam wird bei Entzündungen der Schleimhäute zu 0,2bis 1,0 in Pillen und Emulsion angewendet, äusserlich besonders bei Krätze. Ver-breitet ist seine Benutzung als billigerer Ersatz der Vanille in Chokoladen etc., jedochwird er hier durch das künstliche Vanillin und das aus ihm dargestellte Cinnamemverdrängt.
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