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1 (1891)
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357
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Auro-Natrium chloratum.

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Güte des Präparats. Sobald die Lösung bis zur dünnen Sirupconsistenz eingeengt ist,rührt man mit einem Glasstabo fortwährend um, um die Abscheidun g von grösserenKochsalz kry stallen zu verhüten. Während dieser Operation hat man besondersStaub fernzuhalten. Organische Substanzen (Staub) wirken hier ebenso reducirendwie bei den Silberpräparaten. Da das Natriumaurichlorid etwas hygroskopisch ist, wirdes, völlig ausgetrocknet, noch warm mit einem erwärmten Pistill zerrieben und alsbaldin kleine Fläschchen geschüttet, welche man gut verkorkt und paraffinirt.

Die Auflösung des Goldes beruht darauf, dass sich beim Zusammenwirkenvon Salzsäure mit Salpetersäure freies Chlor und Chlorverbindungen von Stick-stoffoxyden bilden, welche wie Chlor auf Gold einwirken, d. h. dasselbe auf-lösen. Der endgültige Verlauf der Reaktion laset sich durch folgende Formelausdrücken:

2Au

+ 8 HCl +

•2 11N0 3 =

= 2 | Au C) 3 . HC1J

+ 2N0 +

4H 2 0

Sold

Chlorwasser-stoff

Salpetersäure

Chlorwasserstoff-Aurichlorid

Stick ox yd

In Lösung befindet sich zunächst die Verbindung von Aurichlorid mit Salz-säure, d.i. Chlorwasserstoff-Aurichlorid Au Cl : . . HCl -f 4H 2 0. Bringtman zu derselben Natriumchlorid, so verdrängt das letztere die Salzsäure unterBildung von Aurichlorid-Natriumchlorid, Au Cl 3 . NaCl-f- 2H 2 0, weicheseinsehr viel beständigeres Salz, d. h. weniger hygroskopisch ist, als das reineAurichlorid oder das Chlorwasserstoff-Aurichlorid.

Der Natriumchloridzusatz, welchen das Arzneibuch vorschreibt, ist höherbemessen, als zur Bildung jener Verbindung nothwendig sein würde.

Die Darstellung des Präparates im pharmaceutischen Laboratorium empfiehltsich nur zu Uebungszwecken.

Eigenschaften. Das lufttrockne, nach der Vorschrift des Arzneibuches dar-gestellte Salz besteht aus (51 bis 62 Proc. Natrium-Aurichlorid, 35 bis 37 Proc. Na-triumcblorid und 2 bis 4 Proc. Wasser. Auch sind häufig kleine Mengen (bis zu1 Proc.) Chlorwasserstoff-Aurichlorid anwesend. Der Goldgehalt beträgt 30 bis30,8 Proc. Das Präparat ist also keine chemische Verbindung wie das krystallisirtcNatriumaurichlorid (Sal Auri Figuieri, AuCl 3 .NaCI + 2 H 2 0, welches 49,5 Proc.Gold enthält, entsprechend 76,25 Aurichlorid), sondern es ist ein Gemisch aus61 bis 62 Proc. Natrium-Aurichlorid und 38 bis 39 Proc. Natriumchlorid.

Das offizinelle Salz bildet ein goldgelbes, trocknes krystallinisches Pulvervon unangenehmem, metallischem, scharfem, styptischem Salzgeschmacke. Esist, falls reines Natriumchlorid verwendet wurde, kaum hygroskopisch. Es istlöslich in 2 Th. Wasser, nur zum Theil löslich in Weingeist, welcher nur dasNatrium-Aurichlorid löst, das Natriumchlorid ungelöst lässt. Wenig löslichist es in Aether. Die Lösungen sind von saurer Reaktion. Obgleich das kry-stallisirte Natrium-Aurichlorid durch Tageslicht kaum zersetzt wird, so ist dasPräparat des Arzneibuches, wenn es durch Erhitzen eines Theiles des Krystall-Wassers beraubt ist, gegen Licht nicht indifferent und erleidet mit der Zeit und"ach dem Grade des einwirkenden Lichtes eine geringe Reduktion. Wenn dasPräparat auch nicht hygroskopisch ist, vorausgesetzt, dass es mit reinem Natrium-chlorid bereitet wurde, so nimmt es doch an der Luft 5 bis 6 Proc. Feuchtig-keit auf, ohne feucht zu erscheinen. In Folge dieses Umstandes tritt der1 Goldgehalt zurück.

Zu den Identitätsreaktionen gehört, dass aus der wässerigen Lösung Ferrosulfatoder Ferrochlorid metallisches Gold abscheiden. Oxalsäure bewirkt dieselbe Ab-schoidung, jedoch erst beim Erhitzen, indem zunächst Blaufärbung und dann Ab-scheidnng des rothbraunen Goldmetalles stattfindet.

Die wässerige Lösung färbt die Zeugfaser, Papier, die Haut schön roth, besondersunter Einwirkung des Sonnenlichtes. Stannichlorid enthaltende Stannochloridlösungerzeugt in der Goldlösung, selbst bei lOOOOOfaeher Verdünnung eine rotho bis rotli-brairae Trübung (Cassius'scher Goldpurpur). Kaliumferrocyanid färbt die Gold-lösung smaragdgrün.