Argentuni nitricnm.
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war kein weisses, sondern ein schwarzes Stäbehen, welche Farbe mit dem NamenLapis infernalis in einigem Zusammenhange stehen mag.
Ausbeute. Man kann annehmen, bei vorsichtiger Arbeit aus 10 Th. Silber sicher15,5 Th. Silbernitrat zu gewinnen. Aus 20 Vereinsthalern oder 66 Markstücken, welche3G7—370 gr wiegen und ca. 333,3 gr reines Silber enthalten, gewinnt man bei sorgsamerArbeit 500 gr Höllenstein und aus den Rückständen, Filtern etc. noch oa. 15—16 grSilberchlorid. Die Darstellung im pharmaz. Laboratorium ist nur dann lohnend, wennman altes Silber billig gekauft hat oder angesammelte Silberniederschläge verwerthenwill, oder wenn man grössere Mengen Höllenstein darstellt und entsprechend den Preisder Arbeit niedriger notiren kann. Will man Münzen vorarbeiten, so nehme manVereinsthalcr, und nicht etwa silberne Reichsmünzon.
Silberflecken an den Händen und der Wäsche. Bei aller Vorsicht sind bei Dar-stellung des Silbernitrates Silberlleeko an Händen und auch an der Kleidung nicht zuvermeiden. Einen Tag alte Silberlleeko auf der Haut lassen sich durch Boreiben mitKaliumcyanidlösung und Abwaschen leicht beseitigen. Diese Lösung kann nur beiNichtvorhandensensein wunder Hautstellen benutzt werden. Mittelst Glasstabesnimmt man ein Paar Tropfen der Lösung auf und überträgt dieselbe auf den Flock,den man gleichzeitig mit dem Glasstabe reibt. Viele Tage alte Silberflecko betupftund beroibt man mit Kaliumpermanganatlösung, eine Stunde später mit conc. Salz-säure und wäscht sie endlich mit Salmiakgeist ab. Man kann auch den Fleck mitverdünnter Jodtinktur bereiben und dann den Jodfleck mit concentrirter Natriumhypo-sulfitlösung (Natriu/ntliiosnlfaUösung), zuletzt mit Salmiakgeist waschen. Aus Wäscheentfernt man Silberflecke leicht mit Kaliumcyanidlösung (welche Lösung jedoch niemalsau fremde Personen abgegeben werden darf).
Eigenschaften. Höllenstein oder geschmolzenes Silbernitrat stellt farb-lose oder wenig graufarbige, nicht hygroskopische, mehr oder weniger gh'in-
Fig. 78. Stäbchen von reinem Sübernilnit.
zende (oder besser nicht matte) etwa 0,5 cm dicke, runde Cylinder dar, welcheauf der Oberfläche nicht vollkommen eben oder glatt sind, auf dem ziemlicliebenen, gegen die Aussenfläche rechtwinkeligen Bruche ein radiales oder strah-liges krystallinisches Geflige mit deutlichem, aber nicht hohlem Mittelpunktezeigen. Der Geschmack ist scharf metallisch bitter. Die Lösung ist neutral,doch zeigen manche Präparate schwach saure Reaktion in Folge noch anhaf-tender Salpetersäure. Silbernitrat ist in 0,6 Th. kaltem, in 0,4 Th. heissemWasser löslich, auch in etwa 1 Th. Weingeist von 90 Proc, sehr viel schwie-riger in Aether löslich. Auf Kohle vor dem Löthrohre erhitzt, schmilzt esunter Funkensprühen und unter schliesslichem Zurücklassen eines Silberkornes.Mit organischen Substanzen in Berührung wird es, besonders unter dem Ein-flüsse des Lichtes, geschwärzt und auf seiner Aussenfläche grau. Die mit derAuflösung getränkten organischen Substanzen werden in Folge der Reduktiondes Silberoxydes grauviolettfarbig, braun oder schwarz. Der graue Höllensteinwird von den Aerzten häufig dem weissen vorgezogen, weil er härter sein sollund sich besser zum Touchiren eignet.
Die wässerige Lösung des Silbernitrates giebt auf Zusatz von Salzsäureeinen weissen, käsigen Niederschlag von Silberchlorid, welches am Lichte schnellgrau bis violett wird, in Salpetersäure fast unlöslich, dagegen in Ammoniak-flüssigkeit leicht löslich ist.
Versetzt man die wässerige Silbernitratlösuiig vorsichtig mit wenig^ Am-moniakflüssigkeit, so entsteht zunächst ein bräunlicher Niederschlag von Silber-oxyd Ag 3 O, welcher sich auf Zusatz von mehr Ammoniakflüssigkeit unter Bil-dung von Silberoxydamnioniak wieder auflöst.