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1 (1891)
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Atropinum sulfurioam.

Wasser und Alkohol leicht löslich. Das gewöhnlich verwendete» Salz ist dasSulfat (G I7 H 23 N0 3 ) 2 H 2 S0 4 , ausserdem ündet das Valerianat

C„ H 23 N0 3

C,H 10 0, + V,H,0

eine beschränkte therapeutische Anwendung. Dieses Salz krystallisirt in Krustenund hat einen Schmelzpunkt von 32° C.

Atropinsalzlösungen werden durch Gerbsäure, Kaliumquecksilber-jodid, Mercurichlorid weiss, durch Platinchlorid gelblich weiss, durchPhosphormolybdänsäure gelb gefällt. Jodjodkaliumlösung giebt je nachder Concentration einen gelblichen oder röthlich-braunen Niederschlag, welchernach einiger Zeit krystallinisch erstarrt. Unter dem Mikroskope erblickt mandann bei 80 bis lOOfacher Vcrgrösserung rothbraune prismatische Nadeln, hieund da gelblich braune ßlättchen. Pikrinsäurelösung erzeugt in nicht zuverdünnten Lösungen eine milchige Trübung, welche krystallinisch wird. DieKrystalle erseheinen unter dem Mikroskop in sehr dünnen glänzenden Blättchenvon wechselnder Grösse.

Charakteristisch für das Atropin ist sein salzsaures Golddoppelsalz

C„H 83 NO,.

HCl. AuCl 3 . Dasselbe entsteht als öliger Niederschlag, welcher

nach einiger Zeit krystallisirt. Es ist glanzlos und hat einen Schmelzpunktvon 135 bis 137°. Es schmilzt jedoch schon in siedendem Wasser.

Atropin wird nur aus seinen concentrirten Salzlösungen durch Aetzalkaliund die Alkali-Carbonate weiss gefällt, durch einen Ueberschuss des Fällungs-mittels aber wieder gelöst. Aetzammon fällt die concentrirte Lösung nur un-vollkommen, Ammoncarbonat und Alkalibicarbonat fällen sie nicht. Die Fällungdurch Aetzalkali ist milchig weiss, doch unter dem Mikroskope zeigt sich dasausgeschiedene Alkaloid aus klaren farblosen Kügelchen verschiedener Grösse,in kleineren und grösseren Gruppen verbunden, bestehend. Atropin löst sich inconcentrirter Schwefelsäure langsam und farblos auf, und diese Lösung wird aufZusatz einiger Tropfen Salpetersäure nicht verändert. 0,05 bis 0,06 gr Atropinmit 3 bis 4 cem einer 12 bis löproc. Aetzkalilauge geschüttelt, bilden eineweiss trübe Flüssigkeit, in welcher bei sanfter Erwärmung die Atropinpartikelzu klaren ölähnlichen, ausgeprägt sphärischen Tropfen schmelzen, sich alssolche an der Oberfläche der Flüssigkeit sammeln, beim Erkalten, aber, ohne dieForm zu ändern, weiss und undurchsichtig werden und zu Boden sinken. End-lich giebt eine verdünnte Atropinlösung mit Kaliumdiehromatlösung innerhalbder ersten 5 Minuten keine Fällung oder Trübung.

Atropin liefert beim Behandeln mit Salpetersäure Apoatropin C 17 H 21 N0 2 .

Beim Erhitzen mit Barytwasser oder concentrirter Salzsäure zerfällt es zu-nächst in Tropin und Tropasäure C y H I0 0 3 . Letztere geht durch Wasser-abspaltung in Atropasäure und Isatropasäure 0 9 H 8 O a über. Beim Stehenlassenvon Atropin mit rauchender Salzsäure in der Kälte oder beim Erwärmen mitBarytwasser auf 58° C. bildete sich Tropin und Tropasäure und nur sehr wenigAtropasäure.

Beim Erwärmen einer Lösung von Atropin in concentrirter Schwefelsäureentwickelt sich ein intensiver Geruch nach Orangen- oder Schleedornblütben(Prunus spinosa). Dieser Geruch tritt besonders hervor, wenn man, sobald dieLösung anfängt braun zu werden und Dämpfe entwickelt, vorsichtig die gleicheMenge Wasser hinzufügt. (Gulielmo.)

Wenn man zu der heissen Mischung ein Körnchen einer oxydirendenSubstanz, wie Kaliumdichromat, oder Ammoniummolybdänat hinzufügt, so ent-wickelt sich ein (ieruch, welcher mehr an Bittermandelöl, oder den der SpiraeaUlmaria erinnert (Pfeiffer und Herbst).

Tropft man in einer Porzellanschale Kaliumchromatlösung auf Atropin, sobilden sich beim Bewegen der Schale blaugrüne Streifen. Auf Zusatz vonmehr Kaliumchromatlösung entsteht eine hellgrüne Flüssigkeit (D. Vitali).

Wenn man Atropin oder ein Atropinsalz mit etwas rauchender Salpeter-