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1 (1891)
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Balsamum Copalvae.

dünnt mit 3 Raurntheilen absolutem Alkohol, zufliessen, bis die Flüssig-keit eben beginnt, roth zu werden. Nachdem die Anzahl der hierzuverbrauchten ccm Lauge festgestellt ist, setze man von letzterer noch20 ccm zu, erwärme die gesammte Flüssigkeit während einer Viertel-stunde auf dem Wasserbade und bestimme durch Zurücktitriren mitNormal-Salzsäure, ob ein Theil der nachträglich zugegebenen 20 ccmLauge von dem erwärmten Balsam gebunden worden ist. Dieses darfhöchstens in sehr geringem Betrage der Fall sein; die bis zum Ver-schwinden der Rothfärbung erforderliche Menge Salzsäure muss ganzoder doch nahezu die gleiche sein, wie diejenige, welche von 20 ccmder genannten Lauge für sich beansprucht wird.

Geschichte. In einem Berieht des Petrus Martyr an Leo X. wird ein aufeiner amerikanischen Insel (Trinidad?) wachsender harzliefernder Baum ,. copei" er-wähnt. Um 1600 erwähnt ein portugiesischer Mönch einen grossen Baum „cupayba",dessen durch Einschnitte in den Stamm erhaltenes klares Oel als Heilmittel benutztwerde. 1636 findet sich in der Amsterdamer Pharmakopoe „Balsamum copa'e-y v a e " aufgeführt.

Abstammung. Der Copaivabalsani stammt von verschiedenen, in Südamerika hei-mischen Arten der Gattung Copaifera, Familie der Caesalpiniaceae: Copaiferaofficinalis L. (Copaifera Jacquini Desf.) (Fig. 80) in ganz Guyana, in den Küstenländern von"Venezuela und Columbien bis Panama, auf Trinidad: Copaifera guian.en.iis Desfontaines(wahrscheinlich Copaifera bijuga Hayne), anscheinend im ganzen östlichen Thoile desäquatorialen Südamerika: Copaifera coria.cea Martius (Copaifera cordifolia Hayne) inden brasilianischen Provinzen Bahia und Piauhy; Copaifera Langsdorffi Desf. (Copaiferanitida Hayne) in den brasilianischen Provinzen S. Paolo, Minas Geraes, Goyaz, MattoGrosso, Bahia, Ceara. Ferner liefern noch in Brasilien Balsam: Copaifera confertiflora,oblongifolia und rigida.

Die Copaifera-Arten sind selten buschig, meist stattliche Bäume, bis ISO in unddarüber hoch, mit reich belaubter Krone, gefiederten Blättern, schönen weissen, viel-blüthigen Rispen und einsamiger Hülse. — Der Balsam findet sich in bis zu 2 cmweiten Gängen, die, im Holz und in den äusseren Partien des Markes befindlich, denganzen Stamm durchziehen. Nach den Untersuchungen von Tschirch (Sitzungs-Ber.d. Ges. naturforsch Freunde z. Berlin 1889 No. 9) sind diese Gänge ursprünglichschizogen, und erweitern sich, wahrscheinlich durch den Druck, den das massenhafterzeugte Sekret auf die Umgebung ausübt, wobei in geringerem Maasse eine Auflösungder umgebenden Zellhäute stattfindet, als man bisher annahm, vielmehr sind die Mem-branen der den Canal auskleidenden Zellen nur stark obliterirt (zusammengepresst),nicht aufgelöst.

Die Gewinnung geht in der Weise vor sich, dass der Sammler in etwa 60 cmHöhe über dem Boden ein Loch in den Baum bis in das Kernholz hinein haut, indieses Loch eine Rinne steckt und vermittels derselben den sehr reichlich auslliessen-den Balsam in ein darunter gesetztes Gefäss leitet. Die Ausbeute ist eine sehr bedeu-tende, sie kann bis 48 Liter betragen. Nicht selten sind die Bäume so mit Balsamerfüllt, dass sie platzen und denselben nach aussen ergiessen.

Handelswaare. Aus den verschiedenen Gewinnungsdistrikten wird der Balsamentsprechenden Hafenplätzen zugeführt, von denen aus er exportirt wird und derenNamen die verschiedenen Sorten im Handel führen, so Para (Brasilien), Demerara(Guyana), Maturin, Maracaibo (Venezuela), Carthagena (Columbien). "Wennschones unzweifelhaft ist, dass der Balsam, besonders in Bezug auf Farbe und Consistenz,nach den verschiedenen Häfen und damit auch Gewinnungsdistrikten und Stammpflanzendifferirt, so ist es doch nicht leicht, bestimmte Sorten aufzustellen. Gegenwärtig sinddickflüssiger Maracaibo baisam und dünnflüssiger Parabalsam vorzugsweise imHandel. Ersterer steht etwas höher im Preise, er wird im Nordwesten von Venezuelagesammelt und stammt nach Engler von Copaifera officinalis. Die Parasorte kommtaus den nördlich des Amazonas gelegenen Grenzgebieten Brasiliens und Venezuelasund aus östlichen, am Trombetcs und Nhamunda gelegenen Gegenden. Sie wird von