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1 (1891)
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358
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Auro-Natrium chloratum.

Ein Tropfen der Lösung auf Stanniol gesetzt verwandelt sich sofort in eineschwarze oder braunschwarze Flüssigkeit.

Aufbewahrung. Das Goldsalz findet seinen Platz in der Reihe der starkwirkenden Arzneistorfe in dicht geschlossenem Glase und vor Tageslicht ge-schützt.

Prüfung. Das Arzneibuch fordert, dass das Natrium-Aurichlorid möglichstfrei von Chlorwasserstoff-Aurichlorid sei, dass also die Austrocknung des Salzesnicht, zu früh abgebrochen wurde, denn dieses Chlorwasserstoff-Aurichlorid dunstethei gewöhnlicher Temperatur (15 bis 18° C.), besonders bei Gegenwart vonNatriumchlorid, stets Spuren Chlorwasserstoff ab, welche ihm anhaften, bis Luftoder Wärme sie beseitigen. Der Oeffnung des geschüttelten und dann geöff-neten Standfläschchens nähert man einen Glasstab, welcher mit Ammoniak-flüssigkeit befeuchtet ist. Es dürfen sich keine Salmiakdämpfe sichtbarmachen.

Das Goldsalz muss ein trocknes Pulver darstellen, wenn man dasselbe aufden Goldgehalt prüfen will, im anderen Falle ist eine Trocknung zuvor noth-wendig. Ein halbes Gramm des trocknen Salzes, in einem bedeckten Porzellan-tiegelchen geglüht und der Rückstand durch Auswaschen (durch wiederholtesAufgiessen von warmem Wasser, Absetzenlassen und Dekantiren) vom anhängenden Natriumchlorid befreit, muss mindestens 0,15 gr trocknes Goldmetallzurücklassen. 13 Th. Gold erfordern zur Bildung des Doppelsalzes

Au Cl 3 . Na Cl + 2 H 2 0 = 3,88 Th. Natriumchlorid

und das Gewicht des aus 13 Th. Gold gebildeten Doppelsalzes ist = 26,26 Th. Das Arzneibuch aber lässt an Stelle von 3.88 Th. Natriumchlorid 20 Th.Na Cl zusetzen. Mithin beträgt die Ausbeute an dem Präparat des Arzneibuchesaus 13 Th. Gold = 26,26 + (20 3,88) = 42,38 Th. In diesen sind 26,26 Th.der chemischen Verbindung Au Cl 3 . Na Cl + 2H 3 0 mit 16,12 Th. Na Cl ge-mischt vorhanden, oder in Procenten: Das trockne Präparat des Arzneibuchesenthält 61,9 Proc. AuCl 3 . NaCl + 2IJ a O (mit 30,6 Proc. Au) und 38,1 Proc. Na Cl.Würde das Goldsalz Feuchtigkeit, enthalten, so würde 1 gr weniger als 0,3 Goldausgeben. Es ist daher nöthig, das vorräthige Goldsalz, welches immer etwasFeuchtigkeit aufgenommen haben wird, vor der Prüfung durch gelindes Er-wärmen zu trocknen, erst hierauf 0,5 gr abzuwägen und den Goldgehalt zubestimmen.

Das zu Schmucksachen etc. verarbeitete Gold ist niemals rein, weil es iudiesem Zustande zu weich und der Abnutzung zu sehr unterworfen ist. Man findetes daher in verschiedenen Verhältnissen mit Silber oder Kupfer oder mit diesen beidenMetallen zugleich legirt.

Für pharmaceutisehe Präparate ist das Gold der Dukaten, welches mit durch-schnittlich 1 Proc. Silber legirt ist, hinreichend rein. Das Silber wird bei seiner Aullösungals Chlorsilber abgeschieden. Zur Verwerthung von Bruchgold, das gewöhnlich einoLegirung des Goldes mit verschiedenen Mengen Silber und Kupfer ist, stellt man Goldauf folgende Weise rein dar: Nachdem das Gold, 1 Th., wenn nöthig, äusserlich mitSodalösung gereinigt ist, übergiesst man es in einem Kolben mit der 4fachen MengeKönigswasser und löst in der Weise, wie oben unter Auro-Natrium chloratum ange-geben ist, auf. Die Lösung wird bis zur Sirupconsistenz abgedampft, der Rückstandin der 30fachen Menge destill. Wasser gelöst, filtrirt (um gegenwärtiges Chlorsilberabzusondern) und nun mit etwas schwefelsaurer Natronlösung vorsetzt. Ist nämlich(von Löthungsstellen herrührend) Blei gegenwärtig, so muss dieses erst als schwefel-saures Bleioxyd gefällt und durch Filtration beseitigt werden. Die klare Goldlösungwird nun mit einer filtrirten Lösung aus 8 Th. reinem Eisenvitriol (krystallisirtemFerrosulfat) in 40 bis 50 Th. Wasser und 1 Th. reiner Chlorwasserstoffsäure gemischt.Das Gold fällt als Metall in Gestalt eines braunen Pulvers nieder. Das Ferrosulfat(FeS0 4 ) entzieht nämlich dem Goldchlorid (AuCI 3 ) alles Chlor, verwandelt sich inFerrisnlfat Fe» (S0 4 ) s und in Ferrichlorid (Fe 3 Cl 6 ), welche gelöst bleiben, und das Goldfüllt nieder.