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Balsamum peruvianun
Geschiohte. 1565 boschreibt Monardcs den Perubalsam zuerst; er führt zweiArten nach der Gewinnung an: aus Einschnitten in die Rinde ausiliessonden und durch Aus-kochen des Holzes und der Zweige gewonnenen. 157G erwähnt Garcia de Palacioeine Gewinnungsweise des Balsams, die von der jetzt üblichen kaum abweicht. — Uaes den Katholiken in Amerika nicht möglich war, den zum kirchlichen Gebrauche vor-geschriebenen echten Balsam (von Bahamodtndron gileadense Kth.) zu beschaffen, sogestattete Papst Pius V. 1571 durch eine Bulle, an seiner Stelle don Perubalsam zu ver-wenden. In der 1582 entworfenen Taxe von "Worms findet sich der Balsam unterseinem jetzigen Namen.
Abstammung; und Gewinnung. Der Perubalsam wird von ToluiferaPereirae Baillon (Myrospermuin Percirae Royle, Myroxylon PereiraeKlotzsch), Familie der Leguminosen, Abtheilung der Sophoreen, geliefert.Die Pflanze bildet einen bis 18 m hohen Baum mit verhältuissmässig kurzemStamm. Die Blätter bestehen aus 7—11 nicht gegenständigen Fiederblättchen.Die Blüthen stehen in 15—17 cm langen Trauben, der Kelch ist seicht becher-förmig, die Hülse am Grunde stark verschmälert, gelblich, gegen 10 cm langund 3 cm breit und an der Bauchseite von einem breiten, lederartigen Saumumzogen. Sie enthält einen ansehnlichen Samen, der zwischen 2 grossen, mitBalsam gefüllten Hohlräumen liegt. Baillon hält den Baum für identisch mitder den Tolubalsam liefernden Toluifera Balsamum Miller, wogegen Flücki-ger und Hanbury (Phurmakographia) die Selbstständigkeit beider Gattungenbetonen. (Fig. 83.)
Toluifera Pereirae ist einheimisch auf einem schmalen Küstenstrich zwischendem Hafen Acajutla und dem Flüsschen Comalapa in der Republik San Salvador.Diese Gegend wird wegen des Vorkommens der Bäume als „Costa del Bul-sarno" bezeichnet. Die Gewinnung des Balsams wird von den Einwohnern von9 hidianerdörfern besorgt.
Im November oder Decembcr klopfen die Indianer die Rinde des Stammes mitdem Rücken eines stumpfen Werkzeuges an verschiedenen Stellen weich, so dass dieFetzen der Rinde abgerissen werden können. Der hierbei ausfliessende Balsam wirdin Lumpen aufgefangen. Nach 5 oder G Tagen werden die geschalten Stellen an-gebrannt und, wenn die Rinde abgefallen, der nun reichlicher austretende Balsam eben-falls in Lumpen aufgefangen. Die Lumpen kocht man in irdenen Gefässen mit Wasseraus, presst sie aus und verwendet sie auf's Neue. Ein Baum ist im Stande, 30 Jahreund länger Balsam zu liefern, wenn man ihm zwischendurch wiederholt eine Ruhepausegönnt und die wunden Stellen bald mit Lehm verstreicht. 100 Bäume liefern jährlichetwa 250 Kilo Balsam. 1863 waren in dem genannten Bezirk etwa 8000 Bäume imBetrieb, wovon aber etwa die Hälfte ruhte.
Neben diesem, vermittels Lumpen (..Balsamo de trapo ") gesammelten Balsamkocht man auch Rindenstücke mit Wasser aus (Balsamo de cascaro oder Tacua-sonte). Der so gewonnene Balsam ist etwas geringwerthiger, als der erste; manpflegt beide Sorten zusammen zu mischen. Dieser rohe Balsam wird in den Ausfuhr-häfen Acajutla und La Libertad nach den Mittheilungen von Gehe u. Co. gereinigt,indem man ihn, der eine graugrüne oder schmutziggelbe Farbe hat, zunächst in eisernenKästen absetzen lässt und dann unter Abschäumen in eisernen Kesseln erhitzt. DerBalsam hat schon vor dem Erhitzen seine schön brauno Farbe angenommen. In seinerHeimath führt er den Namen „Balsamo nogro", zur Zeit der spanischen Herrschaftbrachte man ihn zunächst nach Callao in Peru (daher sein Name), von dort nach Pa-nama über die Landenge und weiter nach Europa.
Die Bildung des Balsams in der Rinde des Baums ist noch nicht aufgeklärt.Tschirch fand in der primären Rinde lange schizogene Oelgängo. Nach Flückigersind weder Rinde noch Holz aromatisch. Ein am Stamme freiwillig ausgetretenesGummiharz fand Attfield frei von Zimmtsäure, geruchlos. Ein angeblich durch Ein-schnitte zu erlangendes aromatisches Harz ist noch nicht untersucht worden. Es istmöglich, dass der Balsam, wie er in den Handel gelangt, erst durch das Anbrennendes Baumes (Schwelung) entsteht, wenigstens soll der vor dem Schwelen ausfliessendeBalsam hell und trübe sein.
Nach Andres ist es möglich, dass der Tolubalsam und der Perubalsam von einerund derselben Pflanze stammen, dass der erstere der durch Einschnitte gewonnene na-türliche Harzsaft ist und der Perubalsam, wie gesagt, durch Schwelung, Auskochen